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Geldern: „Ich bin Winnetous Schwester“

Geldern : „Ich bin Winnetous Schwester“

Als Nscho-tschi in „Winnetou I“ wurde Marie Versini bekannt. Jetzt verbrachte die französische Schauspielerin zusammen mit ihrem britischen Kollegen Chris Howland zwei Tage in Kleve und trat in den Tichelpark-Kinos auf.

kleve Marie Versini trägt die tiefschwarzen Haare noch immer schulterlang. Zwar kam sie nicht in Indianerkleidung zum Gespräch in die Redaktion der Rheinischen Post in Kleve, aber dennoch war sie Nscho-tschi, Winnetous Schwester, wie 1963 in Horst Wendlandts Verfilmung des Karl-May-Klassikers. Zusammen mit Chris Howland verbrachte die Korsische Schauspielerin zwei Tage in der Schwanenstadt – die sie aus einem Buch bereits kannte.

Vor 44 Jahren

Es ist 44 Jahre her, dass Versini als Nscho-tschi vor der Kamera stand, doch die Rolle lässt sie in den Augen ihres Publikums nicht los. „Ich habe viele andere Filme gedreht, viele Jahre in der Comédie Francaise gespielt, aber ich war immer Nscho-tschi“, erzählt die lebhafte Französin bei einer Tasse Kaffee. „Natürlich gab es Zeiten, in denen mich das auch geärgert hat. Aber jetzt denke ich, es ist doch wunderbar, dass die Leute sich an mich erinnern. Romy Schneider war immer Sissi, und ich bin Winnetous Schwester.“ Außerdem gäbe es schließlich schlechtere Rollen, schaltete sich Chris Howland ein. „Marie hat doch ein wunderbares Image und sie sollte alles tun, es zu behalten“, befand der Kollege, der in „Winnetou I“ den Jefferson Tuff-Tuff spielte und in anderen Karl-May-Filmen als „Archie“ auftrat. Gerade Karl-May sei für viele ein Sprungbrett gewesen. „Es war ein glücklicher Zufall für mich, der zu einem Drehpunkt in meinem Leben geworden ist. Ohne Karl May wäre vieles anders verlaufen“, ist sich Howland sicher.

Kleve war für Marie Versini übrigens keine ganz unbekannte Stadt. Zwar war die Französin bislang noch nie persönlich hier, aber der Roman „Die Prinzessin von Cleve“ von Madame de la Fayette, erschienen 1678, steht in ihrem Regal. „Jetzt kann ich mir die Romangeschichte viel besser vorstellen“, freute sich Versini über ihren Besuch in der Schwanenstadt. Bei dieser Gelegenheit nahmen Versini und Howland auch den Elsa-Brunnen näher in Augenschein und ließen sich die Geschichte von Elsa, Lohengrin und dem Schwan erklären.

Und was nehmen die beiden noch mit ? Auf jeden Fall zwei Lampen, die Monika Howland bei Strauss erstand, während ihr Mann sich den Fragen der RP stellte. „Kleve hat Licht in mein Leben gebracht“, scherzte der Schauspieler, der auch mit 79 Jahren ganz offensichtlich seine humoristische Ader nicht verloren hat. Zum Glück, denn die brauchte er auch am Abend: In den Tichelpark-Kinos wurde „Der Weg zum Silbersee“ gezeigt und anschließend stellten Versini und Howland zusammen mit dem Krefelder Improvisationstheater „Kresch“ Szenen des Films nach (ausführlicher Bericht folgt).

(RP)