Geldern: Das sind die Gewinner des Heimatpreises 2019

Fünf Vereine ausgezeichnet : Die Heimat-Helden von Geldern

Sie setzen sich für die Stadt Geldern und die Ortschaften ein: Fünf ganz unterschiedliche Vereine, die von Bürgermeister Sven Kaiser mit dem ersten Heimatpreis ausgezeichnet wurden. Die Preisträger im Überblick.

Erhalt von Traditionen, Pflege des Brauchtums und des regionalen Erbes, aber auch der Schutz von Umwelt und Natur – darum kümmern sich die Preisträger des Gelderner Heimatpreises. Die Stadt Geldern hat auf Vorschlag der Landesregierung den Preis erstmals ausgelobt. Einstimmig entschied eine Jury, bestehend aus Vertretern aller Ratsfraktionen und der Verwaltung, wer den Preis tragen soll.

Nabu-Ortsgruppe Geldern Vor mehr als 30 Jahren, am 21. November 1988, wurde die Ortsgruppe des Naturschutzbundes gegründet und wird seitdem von Hermann-Josef Windeln geleitet. Etwa 50 Aktive beteiligen sich an den Projekten zum Schutz der Natur. Eine zehnköpfige Arbeitsgruppe pflegt Flächen in Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten, Kopfweiden, Hecken, Heidegebiete, Wildwiesen, Waldränder, Ausgleichsflächen und Gewässer der Stadt Geldern, damit die ehemalig bäuerliche Kulturlandschaft mit hunderten bedrohter Pflanzen- und Tierarten vor dem Aussterben geschützt werden. Aber auch Amphibienzäune, Nisthilfen für Vögel und Winterquartiere für Fledermäuse gehören zu den Aufgaben. Auch die Forschung steht auf dem Programm der Naturschützer. Seit den 70er Jahren kartieren sie Flora und Fauna. Ihr Wissen geben Sie auch weiter: bei Exkursionen und Vorträgen sowie in Jugendgruppen.

Eine Arbeitsgruppe des Nabu geht in den Fleuthkuhlen zu Werke. Die Ortsgruppe belegte den ersten Platz beim Gelderner Heimatpreis. Foto: Hermann-Josef Windeln

Heimat- und Förderverein Pont Für ein besonderes Projekt wurde der Ponter Heimatverein ausgezeichnet. In der Ortschaft gab es von 1876 bis 1972 eine Schule, deren Leiter das Schulgeschehen als Chronik niedergeschrieben hat. Allerdings handgeschrieben in Sütter­linschrift. Johannes Schmitz hat mit dem Arbeitskreis „Ponter Archiv“ diese Chronik digitalisiert und weitere Klassenfotos hinzugefügt. Soweit es möglich war, wurden die Schüler auf den Fotos identifiziert und deren Namen unter den Fotos hinzugefügt. Das Buch ist zum Herbst- und Kartoffelmarkt 2019 erschienen. Zu erhalten ist es im Ponter Archiv und in der Buchhandlung Keuck.

Heimat- und Verschönerungsverein Veert Gegründet wurde der Verein im Jahr 1987 und zählt aktuell etwa 300 Mitglieder. Die Hauptaufgaben: Dorfverschönerung und Brauchtumspflege. Dazu gehören der Blumenschmuck im Ort oder die historische Pumpe am Nierscafé. Die Brauchtumspflege umfasst sowohl die Sammlung, Archivierung und Präsentation geschichtlich bedeutsamer Unterlagen der Ortschaft Veert als auch die Pflege und Erhaltung des Brauchtums wie mit der Aufstellung des Maibaumes oder bei der Durchführung des Brunnenfestes. Insgesamt leisten die ehrenamtlichen Helfer jährlich mehr als 2500 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Mit dem Preisgeld sollen neue Ausstellungstafeln für die Dorfschmiede angeschafft werden.

Heimatfreunde Kapellen Der 1982 gegründete Verein engagiert sich, um die Geschichte der Ortschaft bekannt zu machen. Im Jahr 2012 erschien das Buch „Die alten Bauernhöfe in Kapellen, Hamb und im Achterhoek“ unter Federführung von Udo Oerding und Stefan Frankewitz. Es folgte das Buch „Kapellener Geschichte(n)“, das sich mit der Historie der einzelnen Häuser beschäftigt. In diesem Frühjahr soll das nächste Projekt folgen: ein Buch über die Geschichte der Schulen in Kapellen, Aengenesch, auf der Boeckelt, im Achterhoek und Hamb. Hierzu haben die Vereinsmitglieder die Schulklassenbilder gesammelt, die Personen benannt und weitere Texte verfasst.

Natur- und Heimatverein Lüllingen Seit 21 Jahren gibt es den Verein, gegründet wurde er im Januar 1998. Eine der ersten Aktionen war das Pflanzen von Kopfweiden, die die Vereinsmitglieder bis heute pflegen. Auch das Bepflanzen des Walles am Sportplatz, die Anlage des Heidegartens, die Ernennung der ersten Heideprinzessin und die Zukunftswerkstatt Lüllingen gehören zu den vielen Projekten. 2019 hat der Verein erstmals die Müllsammelaktion „Schönes sauberes Lüllingen“ durchgeführt. Und dank des Vereins trägt Lüllingen auf den Ortsschildern nun auch den unverwechselbaren Zusatz: De Klus.

(veke)