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Geldern: Mattez Deckers hat ein Wandbild für "Maskenhelden" geschaffen

Kunst auf Gelderns Straßen : Ein Denkmal für die „Maskenhelden“

Sein Statement zur Corona-Krise hat Mattez Deckers an der Stettiner Straße in Geldern abgegeben. Sein Graffito ist fast 14 Meter breit und drei Meter hoch. Lange fehlte dem 36-Jährigen für die Wand eine zündende Motiv-Idee.

Es war mal ein eher unansehnliches Trumm. Jetzt hagelt es Lobeshymnen in den sozialen Netzwerken. „Das ist ein tolles Kunstwerk“, meint zum Beispiel Maren Johnson. „Das ist ja hammerhart, toller Künstler“, pflichtet Gisela Verhoolen bei. Sie und viele andere sind begeistert von dem, was da an einer riesigen Mauer an der Stettiner Straße prangt. Auf einer Breite von 13,80 Meter und auf einer Höhe von drei Metern hat Mattez Deckers ein Graffito für die „Mask Heroes“ erstellt.

Es ist das monumentale Statement des 36-Jährigen zur Corona-Krise. „Ich wollte einfach mal Danke sagen all den Alltagshelden, die gerade jetzt ihr Bestes geben“, bezieht sich Deckers auf das Personal in Krankenhäusern und Pflegeheimen, auf Beschäftigte in Supermärkten und Postboten und viele andere Menschen, die sich gerade jetzt für die Gesellschaft als wichtig erweisen. Und oft, nebenbei bemerkt, schlecht bezahlt werden.

Die Unterlage für dieses Graffito war Deckers schon im Frühjahr 2019 während einer Fahrradtour aufgefallen. „Was für eine schäbige Wand“, dachte er nur. Schnell hatte er in der Wohnsiedlung hinter der Mauer den Eigentümer der Wand ausfindig gemacht und gefragt, ob er die bemalen dürfe. „Alles, außer Werbung“, lautete die Antwort, die den Weg freimachte.

 Eine Schleiereule hat Deckers auf die Fassade des Lise-Meitner-Gymnasiums gebracht.
Eine Schleiereule hat Deckers auf die Fassade des Lise-Meitner-Gymnasiums gebracht. Foto: Deckers
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Lange allerdings fehlte Deckers die zündende Idee. Bis vor zwei Wochen. In insgesamt 32 Arbeitsstunden schuf er mit einigen Helfern das Riesenbild. Die Buchstaben, „die kann ich nicht so gut“, steuerte ein befreundeter Künstler aus Mönchengladbach bei: Hoker. Er war im vorigen Jahr während des Projekts „Home Street Home“ im Mühlenturm und an einer Hausfassade in der Kapuzinerstraße mit der Spraydose aktiv. Das Gesicht der Maskenträgerin fertigte Deckers nach einer Fotovorlage an. Mit den Regenbogenfarben zitierte er die in diesen Corona-Wochen zigfach an Zäunen und Fenstern platzierten Regenbögen als Zeichen für Hoffnung, Zusammenhalt und das Zuhause-Bleiben. Die Farbtropfen schließlich sind sein Markenzeichen.

Denn nicht zum ersten Mal tritt Deckers mit seiner Street Art in Erscheinung. Sein erstes derartiges Kunstwerk entstand 2017 im Ortskern von Issum: ein blaues Haus an der Gelderner Straße. Doch schon weit vorher, als Jugendlicher in Sevelen, war Deckers in Sachen Graffiti unterwegs. „Ich habe zum Beispiel eine alte Bahndammbrücke bemalt“, erinnert er sich an seine „nicht legalen“ Kunstwerke. In Geldern, wo er seit elf Jahren lebt, hat er weitere genehmigte Bilder hinterlassen: eine Schleiereule am Lise-Meitner-Gymnasium, eine Löwin am Bollwerk, mehrere Motive in einer Garage an der Friedrich-Spee-Straße.

 Das Bild „The Lioness“ am Bollwerk-Sportplatz hat Deckers dem 2019 verstorbenen Stephan Cox gewidmet.
Das Bild „The Lioness“ am Bollwerk-Sportplatz hat Deckers dem 2019 verstorbenen Stephan Cox gewidmet. Foto: Deckers

„Ich frage immer, meistens da, wo es dreckig und verschmiert ist“, erklärt der 36-Jährige, der sich mit anderen Künstlern ein Atelier mitten in Geldern teilt. Nicht alle wollen Kunst. Manchmal handelt Deckers sich von den Eigentümern auch ein Nein ein, „manche putzen lieber“.

Bis Ende 2018 hatte der auf Matthias getaufte Mann einen eigenen Malerbetrieb, den er dann aber wegen Burnout schloss. Als Künstler startete er ein neues Geschäft mit seiner Firma „Mattez Inc.“. Die nächsten Projekte warten schon auf ihn. Er hat einen Auftrag der Gelderner Wohnungsbaugenossenschaft (GWS) vorliegen, für die er schon die erwähnte Garage an der Friedrich-Spee-Straße gestaltete. Und demnächst wird er für die Stadt Geldern im Zentrum kreativ. Doch darüber darf er noch nichts Genaueres verraten.