Bedauern über die Absage: Gerüchteküche nach der „Geldernsein“-Absage

Bedauern über die Absage : Gerüchteküche nach der „Geldernsein“-Absage

Warum darf es ein Ferien-Zeltlager am Holländer See geben, und Konzerte sind verboten?

Die Absage des Geldernsein-Festivals wegen Waldbrandgefahr hat bei den Fans großes Bedauern ausgelöst. Gleichzeitig wurde Skepsis laut. Auf dem Festival-Gelände am Holländer See ist schließlich ständig jede Menge los. Seit Mitte Juli läuft dort das große Kinder-Ferien-Zeltlager „Castra Nova“, das jetzt endet. Wie könne das in Ordnung sein, wenn eine dreitägige Party zu gefährlich ist?

Auch das Ferien-Camp musste sich jedoch an die Einschränkungen halten, die nun das „Geldernsein“ verhindern, bestätigt Michael Krenn von der Castra-Nova-Organisation auf Anfrage. „Seit geraumer Zeit gilt ein komplettes Fahrverbot auf dem ganzen Gelände, Rauchverbot und – und das ist das Schlimmste für uns – das traditionelle Lagerfeuer durfte nicht stattfinden.“ Auch Grillen war verboten. Die Regeln galten nicht von Anfang an: „In den ersten beiden Wochen war das alles unter Aufsicht noch erlaubt“, so Michael Krenn. Später aber nicht mehr.

 „Geldernsein“-Organisator Roger Bruns ärgert sich über Spekulationen, es gebe tatsächlich ganz andere Gründe für den Rückzug. „Das macht mich fast noch trauriger als die Absage als solche“, sagt er. „Warum denken Menschen so was? Weil sie in allem etwas Schlechtes sehen wollen?“

 Dass es etwa an zu geringen Ticket-Verkäufen liegen könne, „das ist einfach abstrus“. so Bruns. „Die Leute sind bei uns immer spontan gekommen, der Vorverkauf war nie besonders stark.“ Und die Prognosen würden diesmal eher für guten Besuch sprechen: „Wir hätten perfektes Festivalwetter.“ Im Gegensatz zu einem Kinder-Zeltlager könne man aber eine Party nicht perfekt kontrollieren. „Wir können erwachsene Menschen nicht davon abhalten, dass die sich ne Zigarette anzünden.“

Bis zuletzt habe man nach alternativen Standorten für die Veranstaltung gesucht. Auf einem Schulhof beispielsweise könne man aber kein Festival gestalten. „Wir haben wirklich nach jedem Strohhalm gegriffen“, versichert Roger Bruns.

Die „ordnungsbehördliche Verfügung“ des Regionalforstamts Niederrhein zur Waldbrandgefahr endet ausgerechnet am 31. August um Mitternacht. Das heißt, Freitagnacht. Das Geldernsein sollte von Freitag bis Sonntag laufen.

Angesichts dessen ein Auge zuzudrücken oder die Verfügung bei kühlerem Wetter einfach früher zu beenden komme aber nicht infrage, wehrt Falk Stefan vom Regionalforstamt ab: „Das Datum steht fest, und das ist nicht zu ändern.“ Die Gefahr sei zu groß: „Wenn Sie das Laub ein bisschen zur Seite schieben, ist der Waldboden knochentrocken“, schildert Stefan. Die Pflanzen könnten durch einen Funken Feuer fangen: „Wie ein Weihnachtsbaum, der ausgetrocknet ist.“

Das Festival um einen Tag zu verkürzen und erst ab Samstag zu feiern, käme laut Regionalforstamt ebenfalls nicht infrage. Zum einen könne die Verfügung verlängert werden, falls das Wetter trocken bleibt. Zum anderen würden die Vorbereitungen nicht genehmigt: Es dürften keine Fahrzeuge aufs Areal, ohne Lkw lässt sich aber keine Bühne aufbauen.

Das „Künstlerdorf“ zum Gelderner Straßenmaler-Wettbewerb – also das große Zeltlager, in dem es Workshops gibt und in dem die angereisten Teilnehmer untergebracht werden – wird wegen der Feuergefahr ebenfalls nicht auf dem Platz am Holländer See sein. Es wird aller Voraussicht nach auf eine Wiese im Bereich der Gelderner Gymnasien verlegt. Die „Straßenmaler-Veranstaltung“ findet am Wochenende vom 24. bis 26. August statt.

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