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Geldern testet sein neues Winterlicht

Es glitzert in Geldern : Es werde winterlich(t)

Das Winterlicht auf dem Gelderner Marktplatz hatte am Dienstagabend seinen ersten Testlauf. Bei den Geldernern, die sich im Vorbeiflanieren einen Eindruck verschafften, kamen die leuchtenden Effekte überwiegend gut an. Es gab aber auch ablehnende Stimmen.

Tagsüber fallen die dünnen Drähte mit vielen kleinen Lämpchen kaum auf in der winterlich kahlen Krone der Friedenslinde am Markt oder in den knorrigen Ästen der niedrigen Platanen. In der Dunkelheit aber bot sich am Dienstagabend ein anderes Bild. Eine Wolke aus Lichtern schwebte in der Linde, und im Spalier der Platanen bildete jedes zweite Baum-Paar ein funkelndes Dach.

Die meisten Passanten waren beim ersten Testlauf am Dienstag von dem Ganzen sehr angetan. So zum Beispiel Monika und Wilfried Röckert aus Geldern. „Das gefällt mir sehr gut“, lobte Wilfried Röckert. Es sei ein ganz anderer Eindruck, als wenn nur der „Heiß auf Eis“-Platz geschmückt sei: „Es gibt dem Markt viel mehr Fülle.“

„Es macht den Markt wärmer“, ergänzte seine Ehefrau Monika. Klassische Weihnachtsmotive wie Engel und Sterne vermisste sie nicht: „So was ist viel schöner“, blickte sie sich um. Gemeinsames Urteil: „Das ist optimal.“

Die Friedenslinde ist ein Beispiel dafür, wie ein einzelner Baum in Szene gesetzt werden kann. Die Platanen sollen eine Art Gang bilden, und bei einzelnen Bäume eingangs der Hartstraße wird getestet, wie das Glitzern an ihnen wirkt. Eine „dezente, atmosphärische Beleuchtung“ wolle man schaffen, erklärt Tim van Hees-Clanzett von der Stadt Geldern: „Nichts Grelles.“ Ein Stimmungslicht, das nicht nur zum Advent leuchtet, sondern in der gesamten dunklen Jahreszeit, also etwa von Oktober bis März. „Es soll dazu führen, dass man ein bisschen mehr Atmosphäre in die Stadt bekommt“, so van Hees-Clanzett.

Sehr begeistert waren von dem ganzen Konzept Christa Marszalek und Klaus Hönning aus Geldern. „Das sieht ganz toll aus, das glitzert richtig schön. Und vor allem ist es nicht dieses kalte, blau-weiße Licht“, lobt Christa Marszalek. „Ich finde das ansprechend.“ Deshalb mag sie auch die Idee, dass die umliegenden  Einkaufsstraßen in der Innenstadt ebenso illuminiert werden sollen. Sofern es alles nicht zu teuer wird, gibt sie zu bedenken.

Klaus Hönning schließt sich an: „Es ist gut, solange es schön dezent ist. Es darf nicht zu viel werden“, findet er. Bei den Lichterketten in den Bäumen hält er das für gelungen.

Es gab aber auch verhaltene und ablehnende Stimmen. „Das Licht gibt sicherlich Atmosphäre“, meinte etwa Bernd Kluge aus Kapellen. Aber er findet das Ambiente rund um „Heiß auf Eis“ insgesamt nicht so berauschend; da reißt es das Licht seiner Ansicht nach auch nicht raus.

Und Anneliese Stenkamp aus Geldern war nicht beeindruckt, sie schüttelte den Kopf: Was in Düsseldorf, Krefeld oder, um in der Nähe zu bleiben, auch in Aldekerk an Beleuchtung geschaffen werde, das sei deutlich schöner. Lichterketten, die zwischen den Gebäuden entlang zögen – mit Beteiligung der Anlieger sollte so etwas doch möglich sein, findet sie. „Da würden sich doch alle gerne dran beteiligen“, meinte sie: „Jeder Nachbar ein bisschen.“

Was insgesamt weniger Lob abräumte, waren Lichterketten, genannt „Eisregen“, die sich am Dienstagabend ebenfalls testweise über die Bahnhofsstraße spannten. Einigen Passanten fielen sie gar nicht auf, andere waren mäßig beeindruckt. Dennoch – ganz ohne positive Stimmen blieb auch der Eisregen nicht. Vivian Janssen und Adrian Koza, die aus Kevelaer gekommen waren, war die Beleuchtung sofort aufgefallen: „Schon vom Bahnhof aus“, sagt Vivian Janssen. Und beide waren sehr angetan: „Das ist schön!“

Der „Eisregen“ wurde direkt am anderen Tag abgebaut. Wie ihnen die glitzernden Bäume gefallen, darüber können sich die Gelderner aber nun dauerhaft eine Meinung bilden. Die Stadt hofft auf Resonanz von Bürgern.