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Hymne für das Team von Haus Freudenberg in Geldern soll Mut machen

Mutmacher für Menschen mit Behinderung : Eine Hymne für Haus Freudenberg

Die Gruppe „Zastrow“, zwei Musiker und eine Sängerin aus Geldern, präsentiert mit den Mitarbeitern der Werkstätten ein Lied, das während der Corona-Krise als Mutmacher für Menschen mit Behinderung verstanden werden soll.

Die Premiere war unter freiem Himmel: Auf der Baersdonk vor der Gärtnerei Florantas wurde musiziert und gesungen. Vivian Zastrow, Felix Pickers und Elmar van Treeck, kurz „Zastrow“, präsentierten mit einem spontan zusammengestellten Chor, bestehend aus etwa 40 Werkstätten-Beschäftigten, die „Haus-Freudenberg-Hymne“. Ein Lied, das in dieser besonderen Zeit Menschen mit Behinderung Hoffnung und Kraft geben und das Gefühl, nicht alleine zu sein, vermitteln soll. „Als Herr Pickers mir eine Demo-Version des Stückes zugeschickt hatte, war ich sofort hellauf begeistert“, sagte Barbara Stephan, Geschäftsführerin von Haus Freudenberg. „Dieses Lied setzt genau den richtigen Impuls für die knapp 1000 unserer Beschäftigten, die in ihren Wohnheimen seit Monaten darauf warten, endlich wieder zur Arbeit gehen zu dürfen.“

Vom Auftritt wurde ein Musikvideo aufgenommen, das demnächst auf der Homepage von Haus Freudenberg und in den gängigen sozialen Medien zu sehen und hören sein wird. Der WDR konnte von dem Projekt schnell überzeugt werden und schickte ein Kamera- und Moderatorenteam der Lokalzeit Duisburg zur Baersdonk. Der Sendetermin steht noch nicht fest.

Nach einer guten Stunde bei munteren 30 Grad war „das Ding im Kasten“, das Pickers zutreffend eine musikalische Umarmung nannte.

Die Geschichte zu dem Musikprojekt ist fast spannender als für alle Beteiligten die eigentliche Musikproduktion war: Felix Pickers arbeitet als Gruppenleiter im Fachbereich Holz bei Haus Freudenberg. Er war erschrocken, fast schockiert, als er vor etwa einem Monat die ersten Beschäftigten nach einer langen, Corona-bedingten Zwangspause begrüßen durfte. „Vollkommen verlangsamt, wie benommen, als hätte man ihnen drei Monate lang ein Kissen aufs Gesicht gedrückt“, beschreibt er die Situation, „an normale Arbeit war zunächst gar nicht zu denken. Ganz behutsam mussten die Leute an ihre Aufgaben herangeführt werden.“

Ein Umstand, der ihn nicht nur bedrückte, sondern auch beschäftigte. Musik macht er sein Leben lang und betrachtet sie als sein Medium an, sich mitteilen zu können. Bei einer Bandprobe unter dem heimischen Kirschbaum wurde das Thema angesprochen. Es sollte was passieren – die spürbare negative Energie sollte mit Hilfe der Musik zu positiver umgewandelt werden. Gemeinsam erinnerte man sich an das Lied „Wir halten zusammen“, das von der Gruppe KLEE anlässlich eines Inklusionsfestes im Jahre 2009 komponiert und aufgeführt worden war.

Beim Einstudieren des Songs streute Vivian Zastrow unbeabsichtigt eine Strophe aus dem Sarah Connor-Hit „Bonnie und Clyde“ ein. Noch in der gleichen Nacht nahm Elmar van Treeck den Stimmungswechsel innerhalb des Liedes wahr, der durch den „Versinger“ unfreiwillig erzeugt wurde. Von nun an ging alles schnell. Die Strophen und die Melodien der beiden Stücke wurden gemischt, das Stück konnte in Rekordtempo einstudiert werden. Der Titel: „Wir halten zusammen, an jedem neuen Tag“.

„Der Connor-Song klingt sehr schwermütig“, erklärt Pickers, „im Refrain bei KLEE heißt es: „Wir halten zusammen, an jedem Tag. Wir leben zusammen, sind füreinander da.“ Dieser Refrain löst die Schwermut auf und macht froh und frei. Es ist der Effekt, den wir mit diesem Liedprojekt hoffentlich auslösen können.“