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Issum: "Geschenke Gottes" renovieren Kirche

Issum : "Geschenke Gottes" renovieren Kirche

Bereits in der dritten Generation sorgt das Sevelener Familienunternehmen Deckers für einen frischen Anstrich in St. Antonius Sevelen. Ostern soll die aufwendige Innenrenovierung der Kirche abgeschlossen sein. Ein Zwischenbericht.

An Gottesdienst ist in der St.-Antonius-Kirche in Sevelen aktuell nicht zu denken. Keine einzige Kirchenbank steht mehr drin, dafür jede Menge Stahlgerüste. Auf denen klettern die Malermeister Matthias und Vater Theo Deckers herum. "Alles muss zu Fuß erreichbar sein", sagt der Sohn. Denn bis unter die 15,50 Meter Gewölbedecke kommt frische Farben auf die Wände.

Malermeister Heinz-Theo Deckers mit seinem Sohn Matthias im Kirchenschiff von St. Antonius Sevelen. Foto: Gerhard Seybert

Die beiden Sevelener Malermeister sind froh, dass ihr Unternehmen den Zuschlag für den Auftrag bekommen hat. "Wir fühlen uns der Kirche emotional verpflichtet", sagt Theo Deckers. Denn von der Heirat bis zur Taufe der Kinder spielte die katholische Kirche in Sevelen eine Rolle im Leben der Deckers. Zudem bedeuten beide Namen "Geschenk Gottes", verrät der Sohn. Matthias im Hebräischen und Theodor im Griechischen. Nomen ist Omen.

Mitarbeiter des Familienunternehmens Deckers beim Anstrich des Kirchengewölbes. Die gesamte zu streichende Fläche beträgt rund 3000 Quadratmeter. Foto: NN

Es ist etwas Besonderes in der Kirche zu arbeiten", stellt Matthias Deckers fest. "Unterbewusst ist bestimmt jeder ein bisschen ordentlicher." Auch weil die Arbeiter wissen, dass sich demnächst viele Leute die frisch gestrichene Kirche anschauen werden.

Auch arbeitstechnisch ist die Sanierung einer Kirche etwas anderes, als das Renovieren eines Wohnzimmers. "Die Arbeiten müssen denkmalschutzgerecht ausgeführt werden, und das Bistum muss auch damit einverstanden sein", erklärt Deckers Junior. Deswegen kommt auf die Wand mineralische Farbe statt des üblichen Gemischs mit hohem Kunststoffanteil. Farbe wird im Übrigen reichlich gebraucht. Die gesamte Fläche schätzt der Malermeister auf 3000 Quadratmeter. Kosten: 50 000 Euro, inklusive ein neuer Anstrich für die 51 Kirchenbänke.

Das Gebäude stellt die Maler vor immer neue Herausforderungen. "Um das Gewölbe nahtlos in einem Guss zu streichen, brauchten wir fünf Leute gleichzeitig", erinnert sich Senior Theo Deckers. Obwohl im Ruhestand, war er der fünfte Mann. Dass die Decke ohne Übergang gestrichen wird, war dem Malermeister besonders wichtig. "Sonst sieht man den Feierabend", erklärt der Senior. Zu den spannenderen Arbeiten gehört auch das Vergolden der Kapitelle, dem Abschluss der Säulen. Eine Sache, die nicht alltäglich ist.

"Das letzte Mal hat das Dein Vater vor 40 Jahren gemacht", sagt Sohn Matthias. Beim Streichen des Gewölbes ist er auf die Spuren seiner Vorfahren gestoßen. Auf der Kante über dem Sims haben sich sein Vater Theo und sein Großvater Albert mit ihrem Schriftzug verewigt. Ein Foto dokumentiert, wie Albert Deckers und Clemens Pasch in der St.-Antonius-Kirche im Jahr 1936 arbeiten. "Die haben wirklich die Kirche noch ausgemalt", sagt Enkel Matthias Deckers. Er zeigt ein Bild des Kirchenraums um das Jahr 1900. "Damals war das noch nicht weiß gestrichen, sondern bunt wie in der Kirche in Kevelaer, nur nicht so aufwendig." Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kircheninnenraum weiß.

Bis Ostern soll alles frisch gestrichen sein. Um das voranzutreiben, hat Theo Deckers eine interne Wette laufen: "Ich habe mit dem Küster um eine Kiste Bier gewettet, dass wir es schaffen." Altbier versteht sich. Wie weit die Arbeiten voranschreiten, dokumentiert das Bautagebuch unter www.maler-glaser-deckers.de.

(bimo)