Rosenmontag in Geldern-Hartefeld: Hartefeld feiert Hoppi und die Mett-Garde

Rosenmontag in Geldern-Hartefeld: Hartefeld feiert Hoppi und die Mett-Garde

Die Antonius-Bruderschaft stellte einen bunten Rosenmontagszug zusammen; der Marktplatz wurde zum närrischen Epizentrum erklärt. Ein kurzer Schneeschauer konnte die Karnevalisten nicht stoppen. Gastmusiker aus Buxtehude.

Dass man in dem "Dorf mit H" weiß, wie Karneval gefeiert wird, wurde auch in diesem Jahr eindrucksvoll bewiesen. Dieses Mal war es der Antonius-Bruderschaft Hartefeld sogar gelungen, einen "echten Bummelzug" auf die Strecke zu schicken, der mit gefühlten 1,2 km/h über die Dorfstraße preschte und in gerade mal 35 Minuten am Markt "vorbeijagte".

Heiße Fritten ´gab es bei der Marianschen Bruderschaft Vernum. Foto: ützt

Zehn Fußgruppen einschließlich drei Musikvereinen und sieben Motivwagen bildeten den Rosenmontagzugzug, der durch die Bruderschaft organisiert und angeführt wurde. Aus den Flöten des Spielmannszuges der Bergknappen ertönte Schunkelmusik, es folgte ein "Bunter Haufen Pfadfinder". Die Mariansche Bruderschaft Vernum schmückten den Zug als heiße Fritten in Tüten. Die KKG Geldern mit Prinzessin Leonie I. war mit einer großen Abordnung vertreten und warfen mit vollen Händen Geschenke in die närrische Menge.

Der Spielmannszug Blau-Weiß hatte Verstärkung von befreundeten Musikern aus Sauensiek bei Buxtehude. Foto: ützt

Am Rande des Zuges blieb Herbert van Stephoudt ausreichend Zeit, um die Besucher an der Strecke humorvoll mit Informationen zu versorgen und zum Mitfeiern zu stimulieren.

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Die Mood Trumpets zogen "Atemlos durch die Nacht", während die Antonius-Bruderschaft Hartefeld als laufende Lego-Steine die knapp 1000 Narren am Marktplatz zum Mitfeiern animierten. Die Hula-Hulas mit ihren Baströckchen wurde extra aus Hawaii eingeflogen, um endlich mal Bier in Hartefeld trinken zu können. Die Fusionisten überzeugten mit einem Prachtwagen, auf dem der Big Ben, mit originalen Glockengeläut versehen, aufgebaut wurde und brachten in ihren Robin Hood-Kostümen zum Ausdruck, dass der Brexit ein Schritt zurück ins Mittelalter sei.

Am Ende des Zuges wurde es dann richtig fett: Prinz Hoppi I. mit seiner Mett-Garde, die gerade ein Pöksen (Schlecht für Issum: Es war wohl der Prinz) für frisches Mett durch den Fleischwolf drehten, thronten und strahlten über ganz Hartefeld. "Helau, Prinz Hoppi, Blau-Weiß", die Narrenschar jubelte lauthals und wild gestikulierend ihrer 55. Tollität zu. "Der Karneval wird richtig fett, denn Prinz Hoppi isst auch gerne Mett", lautet das Sessionsmotto. Statt, wie man hätte vermuten können, mit Mettwürstchen, -brötchen oder gar einem Mettigel zu werfen, griff der Prinz "mett seiner Garde" dann doch zu konservativem Wurfmaterial. Unterstützung fand der dabei durch den Bürgermeister Sven Kaiser und seinen beiden Stellvertretern, Rolf Pennings und Bärbel Wolters sowie dem Redaktionsleiter der Rheinischen Post in Geldern, Dirk Möwius. Wer nach dem Zug noch nicht nach Hause wollte, konnte zu "Schunkel- und Mitsingmusik" auf dem Markt weiter feiern oder zur fortgeschrittenen Stunde in der Vereinsgaststätte "Zur Dorfschmiede" den Rosenmontag ausklingen lassen.

(ütz)