1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern

Geldern: Grenzenloser Strom für Elektro-Räder

Geldern : Grenzenloser Strom für Elektro-Räder

In den Startlöchern steht ein deutsch-niederländisches Projekt zur Vernetzung von E-Bike-Ladestationen. Das neue Netzwerk "E-Bike ohne Grenzen" hilft Radlern, online Stationen zu finden, an denen sie Akkus unterwegs laden können.

Das Telefon steht bei Gerd Lange kaum still, sagt er selber. So gut sei das Projekt "E-Bike ohne Grenzen" bereits angelaufen, und nun steige das Interesse stetig. Und da Geldern federführend ist, laufen gerade bei Lange viele der Anfragen auf.

Hervorgegangen ist die grenzüberschreitende Idee bei der Floriade. Die Planer machten sich zum Ziel, alle Ladestationen zu erfassen und Informationen über die Standorte dann gebündelt zur Verfügung zu stellen. "Elektrofahrrad-Nutzer kennen vielleicht die Ladestationen in ihrem Ort, aber doch kaum darüber hinaus", sagt Lange.

Schon die Bestandsaufnahme war überraschend. Helmut Hardt vom Projektpartner "Stadtumbau" aus Kevelaer: "Es gibt in der ausgewerteten Region 120 Ladestationen, das hatten wir so nicht erwartet, und es ist ein erstaunlich positives Ergebnis."

Die Region umfasst neben Geldern auch Straelen, Nettetal, Venlo nebst zugehöriger Region. An allen Stationen können Nutzer der neudeutsch "E-Bike" genannten Elektro-Räder die Akkus ihrer Drahtesel bequem und kostenlos aufladen. So zum Beispiel am Landcafe Steudle in Vernum, dahin hatten Lange und seine Kollegen Projektteilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden eingeladen. Wer eine solche Station anbietet, bekommt ein entsprechendes Schild zur Verfügung gestellt. Das soll dann auch spontane Nutzer anlocken.

Lange erklärt:"Die Stationen sind dank des einheitlichen Logos gut zu erkennen und befinden sich meist direkt an Gasthäusern oder Biergärten, so dass man während des Aufladens gemütlich eine Tasse Kaffe trinken kann."

Nach einer Stunde Ladezeit reiche der Akku für etwa 25 weitere Kilometer am flachen Niederrhein. Der Gastwirt freut sich über neue Gäste und zahlt dafür die Stromkosten — die bei einer Stunde im einstelligen Centbereich liegen.

Auf dem Logo befindet sich auch ein sogenannter QR-Code. Der leitet die Besitzer von internetfähigen Handys direkt auf die Projektseite, auf der weitere Fahrradrouten oder Rastmöglichkeiten zu finden sind.

Hardt betont, dass sich das Projekt derzeit noch in der Startphase befindet — ein Ausbau sei durchaus noch möglich. Denn "der Trend zum E-Bike nimmt deutlich zu", erklärt er.

Nach der Vorstellung der Projektteilnehmer soll es dann irgendwann so gehen: "Der Elektrorad-Fahrer kann sich über das neue Netzwerk jederzeit seine eigene Route mobil zusammenstellen und die Ladestationen als einen Treffpunkt ansehen."

Einen Wunsch hat Lange am Ende dann aber doch noch. Schmunzelnd erklärt er: "Wir hoffen, dass der Frühling endlich kommt."

(RP/ac)