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Geldern: Heute Bombenentschärfung in Geldern

Geldern : Heute Bombenentschärfung in Geldern

380 Helfer sind heute im Einsatz, wenn am Mittag der Fünf-Zentner-Blindgänger am St.-Clemens-Hospital geborgen wird. Rund 150 Patienten werden fortgebracht. Anwohner müssen ihre Häuser räumen. Einsatzzentrale ist beim THW.

Im Umkreis von 250 Metern rund um den Fundort der Bombe müssen etwa 120 Anwohner heute bis 11.30 Uhr ihre Wohnungen verlassen (siehe Grafik, innerer Ring). Die Betroffenen sind mit Hauswurfzetteln informiert worden, eine Notunterkunft wird im Rathaus eingerichtet. "Wer nicht weiß, wo er hingehen soll, kommt hierher", so Stadt-Sprecher Herbert van Stephoudt. Im Radius von 500 Metern darf ab 12 Uhr niemand mehr im Freien sein, entsprechend werden die Straßen gesperrt (siehe Grafik, äußerer Ring).

Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Montag in der Nähe der alten Parkplätze am Clemens-Hospital im Boden ausgemacht. In einem Krisenstab laufen seitdem die Planungen von Stadt, Rettungsdiensten, Kreis und Krankenhaus. Bis zum Nachmittag stand noch die - inzwischen ausgeräumte - Befürchtung im Raum, dass in der Nähe noch eine zweite, größere Weltkriegsbombe liegen könnte.

Etwa 100 Patienten der Klinik werden in der Sporthalle Am Bollwerk untergebracht, etwa 50 weitere in der nahen Sporthalle der Gelderland-Klinik, die außerhalb der Evakuierungszone liegt. Die Krankentransporte beginnen heute um 8 Uhr früh. "In der Turnhalle richten wir quasi ein komplettes mobiles Krankenhaus ein", erklärte Christoph Weß, Kaufmännischer Direktor des Hospitals. Zur Ausstattung gehören eine Notstrom-Einrichtung, Untersuchungsgeräte wie EKG oder Ultraschall bis hin zu Vorrichtungen für Wiederbelebungen. Auch eine Isolier-Station wird eingerichtet. "Wir evakuieren stationsweise - die Abteilungen ziehen mit Pflegern, Oberärzten und Fachärzten in die Turnhalle um", so Weß. Patienten auf der Intensivstation sollen nach vorläufiger Planung im Hospital bleiben: "Das ist eine Risiko-Abwägung. Das Risiko, die Patienten aus dem Haus zu holen, wird derzeit als höher eingeschätzt, als wenn sie im Krankenhaus bleiben."

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Besucher sollten heute nicht ins Hospital kommen. Wer es aus besonderen Gründen unbedingt will, wird gebeten, unter Telefon 02831 3900 Rücksprache zu halten.

Für die Schüler von Realschule an der Fleuth und Sekundarschule ist der Unterricht spätestens nach der vierten Stunde beendet, der Schülerverkehr fährt entsprechend. An verschiedenen Straßen werden Halteverbote für Autos eingerichtet, damit Einsatzfahrzeuge und Busse durchkommen. Unter anderem darf auf dem kompletten Boeckelter Weg kein Wagen mehr stehen, denn über diese Route laufen die Krankentransporte für die Evakuierung des Hospitals. Auf der Herzogstraße gilt ein einseitiges Halteverbot in Richtung Egmondstraße. Die Busse der Linie 36 und der Stadtlinien SL 1 bis SL 9 werden ab etwa 12 Uhr umgeleitet.

Zur Einsatzzentrale der Rettungsdienste wird das THW-Gebäude an der Burgstraße. Die Rettungskräfte in Bereitschaft versammeln sich mit ihren Fahrzeugen an der Diskothek E-Dry. Gut 380 Helfer kommen rund um die Aktion zum Einsatz, darunter 60 Mitglieder des Klinikpersonals, 80 Feuerwehrleute, 60 Polizisten sowie Helfer von THW, Rotem Kreuz und Maltesern.

Über alle Planungen bestimmt der Kampfmittelräumdienst, also die Bezirksregierung Düsseldorf. Wann die Bombe entschärft sein wird, sei nicht einzuschätzen, hieß es. Entwarnung wird über Lautsprecherdurchsagen in den Straßen und die Presse gegeben.

(RP)