Informationsabend zu „Weitsicht“: Großes Interesse an der neuen Schule

Informationsabend zu „Weitsicht“ : Großes Interesse an der neuen Schule

Zum Informationsabend kamen mehr als 80 Leute, auch aus den Nachbarkommunen. Viele Fragen wurden gestellt.

Wenn es nach Janbernd Wolfering geht, kann nichts mehr die Gründung der Freien Realschule Weitsicht in Wachtendonk aufhalten. Der Anwalt aus Düsseldorf begleitet den Prozess der Schulgründung. Gemeinsam mit den 15 Bürgern, die das Ganze ins Rollen gebracht hatten, stellte er sich den Fragen der Eltern.

Mehr als 80 Leute, nicht nur aus Wachtendonk, sondern auch aus den umliegenden Kommunen, interessierten sich für die neue Realschule. Aus Straelen waren Eltern gekommen, die nach einer Alternative zur dortigen Sekundarschule und dem Gymnasium suchen.

Der Antrieb aus den Reihen der Förderer: in Wachtendonk gibt es ein gutes, bestehendes Schulgebäude, das ab dem Sommer leer stehen würde. Der Wachtendonker Standort der Sekundarschule Straelen-Wachtendonk wird dann nämlich geschlossen.

Die Gründung einer neuen Schule vor Ort „sei die einzige, letzte, aber auch beste Alternative“, warb Joachim Oomen von der CDU Wachtendonk, der mit im Träger- und Förderverein-Team sitzt. Anwalt Wolfering lobte den politischen Schulterschluss. Alle örtlichen Parteien sind für die Gründung der Schule. „Es gibt eine Person, die ernsthaft an der Stelle der Schulleitung interessiert ist“, lautete die positive Info. Der nächste Schritt ist der Antrag bei der Bezirksregierung. Was fehlt, sind nur noch die Anmeldungen der Kinder.

Um die wurde an dem Abend geworben. Viele Fragen wurden gestellt. Eine davon war, warum man sich für eine Real- und nicht für eine Gesamtschule entschieden hätte. Oomen warf einen Blick auf die Nachbarkommunen. In Kempen und Geldern seien gerade Gesamtschulen gegründet worden, in Aldekerk gebe es eine in Kooperation mit Krefeld. Außerdem hätte man dann, aufgrund des Platzes, den das Schulgebäude bietet, einzügig bleiben müssen. So wolle man ein- bis zweizügig werden. Der Fokus liege auf dem „Erwerb lebenspraktischer und berufsorientierender Kompetenzen“. Wert wird auch auf Netzwerke gelegt.

Was die Eltern auch interessierte, war die Finanzierung. 87 Prozent der Kosten einer vergleichbaren öffentlichen Schule trage das Land NRW, erklärte Wolfering. Das Schulgebäude werde per Erbpacht an den Förderverein übergeben. Einen Teil werden die Eltern zahlen. Dabei wolle man sich an den Gebühren für den offenen Ganztag orientieren, erklärte Ludwig Ramacher aus dem Kreis des Schulvereins. Die Gebühren richten sich nach dem Einkommen. „Jeder Euro kommt eins zu eins Ihrem Kind zugute“, versprach Wolfering. Es kam der Hinweis, dass diese Zahlungen als Sonderausgabe bei der Steuererklärung angegeben werden können.

Es taucht die Frage auf, warum nicht eine Schule wie in Sevelen, Facettenreich, entstehen könnte. Die steht für ihr außergewöhnliches pädagogisches Konzept. Deutlich wird, dass die Verhältnisse andere sind. Die beiden Schulleiter von Facettenreich, Tina Liehr und Olaf Peim, kamen mit einem Konzept für ihre Schule und suchten ein Gebäude. In Wachtendonk gibt es ein bestehendes Gebäude, das mit Leben gefüllt werden soll. Der Vorteil: Die Schülergemeinschaft wird in Wachtendonk, dank der Ein- bis Zweizügigkeit, übersichtlich bleiben. So könne man Schülern eine Heimat bieten und deren persönlichen Talente fördern.

Am Ende des Abends füllten viele den Abfrage-Zettel aus. „Aktuell sind wir bei über 40 Interessenten, wobei jedoch nicht alle für das erste Schuljahr 2020/21 in Frage kommen“, heißt es von Seiten der Organisatoren.