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In Herongen: Die Lacet Niederrhein GmbH baut Mobilheime.

Sommertour der Kreis-WfG : Mobilheime aus Herongen sind gefragt

Die Lacet Niederrhein GmbH war am Montag die erste Station der Sommertour der Kreis-Wirtschaftsförderung. Das Unternehmen befindet sich auf Expansionskurs. Eine zusätzliche Werkhalle ist geplant. Mitarbeiter werden gesucht.

Eins ist sicher: Wäre Cornelis Lacet mit seinem Unternehmen nicht nach Herongen umgezogen, hätte es mit der Expansion nicht geklappt. So aber lässt er im Heronger Feld in einer 4500 Quadratmeter großen Halle Mobilheime produzieren. „Wir bauen nach den individuellen Wünschen der Kunden“, sagt Lacet. Der 62-jährige Niederländer ist Geschäftsführer der Lacet Niederrhein GmbH. Die Firma war am Montag die erste Station der Sommertour der Kreis-Wirtschaftsförderung (WfG). Sie steht unter dem Thema „Erste Adressen für echte Hingucker“.

Hans-Josef Kuypers, der Geschäftsführer der Kreis-WfG, ist „begeistert bis fasziniert“ von dem, was bei Lacet realisiert wurde. „Ohne die Unterstützung der Stadt wären wir nie so weit gekommen“, lobte Lacet wiederum Bürgermeister Hans-Josef Linßen, der am Montag zur Besuchergruppe gehörte. Der Rathaus-Chef erinnerte daran, wie 1999/2000 das Gewerbegebiet aus dem Boden gestampft wurde. Innerhalb von zwei Jahren seien etwa 100 Hektar erworben worden. 65 Hektar davon waren für die NBV/UGA, die Vorgängerorganisation der heutigen Landgard-Gartenbaugenossenschaft, 20 Hektar für die Kühne-Erweiterung. Das letzte Grundstück, insgesamt rund 20.000 Quadratmeter, ging an Lacet. Und dem wird’s schon wieder zu eng. „Zum Teil bauen wir Mobilheime draußen“, beschreibt der Niederländer die Raumnot. Es gebe auch fast keinen Lagerplatz mehr. Die Pläne für eine zusätzliche Lagerhalle zur Erweiterung der Produktion gibt es bereits, ein Grundstück ist gekauft. Es wird aber zunächst von einem Tochterunternehmen, einer Transportfirma, genutzt.

Firmenchef Cornelis Lacet (2.v.l.) und Christian Rickes (r.) begrüßten Hans-Josef Kuypers (l.) und Hans-Josef Linßen. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Logistisch ist die Lage direkt an der A 40 für Lacet optimal. „Die Schwertransporte können direkt weg“, sagt der Geschäftsführer. Vom alten Standort aus mussten die voluminösen Vehikel von der Polizei erst mal durch die Stadt eskortiert werden. Das war vor Herongen die Junkersstraße in Straelen, davor war das in den Niederlanden gegründete Unternehmen in Goch-Pfalzdorf. Arbeiteten an der Junkersstraße noch 25 Beschäftigte, so ist deren Zahl mittlerweile auf rund 70 gestiegen, darunter neun in der eigenen Transportfirma. Gerne würde Lacet die Belegschaft aufstocken. Aber vor allem Elektriker und Klempner seien so gut wie nicht zu finden. Die Corona-Pandemie verursachte eine Delle mit einem Umsatzrückgang von einer Million Euro, der sich laut Lacet auch im Jahresabschluss bemerkbar machen wird. „Ein harter Kampf“, meint sein Schwiegersohn Christian Rickes. Mittlerweile hat die Auftragslage sich wieder verbessert. „Wir sind bis Ende März ausgelastet“, meldet Lacet. Er strebt danach, die Frist von der Bestellung bis zur Lieferung auf vier Monate zu drücken.

Sarah Knippenberg (l.) und Anika Ließmann beim Ausbau eines Mobilheims für das Waldfreibad Walbeck. Foto: Evers, Gottfried (eve)

In Teams nehmen sich die Männer in der Halle die Mobilheime vor. Die Produktion eines jeden Domizils startet, sobald der Auftrag eingegangen ist. In festgelegten und logisch aufeinander folgenden Arbeitsschritten nehmen die Häuser Form an. Überall sind Sägen, Hämmer, Tacker und Akkuschrauber zu hören. An mehreren Mobilheimen gleichzeitig wird gearbeitet. Die Teams springen hin und her. Im hinteren Teil der Halle werden die Vorarbeiten ausgeführt.

Die Kunden kommen vor allem aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, aber auch aus Belgien und Österreich. Weil jedes Haus speziell nach deren Wünschen gefertigt wird, ist Handarbeit Trumpf in der Werkhalle. „Zum Teil werden die Mobilheime von Campingplatzbesitzern kreiert“, berichtet Rickes. Es gibt die „Tiny Houses“, die in normale Gärten passen würden. Doch der Trend geht laut Rickes zu immer größeren und luxuriöseren Ausführungen mit Platz für sechs Leute und mit Sauna beispielsweise. Die meisten kaufen die Holzhäuser „all inclusive“, voll möbliert.

Potentielle Kunden sind mittlerweile auch Bauernhöfe. So baut Lacet derzeit für ein Projekt an der Nordsee ein „skandinavisches Dorf“ mit zwölf Häusern des Modells „Falun“.Auch in die Region wird vom Heronger Feld aus geliefert. Bei einem Garten- und Landschaftsbauer ziehen beispielsweise demnächst Saisonarbeiter in etwa zehn Mobilheime ein. Im Waldfreibad Walbeck werden sieben Einheiten mit je acht Betten als eine Art Jugendherberge platziert. Was Kuypers fragen ließ, wann denn Lacet-Häuser auf einem der vielen Kiesbaggerseen zu finden seien. Ausgeschlossen ist das nicht, denn bei Lacet wurde schon vor rund zwei Jahren über Wasserhäuser nachgedacht, die auf Pontons schwimmen.