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Geldern macht Ferienspaß auch in Corona-Zeiten möglich

Gelderner Ferienspiele : Schöne Sommerferien direkt vor der Haustür

Ob Hüttendorf in Pont oder Badespaß in Walbeck – rund 250 Kinder kommen bei den Gelderner Ferienspielen auf ihre Kosten. Wie schon im Vorjahr sorgt ein ausgeklügeltes Konzept für Corona-Schutz.

In diesen Tagen muss lediglich das Leitungsteam des Gelderner Jugendzentrums Checkpoint seine Hausaufgaben erledigen. Es sind schließlich Sommerferien. Und diese können die rund 250 Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, die aktuell an den städtischen Ferienspielen teilnehmen, ganz unbeschwert genießen. Tun sie auch – beispielsweise an diesem Mittwoch im Walbecker Waldfreibad.

Auf der Wasserrutsche geht’s schnurstracks hinab ins Vergnügen, gleich nebenan auf den Klettergerüsten hoch hinaus. Interessiert schauen einige Kinder den Männern über die Schulter, die gerade mit dem Aufbau der Bühne für den Auftritt von Johannes Oerding beschäftigt sind. Leicht besorgt präsentiert ein Junge seinen Mückenstich – eventuell war auch eine Ameise im Spiel. Da Schwimmen hungrig macht, mehren sich allmählich auch die Anfragen nach dem Mittagessen. Ein ganz normaler, schöner Ferientag – von Corona keine Spur.

 Spiel und Spaß machen Appetit. Die Kinder freuen sich daher schon auf das leckere Mittagessen.
Spiel und Spaß machen Appetit. Die Kinder freuen sich daher schon auf das leckere Mittagessen. Foto: Herbert van Stephoudt

„Für die Kinder spielt dieses Thema in diesen Tagen überhaupt keine Rolle. Die haben sich an bestimmte Regeln und die Lolli-Tests schnell gewöhnt und haben ganz einfach Spaß“, sagt Steffen Holla. Mit seinen Kollegen Daniel Mommen und Monika Gottschlich vom Jugendzentrum hat der 29-jährige Sozialpädagoge schon im Vorfeld die Weichen dafür gestellt, dass viele Kinder auch in Pandemie-Zeiten die Ferien vor der Haustür genießen können. Wie schon im Vorjahr trägt ein ausgeklügeltes Konzept dazu bei, dass die beliebte Tradition der Ferienspiele nicht unterbrochen werden muss.

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In den letzten drei Ferienwochen können jeweils 90 Kinder sieben Tage lang teilnehmen – darunter das eine oder andere ausnahmsweise auch zwei Wochen lang. Abgesehen von den Ausflügen ins Waldfreibad spielt sich das Geschehen in Pont ab, wo auf der dortigen Sportanlage drei Plätze als große Abenteuerspielwiese genutzt werden. „Dort haben wir auch die Möglichkeit, Gruppen zu jeweils 30 Kindern zu bilden und achten darauf, dass sich diese nicht vermischen“, erklärt Holla. Dreimal wöchentlich tritt der Nachwuchs zum Lollitest an. In mehreren Bussen werden die Kinder morgens in der Stadtmitte und den jeweiligen Ortsteilen abgeholt und am späten Nachmittag wieder zurückgebracht – noch mehr Infektionsschutz geht praktisch nicht.

Und Langeweile kann erst gar nicht aufkommen. Mit vielen Ball- und Gesellschaftsspielen hat das Checkpoint-Trio, das bis zum 13. August von 15 Betreuerinnen und Betreuern unterstützt wird, im Vorfeld ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Alljährlicher Höhepunkt ist der gemeinsame Bau des Hüttendorfs. Die meisten Kinder können es kaum abwarten, bis sie endlich zum Werkzeug greifen dürfen. „Das ist immer ein Spektakel. Die Kinder lassen sich gar nicht bremsen und sind hellauf begeistert“, sagt Steffen Holla. Der 29-Jährige spricht aus langjähriger Erfahrung – vor zehn Jahren war der Walbecker erstmals als Betreuer mit von der Partie.

Das Ziel der Ferienspiele liegt auf der Hand: Viele Gelderner Kinder sollen unvergessliche Tage erleben, ohne dass die Eltern dafür tief in die Tasche greifen müssen. Die Stadt stellt im Haushalt jährlich rund 40.000 Euro bereit, um den jüngsten Bürgern etwas bieten zu können. „Und natürlich liegt es uns auch am Herzen, die Familien etwas entlasten zu können. Das ist ja gerade in Zeiten wie diesen enorm wichtig“, meint Stadtsprecher Herbert van Stephoudt. Für eine Woche Ferienspaß zahlen Eltern pro Kind gerade einmal 25 Euro – inklusive täglichem Mittagessen und gesunden Snacks für den kleinen Hunger. Einkommensschwache Familien müssen sogar nur einen eher symbolischen Obolus in Höhe von acht Euro entrichten.

Entsprechend groß ist das Interesse an der Aktion. „Wir hatten in diesem Jahr knapp 400 Anfragen und haben eine Warteliste eingerichtet. Und 2022 können wir dann hoffentlich auch wieder das volle Programm fahren“, sagt Holla.