Geldrischer Heimatkalender in Geldern vorgestellt.

Veröffentlichung: Heimat von Weeze bis Wachtendonk

Der Geldrische Heimatkalender 2019 ist erschienen. Im Mittelpunkt steht die Stadt Geldern. 40 Autoren decken mit Geschichten aus der Vergangenheit und Gegenwart eine breite Themenpalette ab. Ab sofort im Buchhhandel.

Sven Kaiser war neugierig. So wie alle, die in den Anton-Roeffs-Saal der Sparkasse Krefeld am Gelderner Markt gekommen waren. Gelderns Bürgermeister blätterte durch den Geldrischen Heimatkalender 2019. „Und dabei bin ich auf Seite 65 hängengeblieben“, sagte er, als der Historische Verein für Geldern und Umgegend das neue Druckwerk präsentierte.

Was Kaiser innehalten ließ, war der Anfang des Kapitels „Leo und das alte Geldern“. Darin berichten Peter Wagener und Thomas Binn über die Umsetzung dieses Filmprojekts. „Es ist ein besonderes Geschichtsjahr in Geldern gewesen“, blickte Kaiser zurück. Damit meinte er nicht zuletzt den großen Geldern-Tag, wovon der Kurzfilm ein Teil war. Ein unterhaltsamer Blick in Gelderns Vergangenheit, der mittlerweile auch auf Youtube zu sehen ist. „Das ist eine Chance, auch junge Menschen für Geschichte zu begeistern“, meinte Kaiser.

Für alle Generationen gedacht ist der Geldrische Heimatkalender, bei dem diesmal Geldern im Mittelpunkt steht. Es geht unter anderem um ihre Ersterwähnung um 900, um ihre aktuelle Entwicklung als Schulstadt mit der Eröffnung der Gesamtschule, um das „Transvaal“ genannte Barbaraviertel, um heliometrische Betrachtungen zu den Kirchenbauten, um Walbecker Sprichwörter und um eine „Feuersbrunst“ in Aengenesch im Jahr 1833. Zwei Fotoserien zeigen Gelderner Blickfänge und die Straßenmalkunst.

Dabei wird, wie üblich, das übrige Gelderland nicht vernachlässigt. Es gibt eine unterhaltsame und informative Mischung von Weeze bis Wachtendonk. Naturfreunde werden die Ausführungen über bienenfreundliche Gärten, über die Erforschung von Wildbienen oder über die heimische Vogelwelt goutieren. Ein düsteres Kapitel wird aus Straelen überliefert, als dort vermeintliche Hexen gefoltert und hingerichtet wurden. Die Rolle des landwirtschaftlichen Casinos von 1874 bis 1963 wird beleuchtet, die Schulchronik von Herongen aufgeführt. Die Geschichte des vielfältig genutzten Sankt-Josef-Hauses wird behandelt.

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In Beiträgen zu Kevelaer erinnert der Heimatkalender an die Otterbecksche „Fabrik auf dem Dorfe“ Kervenheim, an den Mundartdichter Jupp Tenhaef und an die Euthanasie-Opfer in den letzten Monaten der NS-Diktatur. In vielen Abbildungen aus einer Glasnegativ-Sammlung lebt ein Porträt des Künstlers August Dierkes auf.

Wichtig für die Geschichte von Weeze dürfte ein Porträt der Eigentümerin von Haus Kalbeck von 1776 sein. Ein weiterer Aufsatz beschreibt die Entwicklung des ehemaligen Schreinerdorfes während der Kaiserzeit 1871 bis 1918.

Neues gibt es über den berühmten Kerkener Landvermesser und Altertumsforscher Michael Buyx. Noch recht aktuell ist ein Überraschungsfund auf der Oststraße, der auf eine alte Dampfmühle hinweist. Aus der Gemeinde Issum werden die beiden Künstler Josef Robertz und Walter Pasch mit eindrucksvollen Bildern vorgestellt. Hinzu kommt ein Beitrag über das Lindenspalier vor dem Heister-Häuschen in Sevelen.

„Jeder wird etwas finden, was ihn begeistert“, ist Kreisarchivarin Beate Sturm, die zum Redaktionsteam gehört, von der Qualität auch dieses Heimatkalenders überzeugt. Sie dankte den 40 Autoren sowie den Fotografen für ihre Arbeit. Und natürlich den Sponsoren, dem Kreis Kleve, der Volksbank-Stiftung und der Familie Bösken-Diebels, für ihre Unterstützung.

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