Issum: Ideen für mehr Leben am Schankweiler

Issum: Ideen für mehr Leben am Schankweiler

Im nicht-öffentlichen Teil der Issumer Ratssitzung wurde zwei Verkäufen zugestimmt, einer wurde abgelehnt. In den Haushalt wurden 3000 Euro gestellt für einen Workshop, um die Vergabe anzukurbeln. Seit 2014 wird vermarktet.

Die Lage an der B 58 ist Segen und Fluch für das Gewerbegebiet Am Schankweiler in Issum. Wer einmal dort sein Unternehmen ansiedelt, wird gesehen. Gesehen wird aber auch, wenn sich nichts tut.

Die blau eingefärbten Flächen sind verkauft oder vom Rat zum Verkauf beschlossen. Foto: Gemeinde

Am besten sei es, wenn Kräne bei der Arbeit zu sehen sind, drückt es Issums Wirtschaftsförderer Franz-Josef Hüls aus. Das freut die Issumer, denn neue Unternehmen bringen auch Gewerbesteuer, und es motiviert vielleicht noch mögliche Unternehmer, in der Nähe der A 57 heimisch zu werden. Zwei neue Mitglieder könnten bald im Gewerbegebiet Am Schankweiler ihre Gebäude hochziehen. Im Rat sind zwei Verkäufe beschlossen worden. Ross und Reiter dürfe er nicht nennen, betont der Wirtschaftsförderer. Nicht umsonst wurde die Entscheidung in der nicht-öffentlichen Sitzung getroffen. Ein Bewerber hat es allerdings nicht geschafft. Warum, auch das mag Hüls angesichts der Nicht-Öffentlichkeit nicht sagen. Sicher ist, nicht alles ist am Schankweiler möglich. "Wir haben Festsetzungen, die der Rat schon lange entschieden hat und danach entscheiden wir. Mancher erfüllt diese Voraussetzungen mehr als andere", erklärt Bürgermeister Clemens Brüx. "Möglich ist alles, was im klassischen Handwerksbereich liegt und Dienstleistungen", zählt Wirtschaftsförderer Hüls auf. Zum Schutz des Ortskerns sei allerdings Einzelhandel nicht möglich. "Das schließt Schnellgastronomie aus und Lebensmittelmärkte", sagt Hüls. Tankstelle geht auch nicht. Zwar handele es sich nicht im klassischen Sinne um ein Wasserschutzgebiet, aber auf die Reinhaltung des Grundwassers ist zu achten, "weil die Pumpen der Diebels-Brauerei in der Nähe liegen und die brauchen reines, gutes Wasser", erklärt Hüls.

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Immer noch wird ein "Leuchtturmprojekt" gesucht, das an der Hauptstraße liegt und auf das Gewerbegebiet hinweist. 2017 war Bürgermeister Brüx auf der Expo Real und hat die Werbetrommel für Issum gerührt. Im Exposé lesen sich die Schankweiler-Vorteile folgendermaßen: "Eines der aktuellsten und attraktivsten Gewerbegebiete in der Region zwischen Ruhrgebiet und den Niederlanden wird gegenwärtig in Issum bis Dezember 2014 fertiggestellt." Fertig ist es nun seit drei Jahren und wenn es nach der Fraktionsvorsitzenden Brigitte Viefers geht, könnte es durchaus voller sein. "Fahren Sie mal nach Sonsbeck, da läuft es wie geschmiert, die haben alles. Die Sonsbecker haben ein Baugebiet ausgewiesen und schon ist es voll", zieht sie den Vergleich. Ideen, wie es besser laufen könnte für Issum, hat Viefers. Als erstes würde sie das Schild mit dem Verkaufspreis wegnehmen, das an der B 58 prangt. "Damit Verhandlungsspielraum ist." Außerdem hat die FDP-Fraktion die Bildung eines Arbeitskreises Wirtschaftsförderung beantragt. Dafür wurden 3000 Euro in den Haushalt gestellt. Viefers betonte in der Ratssitzung, dass es nichts damit zu tun habe, dass man die Arbeit von Wirtschaftsförderer Hüls kritisieren wolle. Sie drückt es so aus: "Es ist eine Initiative, um ein bisschen Schwung in den Laden zu bringen."

Das Thema Workshop wird von allen Fraktionen mitgetragen, auch wenn die SPD es etwas bedächtiger betrachtet. "Man sollte nicht mit aller Kraft aufs Gaspedal treten", sagt Fraktionsvorsitzender Sascha Kujath Wichtig sei, dass sich Unternehmen ansiedeln, die sich auf lange Sicht halten können. Außerdem begegne man solchen Unternehmen mit Wohlwollen, die auch Ausbildungsplätze anbieten. "Qualität soll vor Quantität gehen", lautet auch die Meinung vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Gerd Stenmans. "Wir haben in den vergangenen Jahren immer gemeint, andere haben schneller ihre Gewerbegebiete voll. Wir sind vielleicht zu ungeduldig gewesen", sagt er im Rückblick. Allerdings hat auch die CDU klare Vorstellungen, wie es Am Schankweiler weitergehen soll. "In erster Linie gucken wir drauf, dass ein gutes Konzept vorgelegt wird und das auch eine gute Gewerbesteuer zu erwarten ist. Vor dem Hintergrund, dass wir nicht wissen, was mit Diebels passiert und wie das ausgeht, ist es auch wichtig, dass sich Unternehmen ansiedeln, die Arbeitsplätze anbieten", nennt Stenmans Kriterien, damit das Gewerbegebiet nicht nur voll wird, sondern Issum auch für die Zukunft gut aufgestellt ist.

(RP)