Geldern: Herbert Derksen (Linke)

Geldern: Herbert Derksen (Linke)

Er ist über Umwege zu den Linken gekommen: Herbert Derksen hat seine politische Arbeit in den späten 80-er Jahren bei den Grünen aufgenommen. "Aber die haben sich zu schnell in die Macht verliebt und ihre Ideale vergessen", sagt der 54-Jährige. Damals sattelte er um auf die WASG, die 2007 gemeinsam mit der einst ostdeutschen PDS zur Linken wurde.

Aufgewachsen ist Derksen im Münsterland, studiert hat er in Wuppertal. Auch das auf Umwegen, denn der heutige Kleve stammt "aus einer nicht wohlhabenden Familie", wie er sagt. Die verwitwete Mutter hatte fünf Kinder zu erziehen, da stand das Gymnasium zunächst nicht zur Debatte. "Ich lernte Physikalisch-Technischer Assistent, machte auf dem 2. Bildungsweg Abitur und nahm dann das Studium auf." Herbert Derksen wurde Physiker und ist heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klever Hochschule (Fachbereich Technologie und Bionik) beschäftigt.

Als er 2011 nach Kleve kam, schien ihm die Linke die "einzige soziale Partei". Alle übrigen hätten sich der Ideologie der Wirtschaft angepasst. "Denken Sie nur an die Lockerung des Kündigungsrechtes oder die Einführung des Niedriglohnsektors." Wenn Sozialleistungen gekürzt werden oder die Rente nicht ausreicht, sind das für Derksen Skandale. Sein politisches Vorbild ist Gregor Gysi, dessen Persönlichkeit ihn beeindrucke. Derksen hat sich selbst als Kandidat ins Spiel gebracht; ihn qualifiziere seine Lebenserfahrung. In den lokalen Themen kenne er sich nicht so aus; für seine Studenten wären aber bessere Zugverbindungen wichtig.

(nik)