Issum: Hundetrainer aus Leidenschaft

Issum: Hundetrainer aus Leidenschaft

Thomas Tomalla arbeitet als Hundetrainer in Issum. Bei seiner Arbeit mit problematischen Vierbeinern verändert er neben den Tieren auch die Einstellung des Menschen. Die eigenen Hunde helfen ihm dabei.

"Kein Hund ist von Natur aus aggressiv", sagt Tom Tomalla. Der "Personal-Dogtrainer" muss es wissen. Aufgewachsen mit den Hunden der Familie im Örtchen Brachelen im Kreis Heinsberg, hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. "Ich war immer von Hunden umgeben, trainierte schon als Jugendlicher mit den Vierbeinern auf Hundeplätzen", erklärt Tomalla. Heute arbeitet er als freiberuflicher Hundetrainer in Issum. Viele seiner Kunden, die nicht mehr weiter wissen, weil der eigene Hund beißt oder ängstlich ist, suchen Hilfe bei ihm.

"Das Hauptproblem in der Hundeerziehung ist die falsche Einstellung des Menschen. Statt auch mal laut zu werden oder streng an der Leine zu ziehen, wird der Hund verhätschelt. Dann wundern sich die Leute, warum die Tiere nicht mehr hören", so Tomalla. Meistens arbeitet der Dogtrainer mit ängstlichen oder aggressiven Hunden und deren Haltern. Tomalla: "Das Herrchen oder Frauchen muss in die Therapie mit eingebunden werden. Die wichtigste Voraussetzung ist die Mitarbeit der Menschen." Und der "Hundeflüsterer", wie manche seiner Bewunderer ihn nennen, geht noch weiter. "Als erstes gilt es, den Hund zu verstehen, sein Problem zu erkennen. Und die Einstellung des Halters zu verändern."

Eigene Hunde als Therapeuten

  • Geldern : Demonstrationszug für Amad Ahmad

Tomalla besitzt selbst 13 Hunde mit teils trauriger Vergangenheit. Binty zum Beispiel wurde vom Herrchen missbraucht, hatte kein Vertrauen mehr – weder zu Hunden noch zu Menschen. Am allerwenigsten zu Männern. Tom Tomalla päppelte den damals vierjährigen Rüden mit viel Geduld wieder auf. Heute verspürt Binty keine Angst mehr und vermittelt sogar anderen Problemhunden das Vertrauen zum Menschen. Tomalla: "Wenn die Leute mich als Hundetrainer engagieren wollen, gehe ich als erstes zu ihnen nach Hause und schaue mir den Hund in seinem gewohnten Umfeld an."

In der Therapie helfen Tomalla seine eigenen, ausgebildeten Hunde. Ist ein Problemfall aggressiv und bissig, empfängt der Trainer ihn zum Beispiel mit seinen 13 Vierbeinern, die sich vor ihm aufbauen. "In so einer Situation unterwirft sich jeder Hund", erklärt er. "Anschließend schafft die Meute ein Vertrauen, wenn sie mit ihm spielen und der Hund dadurch merkt, dass man ihm nichts tut", so Tomalla weiter. Die Ausbildungsmethode des Hundetrainers unterscheidet sich in der sogenannten positiven und negativen Konditionierung, also in der Bestätigung und Bestrafung.

"Hunde lügen nicht, man muss nur ihre Sprache verstehen. Da hilft jedoch keine neumodische Fachliteratur, denn jeder Hund ist anders", mahnt Tom Tomalla.

(RP)
Mehr von RP ONLINE