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Infrastruktur in Straelen: Herongen braucht ein Gesamtkonzept

Infrastruktur in Straelen : Herongen braucht ein Gesamtkonzept

Die Diskussion um die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt hat gezeigt: In der Straelener Ortschaft muss über viele Bereiche nachgedacht werden. In Rede steht die Bildung einer Arbeitsgruppe.

Es gibt einige Risse, besonders an Kanalanschlüssen, es gibt Dellen in Rinnen und Borden, an einigen Stellen ist der Belag abgeplatzt. Doch im Großen und Ganzen sei die Ortsdurchfahrt Herongen technisch in Ordnung, meint Straelens Baudezernent Harald Purath. Das mag auch daran liegen, dass die Trasse früher ein Teilstück der Bundesstraße 60 und deshalb vom Ausbaustandard her höherwertig war. Doch jetzt sollen das Endstück der Kiewittstraße, die Bergstraße und die Niederdorfer Straße umgestaltet werden. Und dabei, wünschen sich viele Heronger, könnte man gleich weitere Probleme in der Ortschaft mit anpacken.

Das zeigte sich zuletzt in den beiden Informationsveranstaltungen zum Thema, die im Februar durchgeführt wurden und laut Purath sehr konstruktiv und weitgehend ohne Emotionen verliefen. Da ging es nicht nur darum, den Verkehr auf der Ortsdurchfahrt langsamer und damit sicherer zu machen. Viele sind im Ort mit Tempo 60 unterwegs, hatten Geschwindigkeitsmessungen im September 2018 ergeben. Sogar die 100 erreichte die Tachonadel bei einigen Autos. Vor allem auf der Bergstraße ortseinwärts wird laut Purath auf Gaspedal gedrückt. Fahrbahnverschwenkungen, Fahrbahnverengungen und Markierungen stehen als „Bremsmittel“ in Rede, wobei die geplante Reduzierung der Fahrbahnbreite von vielen Bürgern positiv beurteilt wird. Blitzer und Stopp-Schilder sind weitere diskutierte Elemente.

Doch nur eine schönere Ortsdurchfahrt reicht den Herongern nicht. Es wird vielmehr ein Gesamtkonzept gewünscht mit dem Fokus darauf, mehr Leben in den Ort zu bringen. Ein Ziel, das sich auch der Ende vorigen Jahres gegründete Verein „Oss Dörpke“ gesetzt hat. Mehr Attraktivität verspricht man sich unter anderem durch die Sanierung der Infrastruktur, durch mehr Bauland.

Durch Schilder werden Autofahrer auf die Schule hingewiesen. Foto: Stadt Straelen

Vielen fehlt ein zentraler Marktplatz, der nicht nur als Parkplatz, sondern auch als Veranstaltungsraum genutzt werden könnte. Allgemein herrscht die Meinung, es sollte mal „Geld in Herongen“ investiert werden.

Allein für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt sind in der Finanzplanung 2021 und 2022 insgesamt 2,4 Millionen Euro sowie dazu gehörige Beitragseinnahmen von 800.000 Euro berücksichtigt. Summen, die je nach Ausweitung der Maßnahmen entsprechend angepasst beziehungsweise in einem neuen Ansatz ausgewiesen werden müssten.

Mehr als ein Parkplatz soll der von vielen gewünschte zentrale Dorfplatz sein. Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Straelens Baudezernent Purath ist froh, dass nun voraussichtlich ein Gesamtpaket, ein Dorfentwicklungskonzept für Herongen geschnürt wird. „Man sollte das auch nicht auf die lange Bank schieben, denn gerade jetzt möchten viele Heronger aktiv werden und mitreden.“ Gastronomie, Einzelhandel, Jugend und Schule, das sind neben der Straßengestaltung einige weitere Themen, die angepackt werden müssten.

Am besten in einer kurzfristig zu installierenden Planungsgruppe, die alle Anregungen aus den Infoveranstaltungen aufgreift, lösungsorientiert aufarbeitet beziehungsweise angemessene Alternativen entwickelt. So hatte es die CDU für die jüngste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Umwelt beantragt. Eine Beratung darüber wurde auf die Ratssitzung am 26. März verschoben. Besonders die Verkehrsberuhigung, die Verkehrssicherung, der Radverkehr, die Attraktivierung und Belebung und der Marktplatz als zentrale Dorfmitte sollen laut CDU in der Gruppenarbeit thematisiert werden. Auch Härtefallregelungen für bedürftige Anwohner entlang der geplanten Strecke sollen bei den Sitzungen der Gruppe ein Punkt sein.

Bis die ersten Baumaschinen anrollen, wird es noch dauern. Die Kostenermittlung könnte nach Puraths Einschätzung noch in diesem Jahr erfolgen. Unabhängig von der Planungsgruppe sollte es seiner Meinung nach zu Treffen mit den Anliegern kommen. Das Beantragen und die Bewilligung von Fördermitteln wären 2021 an der Reihe. Dann könnte 2022 mit der Maßnahme gestartet werden.