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Geldern-Walbeck: Geldautomat-Sprengung gescheitert – Grundschule geräumt

Geldautomat in Geldern gesprengt : Walbecks Ortskern war von der Polizei komplett abgeriegelt

Nach einer missglückten Geldautomatensprengung bestand auf der Walbecker Straße Explosionsgefahr. An der St.-Luzia-Grundschule fiel der Unterricht aus. Experten des Landeskriminalamtes entschärften den Sprengstoff.

Der ältere Herr wollte mit dem Fahrrad weiterfahren. Doch er wurde von einem freundlichen Polizisten zurückgeschickt. So wie alle anderen. In Walbecks Ortskern ging am Freitagvormittag nichts mehr. Die Walbecker Straße war weiträumig abgesperrt, denn es bestand Explosionsgefahr. Sie ging von Sprengstoff aus, mit dem unbekannte Täter in der Nacht den Geldautomaten der SB-Filiale der Sparkasse Krefeld in die Luft jagen wollten.

Der Versuch misslang, doch das Spargeldorf war in heller Aufregung. Viele Schaulustige verfolgten aus gebotenem Sicherheitsabstand den Einsatz der Polizei und Sprengstoffexperten auf der Walbecker Straße. Ab etwa 10 Uhr waren Fachleute des Landeskriminalamtes dabei, den Sprengstoff zu entschärfen.

Laut Polizei kam es gegen 2.20 Uhr zur Automatensprengung. Anwohner wurden durch einen Knall geweckt. Die Täter flüchteten nach dem Misserfolg mit einem Pkw über die Maasstraße in Richtung Niederlande. Beamte der Kriminalpolizei sicherten den Tatort. Da nicht auszuschließen war, dass sich noch Sprengstoffrückstände an dem Geldautomaten befanden, wurde der Bereich um den Tatort geräumt.

Das betraf auch die St.-Luzia-Grundschule, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Geldautomaten befindet. Der Unterricht fiel aus, die Schule informierte Eltern und Schüler darüber auf ihrer Homepage. Doch einige Kinder waren laut Corinna Saccaro, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Kleve, schon auf dem Weg zum Unterricht. Für sie wurde eine Notbetreuung organisiert oder sie wurden abgeholt und in die Obhut der Erziehungsberechtigten übergeben. „Um 8.20 Uhr war die Schule leer“, so Corinna Saccaro.

Auch alle anderen Bewohner im Umkreis von 100 Metern um den Tatort mussten evakuiert werden. Für sie wurden bei Merulin und im Freibad Walbeck Sammelstellen eingerichtet. Per Lautsprecherdurchsage wurden Walbecker, die in einem Umkreis von 300 Metern vom Tatort wohnen, aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben sowie Türen und Fenster zu schließen. Feuerwehr und Rettungsdienst standen auf nahen Parkplätzen bereit, um einzugreifen.

Um kurz nach 12 Uhr gab die Polizei Entwarnung. Die Experten des Landeskriminalamtes Düsseldorf hatten den Sprengstoff am Geldautomaten kontrolliert und gesichert abgebrannt. Die Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. Die Straßensperrungen rund um die Walbecker Straße wurden nach und nach abgebaut.

Die Fahndung nach den Tätern war bis zum Nachmittag erfolglos verlaufen. Polizeisprecherin Corinna Saccaro schloss auf Anfrage nicht aus, dass, wie in einigen Fällen in der Region zuvor, Mitglieder einer niederländischen Bande auch für die Tat in Walbeck in Frage kommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Geldautomat in Walbeck gesprengt - Grundschule ist gesperrt