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Geldern: Gelderns Hauptschule droht das Ende

Geldern : Gelderns Hauptschule droht das Ende

Nur zehn Anmeldungen gab es bislang für die Geschwister-Scholl-Schule. Viel zu wenig, um auch nur eine Eingangsklasse zu bilden. Die Galgenfrist läuft heute ab – und am Abend tagt bereits der Schulausschuss.

Nur zehn Anmeldungen gab es bislang für die Geschwister-Scholl-Schule. Viel zu wenig, um auch nur eine Eingangsklasse zu bilden. Die Galgenfrist läuft heute ab — und am Abend tagt bereits der Schulausschuss.

Das von mancher Seite prognostizierte Ende der Hauptschule kann in Geldern schneller kommen, als viele gedacht haben. Schon heute kann die Entscheidung fallen, dass ab sofort keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden, die Schule dann über die kommenden Jahre ausläuft.

Grund sind die immens eingebrochenen Anmeldezahlen, die heute Abend der Schulausschuss zu beraten hat. Lediglich zehn Schüler, davon sieben aus Geldern, haben sich für die Geschwister-Scholl-Schule entschieden. Aller Vorteile zum Trotz, die die etablierte Schule zu bieten hat.

Zu nennen sind da etwa die hervorragenden Kontakte in die Gelderner Wirtschaftswelt und die guten Erfahrungen mit der Inklusion. Mindestens acht weitere Kinder müssten sich bis heute Abend anmelden, um den Fortbestand der Gelderner Hauptschule, die sich erst im vergangenen Jahr mit der Anne-Frank-Schule vereinigt hatte, zu gewährleisten.

Doch der Trend geht zur neuen Sekundarschule, für die in den vergangenen Monaten ordentlich die Werbetrommel gerührt worden war. 97 Anmeldungen liegen für die neue Schule bereits vor — und es könnten noch mehr werden, wenn die Käthe-Kollwitz-Schule in Issum ebenfalls die Hürde für eine eigene Eingangsklasse reißt.

Das wäre zwar auch eine Chance für die Gelderner Hauptschule — doch schon sechs Eltern haben angekündigt, ihre Kinder an die Sekundarschule zu schicken, wenn die Kollwitz-Schule keine neuen Kinder mehr aufnimmt. Dann würde die Sekundarschule mit deutlich über 100 Kindern an den Start gehen.

Dennoch ist die Laune bei Schuldezernent Helmut Holla angesichts der Hauptschul-Zahlen deutlich getrübt. "Davon bin ich ehrlich überrascht", gibt er zu, "ich hatte mit einer geregelten Einzügigkeit bis hin zu einer knappen Zweizügigkeit gerechnet".

Doch noch möchte er keinen Nachruf auf die Hauptschule halten. Seine — von außen betrachtet zweckoptimistisch klingende — Parole: "Nach wie vor hoffen wir, die bisherige Zahl der Anmeldungen für die Geschwister-Scholl-Schule noch steigern zu können. Es gibt immer noch Kinder, die bislang an keiner Schule angemeldet wurden. Unter Vorbehalt des Beratungsergebnisses im Schul- und Sportausschuss ist aber festzustellen, dass grundsätzlich eine einzügige Fortführung der Geschwister-Scholl-Schule möglich erscheint, da die Schule das Hauptschulangebot in Geldern repräsentiert. Eine endgültige Bewertung der Situation ist jedoch erst nach Ende der Anmeldefristen am heutigen Abend möglich."

Heißt: Erst, wenn die Politiker heute tagen, wird die Verwaltung ihnen einen Entschluss empfehlen. Die Sitzung des Schul- und Sportausschusses beginnt um 18 Uhr im Bürgerforum, Issumer Tor 36 — sie ist öffentlich.

(RP)