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Grüne in Geldern stellen ihr Wahlprogramm vor

Wahlprogramm der Grünen Geldern : Klimaschutz macht Geldern attraktiver

Die Grünen hoffen, im neuen Rat deutlich gestärkt ihre Politik umsetzen zu können. Man geht von einem wesentlich besseren Ergebnis als bei der vergangenen Wahl aus und spricht von „20 Prozent plus X“.

„Klimaschutz“ ist mittlerweile ein Thema in allen Wahlprogrammen. Das freut Gelderns Grüne auf der einen Seite. Doch sie fragen auch kritisch, warum es dann nicht vorangeht? „Man braucht in der Stadt eine Bereitschaft, neu zu denken“, sagte Martina Wolters im Pressegespräch zur Vorstellung des Wahlprogramms. Dafür wollen die Grünen die „treibende Kraft“ sein und hoffen, im neuen Rat deutlich gestärkt ihre Politik umsetzen zu können. Man geht von einem deutlich besseren Ergebnis als bei der vergangenen Wahl aus. „20 Prozent plus X dürfen es ruhig werden“, sagt der Ortsverbandssprecher Stefan Kierek. Damit würde die Fraktion auf acht Ratsmitglieder wachsen.

Geldern kann bis 2030 klimaneutral sein, davon sind die Grünen überzeugt. „Man kann vor Ort einiges machen, man muss nur ehrgeizig sein“, sagt Ratsmitglied Thomas Krause. Auch in Geldern gebe es schon gute Ideen – nur an der Umsetzung hapere es. „Viele bekennen sich zum Klimaschutz, aber werden am Ende nicht aktiv oder lehnen entsprechende Vorschläge ab“, sagt auch Claudia Molderings, Schriftführerin des Ortsverbandes. Als Beispiel nennt man die Idee, 35.000 Bäume in Geldern zu pflanzen. Dafür gebe sich die Stadt bis 2030 Zeit – und fange nur ganz langsam an.

Dabei wäre Klimaschutz aus Sicht der Grünen auch aktive Wirtschaftsförderung. Etwa bei der Innenstadtgestaltung. Man sollte nicht über Parkplätze sprechen, sondern vor allem deutlich mehr Grün in die Stadt bringen. Das erhöhe die Aufenthaltsqualität und mache die Stadt attraktiver. „Eine Stadt muss einladend sein, das Umfeld muss stimmen, so Kierek. Dafür gehören für die Grünen auch Aktivitäten wie die des Feierabendmarktes. „Ohne Corona wäre unser Antrag schon umsetzt. Schön, dass da alle dafür gestimmt haben. Einige haben geguckt, als hätten die gar nicht mit so einer Idee von uns gerechnet“, sagt Martina Wolters.

Beim Thema „Schulstadt Geldern“ fordern die Grünen, dass in Geldern jedes Kind nach seiner Qualifikation einen passenden Platz wählen kann. Man wünscht sich, dass die Schulen sich weniger als Konkurrenten sehen, sondern gemeinsam über die beste Verteilung der Schüler sprechen. Die Verwaltung könnte das Verfahren moderieren.

„Bezahlbarer Wohnraum“, auch das ist ein Punkt, der 2020 in keinem Wahlprogramm fehlt. „Aber nur wir und die SPD tun auch etwas dafür. Die CDU lässt alle Möglichkeiten verstreichen, wenn es darum geht, wenigstens Mietwohnungsbau einzuplanen“, so Kierek. Nun hoffe man, dass im Neubaugebiet Lüßfeld auch Mieter berücksichtigt werden. Man könne heute Investoren entsprechende Bedingungen stellen. „Und dass im Neubaugebiet in Kapellen auf dem Küppers-Gelände nicht ein einziger Baum vorgesehen ist, macht mich sprachlos“, so Krause. „Noch attraktiver“ sollen die Radwege werden, den Weg von Ortschaft zu Ortschaft wie in die Stadt bequem möglich machen. Auch der Takt der Schul- und Stadtbusse sollte überdacht werden.

Ein kritischer Blick auf die Mitbewerber auch beim Thema „Frauenquote“. Wenn wir die 20 Prozent erreichen, bilden fünf Frauen und vier Männer die neue Fraktion“, betont Thomas Krause.

Mehr zum Programm unter www.gruene-in-geldern.de.