Honig für den guten Zweck Der Imker mit dem Herz für Kinder

Geldern · In Geldern arbeitet er als Wohnmobil-Experte. In seiner Freizeit widmet sich der 54-Jährige seinen 24 Bienen-Völkern und verkauft Honig. Einen Teil des Erlöses stiftet er an ein Kinder- und Jugendhospiz in Düsseldorf.

 Produkt-Palette für den guten Zweck: Marcus Wilks präsentiert Honig und Bärenfang-Likör.

Produkt-Palette für den guten Zweck: Marcus Wilks präsentiert Honig und Bärenfang-Likör.

Foto: Norbert Prümen

Manchmal ist aller Anfang ein Kalauer. „Ich habe mal auf der rechten Rheinseite in Rees-Bienen gewohnt. Dort gab’s in der Nachbarschaft Bienenstöcke. Damals habe ich angefangen, mich mit dem Thema Imkerei zu beschäftigen“, erzählt Marcus Wilks. Bis er sich stolzer Herrscher über eigene Völker nennen durfte, sollte allerdings noch einige Zeit verstreichen.

Der 54-Jährige, der beim Gelderner Unternehmen Gelderland Mobile seine Kunden rund ums Thema Wohnmobile berät, schloss sich 2016 dem Imkerverein Goch-Pfalzdorf an. „Dort habe ich nach und nach von erfahrenen Vereins-Kollegen das Imker-Handwerk gelernt“, sagt Wilks. Inzwischen ist er stolzer Besitzer von 24 Bienen-Stöcken, die sich in der Nähe seines Hauses in Reichswalde befinden und die er mit Unterstützung seiner Frau Antje versorgt. Die Aufgaben eines Imkers sind so vielfältig, dass keine Zeit mehr für andere Hobbys bleibt. „Wenn man das Ganze mit der nötigen Ernsthaftigkeit angeht, muss man mindestens drei Stunden täglich einkalkulieren. Da ich berufstätig bin, ist der Tag damit dann auch schon ausgefüllt“, versichert Wilks.

Längst hat sich die Qualität des Honigs des Wohnmobil-Experten in der Region herumgesprochen. Nicht nur seine Gelderner Arbeitskollegen wissen die cremige Konsistenz und den blumigen Geschmack des Blütenhonigs vom Niederrhein zu schätzen. „Inzwischen habe ich sogar Kunden aus Nimwegen, die mich regelmäßig besuchen, um sich mit ein paar Gläsern einzudecken“, sagt Wilks, der seit einigen Monaten einen Teil des Erlöses für den guten Zweck stiftet.

„Ich habe nach einer Einrichtung gesucht, die ich unterstützen möchte. Dabei bin ich schließlich auf das Kinder-Hospiz ,Regenbogenland’ in Düsseldorf gestoßen. Man darf die Augen nicht davor verschließen, dass manchmal auch Kinder von tödlichen Erkrankungen betroffen sind“, erklärt der Hobby-Imker. Ein Glas des leckeren Blütenhonigs kostet sechs Euro – ein Euro ist davon für die Einrichtung bestimmt. Wenn Wilks seinen Kunden von der Einrichtung erzählt, legen diese oftmals gerne nochmal etwas drauf. Auf diese Weise hat der Bienenzüchter innerhalb kurzer Zeit bereits rund 350 Euro für das „Regenbogenland“ gesammelt und trägt somit seinen Teil dazu bei, dass todkranken Mädchen und Jungen letzte Wünsche erfüllt werden können.

Zurück zum Imker-Handwerk. Aktuell sind Marcus und Antje Wilks in erster Linie damit beschäftigt, Gläser abzufüllen und schon einmal die nächste Saison vorzubereiten. Ein Stock umfasst im Winter höchstens 10.000 Bienen. Die Zahl schnellt im Frühjahr und Sommer auf bis zu 50.000 hoch, wenn die Insekten aus den Eiern der Königin geschlüpft und für ihren unermüdlichen Arbeitseinsatz bereit sind. „Pro Volk fallen bis zu 35 Kilo Honig und damit ungefähr 70 Gläser ab“, sagt der Fachmann. Die Tiere sammeln dabei stets die Blüten in der unmittelbaren Umgebung ein. Wilks: „Die Honigbienen wählen immer den kürzesten Arbeitsweg. Deshalb habe ich mich auch nicht auf eine bestimmte Sorte spezialisiert, sondern lasse ihnen die Freiheit, einfach einzusammeln, was sie gerade vor Ort finden.“

Das Ergebnis schmeckt nach einhelliger Meinung des treuen Kundenstamms, der kontinuierlich wächst, ausgezeichnet. Zwar hat Marcus Wilks ab und an auch schon Werbung in eigener Honig-Sache gemacht. Und hat seine Spezialitäten, zu denen auch der „Bärenfang“-Honiglikör gehört, beispielsweise bei Veranstaltungen seines Imkervereins oder beim „Tag der offenen Gärten“ im Kreis Kleve präsentiert. Doch Mund-zu-Mund-Propaganda ist alles, was in Sachen Blütenhonig aus dem Hause Wilks durchaus wörtlich zu nehmen ist.

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