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Hartefeld feiert seinen Karnevalszug 2019

Hartefeld : Das „Dorf mit H“ außer Rand und Band

Mehrere Tollitäten gaben sich bei dem Zug die Klinke in die Hand. Kurze Zitterpartie, ob die Veranstaltung abgesagt werden musste wie in 2016. Gäste aus den Nachbarorten waren Teil des Zuges.

Schon von Weitem waren Rauch, blinkende Lichter und ein grimmig grinsendes Gespenst zu erkennen. Aus den Boxen am Hartefelder Dorfplatz schallte es laut: „Jetzt geht’s los. Hier spielt die Musik.“ Tatsächlich ging es los. Am Straßenrand waren die Besucher und Hartefelder in bester Feierlaune. Das grimmige Gespenst kündigte die St. Georgs Pfadfinder Hartefeld an. Verkleidet waren sie als die legendären Ghostbusters. Das Gespenst oben auf dem Wagen war ihr Maskottchen. Zuvor hatte die „Helau“-rufende Menge schon der Zugleitungswagen passiert. Brudermeister Winfried „Winni“ Rinass äußerte sich zu der kurzen Zitterpartie. Denn wegen Sturmwarnung war es nicht sicher gewesen, ob der Zug ziehen durfte. Damit haben die Hartefelder Erfahrung. 2016 musste er schon einmal abgesagt werden. Die findigen Hartefelder veranstalteten dafür im April einen Sambazug.

Diesmal gab es aber grünes Licht für den echten Karnevalszug. Und Sonne gab es noch obendrauf. Die hatte eine KKG-Dame mitgebracht, verriet sie. Auf dem Wagen der KKG warf Prinzessin Laura I. händeweise Süßigkeiten in die jubelnde Menge. Mit an Bord war auch die Gelderner Drachentochter Claudia Degenhardt. Handgemachte Musik gab es von den Mood Trumpets und den Bergknappen Geldern.

Ihren Wagen zum Beben brachten die Männer rund um Prinz Andreas I. Bei ihrem Schlachtruf „Hurra, Hurra, die Veerter, die sind da!“ hüpften sie im Prinzenwagen auf und ab und versetzten ihren fahrbaren Untersatz ordentlich in Schwingung. Begleitet von den Klängen des Spielmannszugs Blau-Weiß rollte Hartefelds Prinz Fabian I. am närrischen Volk vorbei. Es war sein großer Tag. Dass auch ernste Themen ihren Platz im Karneval haben, bewiesen die Fusionisten. „Alles unter einem Hut“ lautete ihr Motto. Dabei ging es um das Tauziehen der Kirmesorganisation. Früher machte das der Verein, der zum Beispiel Jubiläum hatte. Seit 2018 hat die Vereinsgemeinschaft die Organisation inne. Mit einem aufwendig gebastelten Vereinsbaum wurde das gut dargestellt. Einen wunderbaren Mottowagen hatte auch die St.- Antonius-Schützenbruderschaft am Start. Das Thema: Zirkus. Mit einem riesigen Stoffteddy und vielen Tierfiguren war der Wagen aufwendig geschmückt.

Mit Hans Glock, einem Schaufensterdekorateur, hat die Gruppe auch einen Profi dabei, verriet Moderator Herbert van Stephoudt. Er wurde nicht müde, die Menge zu immer neuen Helau-Rufen herauszufordern. Die Mitglieder der Marianischen Bruderschaft Vernum waren als Darsteller der Sesamstraße mittendrin, als „Bob, der Saufmeister“ reihte sich die Landjugend Kerken in den Zug ein, die Ponter von Pontifex Maximus waren mit einem Handwagen unterwegs. Als Ägypter war die Nachbarschaft „(Und) Vernum (ft) mit dabei. „Es werden immer mehr“, stellt Brigitte Kühle begeistert fest. Seit 40 Jahren feiere sie den Karneval in Hartefeld mit. Und der sei „einfach toll“.