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In Geldern versetzte der Werbering die Besucher in vergangene Zeiten.

Verkaufsoffener Sonntag in Geldern : Drachenstarke Mittelalter-Stimmung

Zahlreiche Besucher aus ganz NRW waren am Sonntag in Geldern beim dritten Drachen- und Feuerfest, um einmal persönlich einen Drachen zu treffen und eine gute Zeit bei Stockbrot und Schießübungen zu verbringen.

Krieger mit massiven Schwertern zogen durch den Ortskern, tapfere kleine Recken schossen mit Pfeil auf Bogen und ein großer Drache wartete auf dem Marktplatz auf seinen Einsatz. „Das ist eine tolle Stimmung hier“, fand Maximilian Stammen, der am Sonntag mit seinen Kindern das 3. Drachen- und Feuerfest besuchte. Auch sein Sohn Martin (8) fand die das Miteinander „richtig toll“.

Für die jungen Besucher gab es etliche Spiel- und Bastelmöglichkeiten, zum Beispiel bei der „Steinhexe“ Michaela Norden. Bei ihr konnten die jungen Künstler eigene Schmuckstücke und kleine Anhänger anfertigen. Mara (11) fräste ganz konzentriert ein Loch in ihre Sternzeichen-Wappen, einen Schützen. Sie schaute mit einem Lächeln auf und sagte: „Es ist cool, etwas selbst zu machen, voll wie im Mittelalter!“

Der Umgang mit der Armbrust konnte auf dem Fest in Geldern spielerisch geübt werden. Foto: Thomas Binn (binn)

Direkt neben der Mühlheimer Stein-Expertin gab es die „Drachenburg“, bei der kleine Schützen mit Armbrüsten aufgemalte Feuerspucker bekämpfen konnten. Auch wer selber einmal einen Schmiedehammer schwingen, oder etwas Nähen wollte, der konnte auf dem Fest am Sonntag seiner kreativen Energie freien lauf lassen.

Die ganzen Aktivitäten machten natürlich hungrig. Glücklicherweise gab es viele Stände, an denen man sich Stärken konnte: Vom Flammkuchen, der ganz stilecht auf Holzbrettern serviert wurde, über Stockbrot, bis hin leckeren Kartoffelgerichten mit selbst angebauten Kräutern, gab es alles, was das Drachentöter-Herz begehrte.

Auch Straßenmusiker sorgten für die mittelalterliche Atmosphäre beim bunten Treiben auf dem Markt. Foto: Thomas Binn (binn)

Für feinen Ohrenschmaus waren wieder „Verus Viator“ und die sprichwörtlich ausgezeichnete Tolkien-Band „Faelend“ verantwortlich, die mit ihren Klängen eine epische Mittelalterstimmung heraufbeschworen. „’Verius Viator’ hat gut Stimmung gemacht, das hat mir gefallen“, meinte Robert Louven aus Kempen. Er hatte allerdings auch Verbesserungsvorschläge und wünschte sich „noch mehr Spielmöglichkeiten für Kinder und generell ein paar mehr Stände. Hier auf dem Markt ist doch noch so viel Platz“. Ein Höhepunkt war natürlich wie immer der große Drache der „Ritterschaft zu Kalios“, mit dem zahllose Besucher Fotos machten. Das monströse Reptil wurde traditionell am Mittag, von den jungen Recken, die zuvor mit den Schwertschwingern von „Kalios“ trainiert hatten, vor bösen Rittern gerettet. So stand einmal mehr dem großen Umzug durch die Innenstadt nichts mehr im Weg.

Bei der Wanderung durch den Ortskern machten nicht nur die verschiedenen Musik- und Aktionsgruppen des Festes mit. Unter den Mitziehenden waren auch unter anderem die Kinder der St.-Michael-Grundschule. „Die Kinder hatten das Thema des Gelderner Drachens im letzten und vorletzten Jahr im Unterricht und haben wieder Laternen gebaut“, verriet Konrektorin Corinna Engfeld, die ihre Schützlinge begleitete.

„Ich bin jetzt zum ersten Mal hier beim Drachen- und Feuerfest und bin begeistert“, lobte Miriam Rosental aus Düsseldorf „Was gefiel mir? Zum Beispiel die Schleiereule war toll, die ich beim Falkner anfassen durfte. Auch die Kinder haben ihren Spaß und sind ganz vernarrt in den Drachen“, sagte sie und zeigte auf ihre beiden Söhne Kevin (8) und Florian (9), die staunend vor der großen, feuerspuckenden Kreatur standen. „Das ist besser als Fernsehen“, meinte die Beiden. „Das kann man anfassen! Das ist echt!“