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Haus Ingenray in Geldern-Pont wird zur Tagungs-, Begegnungs- und Forschungsstätte

Tagungs-, Begegnungs- und Forschungsstätte in Pont : Große Fortschritte auf Haus Ingenray

Der Kreis Klever Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff besuchte das Anwesen in Pont, um sich ein Bild über die Sanierungsmaßnahmen zu machen. Das erstmals 1387 erwähnte Anwesen dient als Sitz der Emilie und Hans Stratmans-Stiftung und wird gegenwärtig in eine öffentliche Tagungs-, Begegnungs- und Forschungsstätte umgewandelt.

Der Kreis Klever Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff besuchte ‚Haus Ingenray‘ in Pont, um sich ein Bild über den Fortgang der umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zu machen, die mit 210.000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm VIII des Bundes gefördert werden. Für die Förderung hatte sich der Abgeordnete neben seinen Kollegen aus dem Kreis bei der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, eingesetzt. Die Bundesförderung schaffte zudem die Grundlage für weitere Fördermaßnahmen auf Landesebene.

 Das erstmals 1387 erwähnte Anwesen dient als Sitz der Emilie-und-Hans-Stratmans-Stiftung und wird gegenwärtig in eine öffentliche Tagungs-, Begegnungs- und Forschungsstätte umgewandelt, die sich der Vermittlung der Geschichte, Kunst und Kultur des Gelderlandes und des Niederrheins widmet. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Gerd Koppers, bedankte sich beim Abgeordneten für seinen Einsatz: „Der immense Finanzierungsaufwand der ersten Bauabschnitte wäre ohne Bundesmittel nicht zu stemmen gewesen“, erklärte Koppers, der Rouenhoff gemeinsam mit Stiftungsdirektor Matthias Schrör durch das denkmalgeschützte Haupthaus, die derzeitige Baustelle und den weitläufigen Park führte. Ausführlich erörterten sie Hintergrund, Konzeption und Strategien der Stiftung. „Ich freue mich sehr, dass Haus Ingenray in eine Tagungs-, Begegnungs-, und Forschungsstätte umgewandelt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Denn der Ort ist ein echtes Juwel — nicht nur für die an Heimat, Brauchtum und Geschichte interessierten Bürger. Die jüngsten Fortschritte auf dem Anwesen sind vor allem denjenigen zu verdanken, die sich seit Jahren mit großem Engagement für den Erhalt von Haus Ingenray eingesetzt haben“, so Rouenhoff.

Haus Ingenray zählt zu den ältesten Bauwerken im Stadtgebiet Gelderns. Es diente Adeligen in der Gefolgschaft der Herzöge von Geldern als wehrhaftes, von Wassergräben umgebenes Anwesen, das auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken kann. Seinen spätmittelalterlichen Charakter hat das denkmalgeschützte und bald öffentliche Gebäude bis heute bewahrt. Der Bauunternehmer Hans Stratmans († 2015) hatte es Anfang der 60er Jahre erworben und aufwändig restauriert. Mit seiner Frau Emilie († 2013) pflegte und vermehrte er eine umfangreiche historische Sammlung, darunter eine bis zur Römerzeit zurückreichende Münzsammlung, jahrhundertealte Kupferstiche und kostbare Bände aus der Frühzeit des Buchdrucks.

„Im Haus Ingenray wird die reiche Tradition des einst von der Nordsee bis nach Maastricht reichenden Gelderlands in vielfältiger Weise lebendig“, so der Historiker Schrör. Das im Bau befindliche Hausarchiv wird die einzigartigen Bestände beherbergen, das Museum in thematisch wechselnden Ausstellungen präsentieren und multimedial aufbereiten. Dafür werde ein erheblicher Teil der Archivalien digitalisiert und zugleich Wissenschaftlern, Heimatforschern und Interessierten außerhalb Gelderns zugänglich gemacht, sagte Koppers. Auch die Zeit nach der hoffentlich bald überwundenen Corona-Pandemie hat die Stratmans-Stiftung fest im Blick: Die noch dieses Jahr entstehenden modernen Versammlungsräumlichkeiten werden vielfältigen wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen wie Tagungen, Lesungen, Kabarett oder Konzerten zu Gute kommen.