Schmugglerspektakel in Walbeck Zeitreise an die niederländische Grenze

Geldern-Walbeck · Am Samstag gab es im beschaulichen Walbeck die Gelegenheit, sich zurück in die 1920er und 1930er Jahre zu begeben. Das Schmugglerspektakel lockte zahlreiche Besucher an. Beim bunten Treiben wurden historischen Szenen nachgestellt.

Geldern: So schön war das Schmugglerspektakel in Walbeck 2024​
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So schön war das Schmugglerspektakel in Walbeck 2024

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Foto: Norbert Prümen

Ein besonderes Highlight beim Schmugglerspektakel in Walbeck am Samstag waren die verschiedenen Handwerkerstände, die den Besuchern einen Einblick in längst vergangene Zeiten boten. Die Weberfrauen und die Frauen am Spinnrad zeigten ihr Können, während die Waschfrauen in traditioneller Manier ihre Arbeit verrichteten. Auch Holzattraktionen zogen viele Neugierige an, denn hier wurde mit Sägen und Äxten gearbeitet. Die historische Feuerwehr präsentierte eine beeindruckende Löschaktion und demonstrierte die Techniken von damals.

Schon ab 14 Uhr bot das Fest ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl die älteren Generationen als auch die jüngeren Besucher begeisterte. „Wir freuen uns darüber, dass das Wetter so gut ist und, dass hier alles funktioniert“, sagte Lucia Quinders, eine der Organisatorinnen des Spektakels. Sie erklärte die zahlreichen Attraktionen und Stände, die Walbeck an diesem Tag zierten. „Wir haben 30 Attraktionen, dazu gehört es aber auch, dass die Schulklasse da ist. Die haben das Sütterlin-Alphabet gelernt und gesungen, und das auf der Bühne präsentiert.“

Eine weitere Attraktion war der Friseur auf dem Marktplatz, der mit historischen Werkzeugen arbeitete. „Normalerweise ist dort kein Friseurladen.“ erklärte Quinders. „Aber heute kann man zuschauen, wie Haare vor fast 100 Jahren geschnitten wurden.“ Der antike Eiswagen, extra für diesen Tag hergerichtet, bot eine süße Erfrischung für Jung und Alt.

Nicht weniger faszinierend war die Darstellung der „leichten Frauen“, die in der alten Bürgermeisterei eine besondere Rolle spielten. „Die sind schick gekleidet und sind mit den Waschfrauen immer im Kontakt nach dem Motto ‚Gib mir deinen Mann raus‘“, erzählte Quinders schmunzelnd.

Der Musikverein, der den Bierstand betreute, und die Schnapsbrenner sorgten für das leibliche Wohl der Gäste. Auch strickende Frauen und „feine Damen“, bei denen man Kaffee trinken konnte, trugen zur gemütlichen Atmosphäre bei. Besucher hatten zudem die Möglichkeit, sich mit antiken Maschinen Kleidung schneidern zu lassen und diese in Auftrag zu geben.

Historische Holzschuhe, die von vielen getragen wurden, erinnerten an die ärmlichen Verhältnisse des Dorfes in früheren Zeiten. „Walbeck war ein armes Dorf und früher konnte sich nicht fast keiner Lederschuhe leisten, deshalb sind die Klompen aus Holz.“, erklärte Quinders. Abends fand dann der traditionelle Klompenabend statt, bei dem dekorierte Tische prämiert wurden. „Jeder der sich dazu berufen fühlt, etwas Heimat zu erleben, kann seinen Tisch dann dort dekorieren. Und dann gibt es einen Rundgang und der schönste Tisch erhält einen Preis,“ so Quinders weiter.

Die 25-jährige Hannah Gooren aus Walbeck ist mit ihrer Mutter unterwegs als Figur aus dem Walbeck-Roman „Grenzvolk“ von Jakob Schopmans. „Die Figur aus dem Roman hat früher Hühner gerupft und war Wahrsagerin. Ich gehe als ihre Tochter. Die Kostüme haben wir schon seit zehn Jahren, teilweise ausgeliehen, teilweise selber gemacht. An verschiedenen Stellen hier in Walbeck haben wir offenes Singen gemacht. Ich mache das total gerne, da das einfach etwas Traditionelles ist.“, erklärte sie.

Ihr Bruder Lutz Gooren ist mit Freund Pascal Weecke als Schmuggler unterwegs. „Wir haben hier Schmuggelware in unseren Säcken, die wir gar nicht haben dürfen und deshalb werden wir von den Zöllnern gejagt. Das ist aufgebaut wie ein Schauspiel“, sagten die beiden.

Auch für die kleinen Besucher war bestens gesorgt. Historische Kinderwagen und kleine Küken sorgten für leuchtende Augen und spannende Erlebnisse. Auch Spargelprinzessin Ronja I. war vor Ort. „Meine Saison endet Ende Juni und ich finde es echt super schön, nochmal hier zu sein“, sagte sie.