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In der Atelier-Galerie "Arn!ko+" in Straelen stellen drei Künstler aus

Kunst in Straelen : Dreifacher künstlerischer Austausch

„Halbes Ganzes“ lautet der Titel der neuen Ausstellung in der Straelener Atelier-Galerie „Arn!ko+“. Gastgeberin Arnhild Koppel hat diesmal Ulla Herrmann und Ulrich Krämer eingeladen.

„Sehr schön, abwechslungsreich“. Dieses Urteil war immer wieder zu vernehmen am Samstagnachmittag während der Vernissage der neuen Ausstellung in der Straelener Atelier-Galerie „Arn!ko+“. Gastgeberin Arnhild Koppel trat dafür mit Ulla Herrmann aus Dortmund und Ulrich Krämer aus Essen in einen künstlerischen Gedankenaustausch. Herausgekommen sind 53 Exponate, die in den beiden Räumen und auf den Fluren im Erdgeschoss des Hauses Mühlenstraße 10 sowie im Garten zu sehen sind. „Halbes Ganzes“ hat das Trio als Titel gewählt.

Bei einem Treffen in Straelen überlegten sich die drei Künstler das Thema. „Dann haben wir per E-Mail unsere Gedanken hin und her geschickt“, berichtet Arnhild Koppel. Das habe, ergänzt Ulla Herrmann, rund drei Monate gedauert. Herausgekommen ist in der Tat Vielfalt: Stahlobjekte gesellen sich zu Keramiken, Malerei und Grafik ist vertreten. Einige passend erscheinende Stücke wurden aus dem Fundus geholt. „Hier wird gespielt mit den Teilen, dem Ausschnitt, mit der Hälfte“, heißt es von den Akteuren.

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Nicht umsonst taucht der Begriff „Fragment“ im Titel mancher Exponate auf. Etwa in Ulla Herrmanns dreiteiliger Serie „Kleiderfragmente“. Mit Acrylfarbe und Kreide hat sie Jacken, einen Knopf und eine Bluse in Violett, Braun und Schwarz aufs Papier gebracht. Noch weitere in dieser Technik gefertigte Kleiderfragmente sind von ihr zu finden, außerdem Kleider als Keramikobjekte. Arnhild Koppel hat eine Zusammenstellung von Bildern aus gemischtem Material „5 Fragmente“ genannt. Auf dem Acrylbild „Kalte Schulter“ zeigt sie just diesen Körperteil eines grauen Anzugträgers. Von ihr stammt auch, direkt hinter der Eingangstür an der Wand hängend, das titelgebende Werk „Halbes Ganzes“. Acrylfarbe, vorwiegend Blau, und Bast hat sie auf Leinwand kombiniert.

Manches ist bewusst halbiert, zum Beispiel bei Ulla Herrmanns „Gesichtern“. Frauenantlitze sind zum Teil von Wänden verdeckt. Arnhild Koppel arbeitet gerne mit in der Natur entdeckten Bruchstücken. So hat sie für „PO-OP“ eine kleine Astgabel mit Alufolie und Acrylfarbe versilbert. Der farbige Teil erinnert an durchtrainierte Hinterbacken. Bei „Jungfer“ hat sie ein Stück Birke mit Nägeln und Häkelspitzen versehen. Das liegende Objekt „Übergeben“ besteht aus einem Ast, einem Stück Eisen und Schlacke. „Ich gehe mit offenen Augen durch die Natur und nehme, was sie mir schenkt“, beschreibt sie. An einigen Exponaten ist die Reaktion der Künstler aufeinander augenfällig. Besonders bei den beiden großen Objekten „Die verlorenen Flügel“ von Arnhild Koppel und „Flügel vom flüchtenden Engel“ von Ulrich Krämer. Ihre Kombination aus zwei grau-weißen verholzten Blättern und Greifvogelfedern und seine schwarzen Stahlsäulen sind passenderweise in einem Raum platziert.

Mitten in einem Raum auf einem Podest ruht Ulrich Krämers „Bronzeherz“. Der Essener kauft, wie er erklärt, die Bleche in der Industrie und schweißt sie mit einer Stahlelektrode. Der Mann orientiert sich künstlerisch gerade neu. Statt Stahlobjekten widmet er sich „dadaistischer Keramik“, wie er es nennt. „Ich habe gemerkt, dass ich Dadaist bin.“ Das Exponat mit der Nummer 53 steht für diesen Kurswechsel: ein Keramikbecher aus der Edition DADA.