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Herongen setzt in Coronazeiten auf Nachbarschaftshilfe

Aktion in Zeiten von Corona : Herongen setzt auf Nachbarschaftshilfe

Gabriele Böhm hat auf Facebook eine Initiative gestartet, um Schwache vor Corona zu schützen.

Als Touristikerin hat Gabriele Böhm momentan viel Zeit. „Die Branche liegt darnieder“, sagt die Herongerin. Untätig ist sie deshalb nicht. Sie hat am Donnerstag die Facebook-Gruppe „#Nachbarschaftschallenge Herongen“ gestartet. Ihr Ziel: Gerade schwachen Menschen durch Unterstützung ermöglichen, sich nicht der Coronavirus-Gefahr auszusetzen.

Das Vorbild hat die 58-Jährige in Österreich entdeckt. Dort haben sich Nachbarn überlegt: Wer gehört zur Risikogruppe, ist also beispielsweise Diabetiker oder Asthmatiker? Wer ist bedürftig? Hilfswillige warfen Zettel mit ihrem Namen und ihrer Telefonnummer in die Briefkästen der Betroffenen, boten ihre Unterstützung an beim Gassigehen, beim Einkaufen, beim Abholen von Rezepten in der Apotheke. „Da klappt das“, berichtet Gabriele Böhm. Und sie ist überzeugt, dass das auch in Herongen funktioniert. Der Start stimmt sie optimistisch. „Die Gruppe hat schon 43 Mitglieder“, sagte sie am Freitag. Lob hat sie bekommen. Zum Beispiel von Annemarie Fleuth.

„Das ist eine klasse Idee, genau goldrichtig in dieser Zeit“, meint die Heronger Ortsvorsteherin. Sie will mit ihren Netzwerken diese Idee verbreiten helfen, beim Heronger Treff, in den Geselligen Vereinen, deren Vorsitzende sie ist, und in der Straelener CDU, deren Fraktion sie führt. Gabriele Böhm ist froh über jeden, der ihre Facebook-Gruppe teilt. Mit ihr kann man auch unter Telefon 0172 9943723 Kontakt aufnehmen. Und sie hofft auf Nachahmer auch in anderen Kommunen.

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Es ist der Initiatorin vor allem wichtig, Panik zu vermeiden. „Wir müssen die Situation im Rahmen der Möglichkeiten im Griff halten.“ Auch komme es darauf an, niemanden auszugrenzen, keinen allein zu Hause sitzen zu lassen. Gerade für ältere und geschwächte Menschen, von denen viele zur Corona-Risikogruppe gehören, möglichst viele Gänge zu erledigen, um ihnen den Kontakt mit vielen anderen Menschen zu ersparen, ist die eine Seite. Doch dann geht es um die Kommunikation, um die Vermittlung des Gefühls, dass niemand vergessen wird. Warum nicht, wenn es risikolos ist, die guten alten Gesellschaftsspiele wieder hervorholen? Oder gemeinsam leichte Gymnastikübungen machen? Und notfalls per Telefon melden. Da könne man zum Beispiel die Zeitung vorlesen. Wer über Internet verfügt, könnte kurze Filme produzieren und reinstellen.

Für sich selber hat Gabriele Böhm sich vorgenommen, viel an der frischen Luft aktiv zu sein. Zum Beispiel bei den Gartenarbeiten, die jetzt anstehen.