Geldern: Grün, frisch, sehr sensibel

Geldern : Grün, frisch, sehr sensibel

Nicht zu heiß und nicht zu nass darf es sein für die Salatpflanzen von Hermann-Josef Nellessen. Ganz schön empfindlich sind die Pflanzen. Und das schon als kleiner Salatsamen.

Extremes Wetter mag der Salat von Bauer Hermann-Josef Nellessen nicht so gern: Wenn es zu lange trocken ist, braucht er Extrawasser. Wenn es gewittert und hagelt, muss ein feines Netz her, das ihn schützt. Ganz schön sensibel ist dieser Salat. Und das sogar schon, wenn er noch klein ist. Der Salatsamen braucht Schutz und wird daher in ein kleines Erdtöpfchen verfrachtet. So bekommt der Bauer ihn auf dem Hof. Dann geht seine Arbeit so richtig los.

Der Landwirt muss Dünger auf das Feld bringen, bevor der Salat gesetzt werden kann. "Sonst wächst nichts", sagt Nellessen. Dann fahren er und drei Helfer mit dem Traktor und einem Pflanzaufsatz los. Zuerst zieht der Landwirt mit dem Ackerschlepper eine gerade Rille ins Feld. Hinten am Traktor sind fünf schmale Pflanzbänder befestigt — wie Fließbänder im Supermarkt funktionieren die. Die Pflanzer, die auf dem Traktor sitzen, legen jede Salatpflanze einzeln auf das Band. Weil das schräg ist, läuft der kleine Salat in die Rille hinein. Die Pflanzer müssen genau aufpassen und dürfen nicht schlafen. Sonst fehlt später irgendwo eine Salatpflanze. Und der Abstand von 28 Zentimetern zwischen zwei Salatpflänzchen stimmt nicht mehr.

Gesetzt werden kann der Salat nur, wenn das Feld nicht nass ist. Und auch für das Wachstum ist es besser, wenn der Boden nicht wegschwimmt. "Die Pflanze wächst dann zwar auch, braucht aber viel mehr Hilfe", erklärt Bauer Nellessen. Pflanzenschutzmittel muss er dann aufbringen und sich viel mehr darum kümmern, dass es dem Salat auch gut geht. "Deshalb hoffen wir immer auf gutes Wetter", sagt der Bauer.

Fünf Wochen später (im Frühjahr sind es acht Wochen) erntet der Bauer den Salat. Dann kriecht er mit einer dicken Gummihose über das Feld und schneidet genau so viel Salat ab, wie er verkaufen kann. "Das Abschneiden ist der anstrengendste Teil meiner Arbeit", sagt Hermann-Josef Nellessen. Geputzt wird der Salat im Anschluss, verpackt und dann verkauft.

(RP)