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Hackerangriff mit Maske auf den digitalen Unterricht am Straelener Gymnasium

Störung im digitalen Unterricht : Hackerangriff auf das Straelener Gymnasium

Ein Unbekannter klinkte sich maskiert in den digitalen Unterricht ein. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Schüler hatten den Vorfall gemeldet.

Am Gymnasium Straelen ist es in der vergangenen Woche zu zwei Hackerangriffen gekommen. Das bestätigte die Kreispolizeibehörde Kleve am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion. Die Vorfälle ereigneten sich am Mittwoch und Donnerstag. Betroffen war der Online-Unterricht von zwei Klassen der Jahrgangsstufe elf.

Wie Anna Stammen, Pressesprecherin der Kreispolizei, weiter mitteilte, handelt es sich bei dem Täter um einen Mann. Er saß am Mittwoch maskiert vor seinem Rechner und spielte Video-Sequenzen ein. Am Donnerstag wiederholte er seine Attacke, diesmal trug er keine Maske. Die Polizei machte keine Angaben darüber, wie lange der Unterricht unterbrochen werden musste.

Laut Polizeisprecherin erstatteten zwei Schülerinnen Anzeige. Die Kriminalpolizei nahm daraufhin die Ermittlungen auf wegen des Aus­spähens von Daten.

Die Beamten standen auch bei einem Mann auf der Matte, dessen Name gleich lautete wie der Fake-Name, mit dem der Hacker sich im Netzwerk der Schule angemeldet hatte. Der Mann konnte glaubhaft machen, mit der Sache nichts zu tun zu haben.

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Angriffe auf den digitalen Unterricht häufen sich an Schulen in letzter Zeit. Am Gymnasium in Wegberg hatten Unbekannte Videoaufnahmen vom Distanzunterricht mitgeschnitten und ins Internet gestellt. Sie hatten die Videokonferenz auch durch Geräusche gestört und verkündet, dass der digitale Unterricht ausfalle. Als Konsequenz wurde der digitale Schulunterricht erst einmal ausgesetzt.

Auch am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Düsseldorf-Benrath sorgten Störmanöver mit lauter Musik und Zwischenrufen  für Diskussionen, zwei Lehrer berichteten den Eltern auch über pornografische Geräusche und Tierlaute. Hier wurden die Videokonferenzen für einige Tage ausgesetzt. Einige Schüler sollen sich unter falschem Namen angemeldet haben, teilweise seien Namen anderer Kursteilnehmer genutzt worden.

Ein Extrembeispiel gab es in Telgte bei Münster. Da hatte sich ein Mann in eine Videositzung von Fünftklässlern eingeschaltet und den Schülern nackt gezeigt.

(kla/zel)