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Gelderner Hausarzt Guido Herdemann gibt angehenden Kollegen Tipps

Mediziner-Nachwuchs : Angehende Ärztin mit offenen Ohren

Medizinstudentin Maren Loffeld hat bereits ihr zweites Praktikum in der Gelderner Hausarztpraxis von Guido und Barbara Herdemann absolviert. Beide sind fest davon überzeugt, dass die 22-Jährige ihren Weg machen wird.

Ein guter Hausarzt muss auch Seelsorger-Qualitäten mitbringen. Maren Loffeld ist gerade einmal 22 Jahre jung. Doch die Medizinstudentin, die gerade ihr fünftes Semester an der Universität Düsseldorf absolviert, weiß schon ganz genau, worauf es ankommt. „Die Menschen kommen mit ihren Sorgen und Nöten zu einem. Da sollte man als Arzt offen über die jeweiligen Ängste sprechen und gelegentlich auch beruhigen und trösten können. Schließlich zählt man häufig über viele Jahre zu den wichtigsten Ansprechpartnern seines Patienten“, sagt sie.

Die junge Frau hat soeben im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum in der Gelderner Hausarztpraxis von Guido und Barbara Herdemann absolviert, die zu den Lehrpraxen der Uni Düsseldorf gehört. Und dabei die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen zwar eine Infektion mit dem Coronavirus fürchten und gelegentlich um Ratschläge beispielsweise rund ums Thema Impfung bitten. Aber auch in Pandemie-Zeiten dominieren die herkömmlichen Beschwerden das Alltagsgeschäft eines Allgemeinmediziners. „Die Menschen kommen mit Rücken- oder Bauchschmerzen, Herzbeschwerden, Atemproblemen oder einem zu hohen Blutdruck“, zählt Maren Loffeld auf.

Während eines Praktikums dürfen die angehenden Kolleginnen und Kollegen Guido Herdemann und seiner Frau nicht nur über die Schulter schauen. So hat auch Maren Loffeld innerhalb ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Geldern viele Patienten genauestens unters Stethoskop genommen. Wobei die 22-Jährige, die in der Nachbarstadt Kevelaer aufgewachsen ist, bei der Klientel mit ihrer offenen, herzlichen und kommunikativen Art offene Türen eingerannt hat. „Es gab keinen einzigen Patienten, der es abgelehnt hat, von ihr untersucht zu werden. Sie macht ihre Sache aber auch wirklich ausgezeichnet“, lobt der erfahrene Hausarzt, der in regelmäßigen Abständen Medizinstudenten von der Uni Düsseldorf fortbildet.

Herdemann nennt seine entscheidenden Motive, weshalb er gerne mit jungen Menschen zusammenarbeitet: „Die Allgemeinmedizin ist vielleicht auf den ersten Blick nicht so spektakulär wie beispielsweise die Gehirnchirurgie. Aber ich freue mich immer, wenn ich den Studierenden zeigen kann, wie spannend und interessant der Beruf des Hausarztes sein kann.“ Und ganz nebenbei betreibt das Ärzte-Ehepaar auch noch Werbung für die Region. „Auf dem Land ist es nach wie vor nicht ganz einfach, interessierte Hausärzte zu finden. Da kann es nicht schaden, wenn wir unseren Praktikanten zeigen, wie schön der Niederrhein ist. Schließlich muss die medizinische Versorgung bei uns auch in Zukunft gesichert sein“, sagt Herdemann.

Im Fall von Maren Loffeld musste er erst gar keine Überzeugungsarbeit leisten. Schließlich ist die 22-Jährige von Kindesbeinen an überzeugte Niederrheinerin, die mit ihrer Heimat ziemlich eng verwurzelt ist. „Ich bin eigentlich nur wegen des Studiums nach Düsseldorf gezogen, kann mir aber eine Rückkehr in einigen Jahren sehr gut vorstellen“, sagt die Medizinstudentin.

Ob sie sich irgendwann als Hausärztin um die alltäglichen Krankheiten und Wehwehchen der Menschen im Gelderland kümmert, steht allerdings noch in den Sternen. „Ich bin erst im fünften Semester. Da ist es einfach noch viel zu früh, um mich jetzt schon endgültig festzulegen. Ich habe mich beispielsweise im Studium auch schon näher mit Nieren- und Lungenheilkunde beschäftigt. Beide Gebiete interessieren mich sehr“, erklärt die 22-Jährige.

Guido Herdemann ist jedenfalls fest davon überzeugt, dass aus seiner Praktikantin irgendwann einmal eine gute Ärztin wird – auf welchem Gebiet auch immer. „Maren hat direkt zu Beginn ihres Studiums ihr erstes Praktikum bei uns absolviert. Ich bin ganz begeistert, wie viel sie in der Zwischenzeit schon gelernt hat. Sie bringt alle Voraussetzungen für unseren schönen Beruf mit, zumal die Menschen sie mögen“, sagt der Gelderner, der schon seit vielen Jahren den medizinischen Nachwuchs fördert.