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Geldern: Heiligabend – familiär oder in der Disco?

Geldern : Heiligabend – familiär oder in der Disco?

Einige schätzen die gemütliche Atmosphäre zu Hause, andere möchten auch an den Weihnachtstagen nicht auf ihre Freunde verzichten. Wer ausgehen will, trifft zum Beispiel im Klever Radhaus auf Gleichgesinnte.

Kleve Eines steht für Lena Breitenfeld jetzt schon fest: Heiligabend wird sie nicht nur zu Hause verbringen. Stattdessen wird sie sich mit Freundin Elena Pantelatos auf den Weg in das Klever Radhaus machen. Im vergangenen Jahr war die 19-Jährige zum ersten Mal an Heiligabend dort. "Die Stimmung war einfach super", erinnert sie sich.

 Die 16-jährige Anne Heckens aus Kevelaer feiert Weihnachten traditionell mit ihren Eltern.
Die 16-jährige Anne Heckens aus Kevelaer feiert Weihnachten traditionell mit ihren Eltern. Foto: Thomas Binn/Gerhard Seybert (4)

Während sie sich für den Abend in der Disco fertig macht, steckt auch Anne Heckens mitten in den Vorbereitungen. Die 16-Jährige übernimmt am Heiligen Abend als Messdienerin in St. Antonius Kevelaer den Altardienst. Um 21 Uhr geht die Messe los. Kirche und Heiligabend, das passt für die Schülerin aus Kevelaer gut zusammen. "Für mich gehört es einfach dazu, die eigentliche Geschichte von Weihnachten zu hören", sagt die 16-Jährige.

Lena dagegen war zu Weihnachten noch nie in der Kirche. Warum das Fest gefeiert wird, weiß sie trotzdem. "Weil Jesus da geboren ist. Ich hatte doch Reli-Unterricht in der Schule", sagt sie bestimmt.

Lenas Eltern haben nichts dagegen, dass sie ihre Tochter nicht den ganzen Abend um sich haben. "Natürlich esse ich mit meiner Familie, aber da bleibt noch viel Zeit, um den Rest des Abends auszugehen. Denn nach dem Essen ist bei uns nicht mehr viel los", sagt Lena.

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An einem typischen Heiligen Abend beginnen ab 18 Uhr die Vorbereitungen in der Küche der Familie Breitenfeld. "Da es meistens Raclette gibt, muss nur einiges geschnibbelt werden", sagt die Abiturientin. Ab 19.30 Uhr wird gegessen und es werden Geschenke ausgepackt. "Wir bleiben noch eine Weile am Tisch sitzen und dann ist der Heiligabend auch schon vorbei."

Gerade der Abend vor dem ersten Weihnachtstag sei gut dazu geeignet, zum ersten Mal ins Klever Radhaus zu kommen, meint Lena. "Ich finde, an diesem Abend kommt man viel schneller ins Gespräch mit den Leuten".

Unter den Gästen herrsche eine weihnachtliche Stimmung und es gehe sehr familiär zu. Viele Studenten, die für ihr Studium weggezogen sind, würden gerade diesen Abend nutzen, um alte Bekannte zu treffen. Auf Facebook haben sich auch schon einige eingetragen, die sich den Café-Abend im Radhaus auf keinen Fall entgehen lassen wollen.

Die meisten würden sich im Café des Radhauses treffen, weil die Musik dort so leise ist, dass eine Unterhaltung noch möglich sei.

Während die Neuigkeiten ausgetauscht werden, wird an einer Tasse mit heißem Glühwein genippt und sich über die Geschenke ausgetauscht. Am ersten Weihnachtstag heißt es für Lena allerdings früh um neun Uhr aufstehen. Denn um zehn Uhr trifft sich die Familie zum Brunch.

Auch Anne verbringt den ersten Weihnachtstag mit der ganzen Familie, sprich Onkeln, Tanten und Cousinen. Mit Freunden trifft sie sich dagegen eher nicht an den Weihnachtstagen.

Nur Familie, das findet die 16-Jährige gut, weil einfach alle Zeit haben. Die Bescherung findet am Heiligen Abend zusammen mit der Oma, den Eltern und Bruder Martin statt. Der liest manchmal etwas vor. "Nicht nur das Lukas-Evangelium mit der Weihnachtsgeschichte, sondern ganz unterschiedliche Sachen", sagt Anne.

Sie greift zur Querflöte und musiziert. Was sie am schönsten findet an Weihnachten, die Geschenke, das gemütliche Beisammensitzen oder das gute Essen, das kann sie gar nicht sagen. "Ich freue mich am meisten auf alles", sagt Anne lächelnd.

Lena dagegen mag lieber die vorweihnachtliche Zeit "mit Plätzchen backen und Schnee", zählt die 19-Jährige auf. Der 24. Dezember ist für sie schon fast der Abschluss von Weihnachten, deswegen sei ihr die vorweihnachtliche Zeit lieber.

(bimo)