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Gelderner Galerie "PR8" präsentiert Mundschutz-Kunst

„Cunst 19“ sagt dem Virus den Kampf an : Das perfekte Kunstwerk in Corona-Zeiten

Der Gelderner Galerist Peter Rademacher und einige Künstlerkollegen sagen mit „Cunst 19“ dem Virus den Kampf an. Die Masken gibt’s in limitierter Auflage zum Preis von 49 Euro. Parallel läuft in der Galerie „PR8“ an der Veerter Schulstraße eine Ausstellung. Zum Ende der Pandemie soll eine Finissage gefeiert werden.

Die Idee hinter der Ausstellung ist so einfach wie fast schon genial zugleich. „Wenn die Kunst gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen besucht werden kann, muss sie eben nach draußen“, sagt der Gelderner Künstler und Galerist Peter Rademacher. Und das geht in Corona-Zeiten wie diesen nicht einfacher als mit einem Mundschutz, der jeden Maskenträger zum wandelnden Kunstwerk werden lässt.

Ab sofort gehen Rademacher und seine Künstlerkollegen mit der Edition „Cunst 19“ gegen „Covid 19“ in die Offensive. Ab Mittwoch, 17. Juni, ist die Masken-Kunst in der Galerie „PR8“ an der Schulstraße 8 in Veert zu sehen, wobei wegen der Pandemie eine Vernissage entfällt. Zum Auftakt sind vier renommierte Künstler mit von der Partie. So der aus Rheinberg stammende Thomas Baumgärtel, der als „Bananen-Sprayer“ bereits einen festen Platz in der jüngeren Kunstgeschichte hat. Sein Mundschutz ist voll mit seinem geschwungenen, gelben Markenzeichen und damit auch für diejenigen Zeitgenossen geeignet, die Maskenpflicht einfach nur Banane finden.

Das Motiv des Klever Glaskünstlers Wilfried Grootens erinnert an eine riesige Iris, die dem jeweiligen Gegenüber ins Auge fällt. Wer angesichts der Pandemie gelegentlich lieber abtauchen möchte, findet garantiert an dem Unterwasser-Szenario Gefallen, das der Mönchengladbacher Künstler Harald Klemm für seine Maske ausgewählt hat.

Der berühmte „Bananen-Sprayer“ Thomas Baumgärtel bringt’s auf den Punkt: Corona ist einfach Banane. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Und Peter Rademacher selbst hat sich für einen farbigen Barcode entschieden – der gläserne Mensch und seine Algorithmen lassen grüßen. Bei den Hygiene-Prachtstücken handelt es sich übrigens um so etwas wie Gelderner Gesamtkunstwerke. Sandra Steinbock stellt die Masken in ihrer Veerter „Nähbar“ her; bedruckt werden sie anschließend von Oliver Blees („Kopie + Druck Gelderland“). Angesichts der üblichen Preise auf dem Kunstmarkt richtet sich die Edition „Cunst 19“ durchaus auch an Schnäppchenjäger. Jede Maske ist auf 250 Exemplare limitiert und zum Stückpreis von gerade einmal 49 Euro erhältlich. Dazu gibt’s ein signiertes Blatt mitsamt Fotos der Maske und des jeweiligen Künstlers, der diese gestaltet hat.

Initiator Peter Rademacher möchte die Edition „Cunst 19“ nach und nach ausbauen und wird weitere künstlerische „Maskenbildner“ präsentieren. So sieht sein Ausstellungskonzept aus: Ein Styroporkopf trägt die Kunstmaske. Dahinter sind vier bis fünf Werke des jeweiligen Künstlers zu sehen. Und ebenso wie die Kunst ist auch der Verwendungszweck der genähten Kostbarkeiten frei. Die Masken sind absolut alltagstauglich und für die Waschmaschine geeignet. Somit dienen sie auch der Corona-Abwehr. „Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es Sammler gibt, die sie sich sofort an die Wand hängen. Oder man benutzt sie, so lange die Maskenpflicht gilt. Und hat anschließend ein Kunstwerk zur Erinnerung an schwierige Zeiten“, sagt Rademacher.

Während die Vernissage ausfällt, könnte es die Finissage an der Veerter Schulstraße in sich haben. Denn der Galerist denkt bereits über ein Ende der Ausstellung nach, ohne den Termin zu kennen. ,Cunst 19’ endet dann, wenn die Corona-Zeit überstanden ist. Das kann also noch etwas dauern. Aber wenn der Tag kommt, kann ich mir durchaus auch eine große Künstler-Party vorstellen“, sagt Rademacher.