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In Geldern-Veert ist eine Bombe gefunden worden.

Sprengkörper auf Baustelle entdeckt : Bombe an Baustelle in Veert entschärft

Bei Bauarbeiten für die Realschule An der Fleuth hatte ein Baggerfahrer am Mittwoch einen 250 Kilo schweren Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. 534 Menschen mussten evakuiert werden.

Für große Aufregung sorgte am Mittwoch ein Bombenfund an der Baustelle der früheren Geschwister-Scholl-Schule. In der Mittagszeit wurde bei den Baggerarbeiten auf dem Gelände für den Neubau der Realschule An der Fleuth ein Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Nach Angaben der Stadtverwaltung Geldern handelte es sich um eine englische 250-Kilo-Bombe. Eine böse Überraschung: Eigentlich war das Gebiet vor dem Beginn der Arbeiten vorsorglich nach möglichen Bomben im Boden untersucht worden.

Die Stadt informierte umgehend den Kampfmittelbeseitigungsdienst über den Fund. Aufgrund des hohen Risikos, dass von den Blindgängern ausgeht, hat die die Bezirksregierung Düsseldorf die Städte mittlerweile verpflichtet, sofort Maßnahmen einzuleiten, damit die Bombe so schnell wie möglich, am besten noch am gleichen Tag, gesprengt oder entschärft werden kann. Früher hatte man einige Tage Zeit, um mögliche Evakuierungen und Sperrungen vorzubereiten.

Auch in Veert waren am Mittwoch Evakuierungen nötig. In einem Umkreis von 250 Metern um die Fundstelle mussten die Bewohner ihre Häuser verlassen. Laut Stadt-Pressesprecher Herbert van Stephoudt waren davon 534 Menschen betroffen. Auch die Supermärkte, zum Beispiel Aldi und Lidl, mussten geräumt werden. Der Niers-Express fährt derzeit dort nicht, auch die Bauzüge durften die Stelle nicht passieren. Ein zweiter Sicherheitsbereich erstreckte sich auf einen Radius von 500 Metern um die Bombe. Dort mussten die Menschen in ihren Häusern bleiben. Die Betroffenen wurden von der Feuerwehr informiert. Wer sein Haus nicht eigenständig verlassen konnt, etwa als Rollstuhlfahrer, konnte die Feuerwehr telefonisch informieren. Er wurde dann abgeholt. In der Sekundarschule an der Anne-Frank-Straße war ein Sammelraum eingerichtet worden für alle, die nicht anderweitig unterkommen können. Wie es bei der Einsatzbesprechung von Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei am Nachmittag hieß, mussten sieben Menschen in diesem Raum untergebracht werden, darunter zwei Covid-Patienten, die sich in häuslicher Quarantäne befanden.

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 Nachdem ein letzter Krankentransport durchgeführt war, ging es an die Straßensperrungen. Gelderns Wehrleiter Andrè Bardoun, Polizeichef Thomas Jäger und Bürgermeister Sven Kaiser sprachen mit den Ordnungsamtskräften die Absperrpunkte ab. Ab 17.30 ging dann gar nicht mehr: Die Polizei errichtete Straßensperren, unter anderem am Harttor und auf der Kapellener Straße. Die Entschärfung war gegen 18 Uhr vorgesehen. Um 18.21 gab es dann die Entwarnung über Lautsprecherdurchsagen und durch einen Sirenenton. Es war gelungen, den Zünder zu entfernen.

Andrè Bardoun zog am Abend ein erstes Fazit über den Großeinsatz. Über 50 Feuerwehrleute waren vor Ort, dazu kamen die Kräfte von Polizei, Bauhof und Gärtnerei der Stadt Geldern, dem städtischen Ordnungsdienst und dem DRK. Es sei alles Hand in Hand gegangen, die betroffenen Bürger seine sehr kooperativ gewesen. Auch Bürgermeister Sven Kaiser atmete auf und dankte allen Beteiligten für den professionellen und reibungslosen Einsatz.