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Verkauf ist beschlossen: Hotel und Ärztezentrum können kommen

Verkauf ist beschlossen : Hotel und Ärztezentrum können kommen

Auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München gab Bürgermeister Sven Kaiser den Verkauf des alten Finanzamtes bekannt. Er wurde nicht-öffentlich im Nierspark-Ausschuss gegen die Stimmen der CDU beschlossen.

Grünes Licht für den Plan, das seit Jahren leerstehende alte Finanzamt von Geldern in zwei Schritten in ein Drei-Sterne-Hotel und ein Ärztezentrum zu verwandeln. Bürgermeister Sven Kaiser und Wirtschaftsförderer Tim van Hees-Clanzett gaben am Rande der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München bekannt, dass der Verkauf beschlossene Sache sei. Vorausgegangen war ein entsprechender Beschluss des Ausschusses für die Entwicklung des Niersparks, der zugleich auch Grundstücksausschuss der Stadt Geldern ist, dass das rund 4000 Quadratmeter große Grundstück verkauft werden soll. Auch der Interessent steht fest. Die Familie Janssen, Betreiber des Vier-Sterne-Seepark-Hotels in Geldern, hat Interesse an einem Innenstadt-Hotel. Dr. Arne Kleinstäuber möchte ein Hausarztzentrum aufbauen. Jetzt stehen die nötigen Vertragsgespräche mit der Stadt Geldern an, um den Verkauf endgültig unter Dach und Fach zu bringen.

Geplant ist, dass im vorderen Teilbereich des Geländes auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern das Hotel entsteht, das 60 Zimmer umfassen soll, wobei die Hauptrezeption nach Auskunft des Wirtschaftsförderers im Seepark-Hotel bleiben wird. Bürgermeister Sven Kaiser freute sich am Stand der Standort Niederrhein GmbH, „dass die lange brachliegende Stelle nun endlich entwickelt werden kann“. Auf die Art und Weise biete die Stadt „einem heimischen Investor, der sich zu Hause weiter vergrößern will“, die Möglichkeit der Weiterentwicklung. Der Kreis Klever Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers sieht eine weitere Stärkung des Tourismus und der Übernachtungszahlen: „Wir kommen im Kreis Kleve Schritt für Schritt voran. Mit einem Drei-Sterne-Hotel in Citynähe kann man auch eine preiswertere Zielgruppe bedienen“, sagte Kuypers, nach dessen Zahlen in der alten Herzogstadt Geldern im ersten Halbjahr 2018 genau 68.384 Übernachtungen registriert worden sind. Diese Summe dürfte mit einem weiteren Hotel ansteigen. Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht, so schnell wie möglich soll jetzt aber der Verkauf an die Familie Janssen über die Bühne gehen.

Unabhängig von diesem Projekt soll im hinteren Teilbereich, ebenfalls auf einem Gebiet von rund 2000 Quadratmetern, ein Ärztezentrum entstehen, in dem sich mehrere Hausärzte an einem Standort niederlassen.

Im Ausschuss war die Entscheidung für den Verkauf in nicht-öffentlicher Sitzung übrigens sehr knapp. Die CDU-Fraktion wollte zu diesem Zeitpunkt noch nicht entscheiden und stimmte, als es nicht die von ihr gewünschte Vertagung gab, gegen den Vorschlag „ihres“ Bürgermeisters. Fraktionsvorsitzender Michael Cools auf Anfrage zu unserer Redaktion: „Uns lagen nicht die erforderlichen Informationen vor, um zu diesem Zeitpunkt mit gutem Gewissen zustimmen zu könne.“ Das seien auf der einen Seite genauere gestalterische und planerische Angaben zum Projekt gewesen. Gewichtiger sei aber gewesen, dass der CDU die Zusage fehlte, dass keine Hausärzte aus den Ortschaften in das Hausarztzentrum ziehen werden. Cools: „Die Versorgung in den Ortschaften ist für uns ein ganz besonders wichtiger Punkt.“

Die FDP, die im Vorfeld sich dafür stark gemacht hatte, auch möglichen anderen Investoren die Chance zu geben, ihre Ideen vorzustellen, stimmte dagegen jetzt für den Verkauf. Fraktionsvorsitzender Alexander Alberts: „Wir waren nie gegen die Idee von Hotel und Hausärztezentrum. Uns ging es nur darum, auch anderen die Möglichkeit zu geben, ihr Konzept zu erläutern.“ Nachdem der Bürgermeister nun erklärt habe, dass ihm keine Anfragen vorliegen, gehe es darum, das Projekt endlich zügig umzusetzen.

„Wir sind ja schon seit langem von der Sinnhaftigkeit des Projekts überzeugt“, so Andreas van Bebber. Der SPD-Fraktionsvorsitzende wundert sich über das Nein der CDU, nachdem es vor der Sommerpause noch große Einigkeit im Rat gegeben habe. Es sei wichtig, dass die Investoren nun endlich auch agieren können.