Geldern: Das ist die neue Wählergemeinschaft Bürger in Geldern, BIG

"Bürger in Geldern": Neue Wählergemeinschaft in Geldern

In Geldern hat sich eine unabhängige Wählergemeinschaft gegründet: "Bürger in Geldern", kurz "BiG". Vorsitzender ist Ratsherr Markus Peukes von der Fraktion "Unabhängige Linke". Mit dabei ist auch die prominente Hanneke Hellmann.

Ein neuer Spieler tritt auf den Plan in der politischen Landschaft der Stadt Geldern. Die Wählergemeinschaft "Bürger in Geldern", kurz "BiG", hat sich formiert. Ihr erklärtes Ziel: Sie will Bürgerinteressen in den Rat bringen und umgekehrt die Lokalpolitik "transparenter" gestalten.

"Wir sind unzufrieden damit, wie es im Moment kommunalpolitisch läuft", sagt Markus Peukes, der Vorsitzende im fünfköpfigen BiG-Vorstand. Unzufrieden mit der Informationspolitik der Stadtverwaltung und damit, wie die übrigen Parteien es nach Ansicht der BiG versäumten, Bürger in ihre Beschlüsse einzubinden.

Peukes ist einer der bekannteren Vertreter der Gruppe, denn er ist bereits Ratsherr und Vorsitzender der Fraktion "Unabhängige Linke". Beides will er auch bleiben - nun eben mit neuer Organisation im Rücken. "Wir stehen für transparente, offene Politik. Wir stehen dafür, dass jedem Bürger Gehör gegeben wird", so Peukes.

Zweites in Geldern sogar sehr prominentes Gesicht ist Hanneke Hellmann, ehemalige unabhängige Bürgermeisterkandidatin, Drachentochter, Skatermutti und bekannte Ehrenamtlerin. "Wir wollen Bürgerpartei sein", sagt sie, "und wir wollen was bewegen."

"Wir versuchen, die Anliegen der Bürger unabhängig von Parteipolitik in den Rat zu bringen und umzusetzen", ergänzt Vorstandskollege Hans-Ludwig Kowalski. Ein Parteiprogramm gibt es dabei nicht. "Wir haben ein paar Grundsätze festgelegt", so Kowalski. "Ansonsten wollen wir versuchen, Projekten und Bürgerinitiativen Platz zu geben."

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Zu den schriftlich fixierten Leitlinien gehört unter anderem, dass die Wählergemeinschaft "über Parteigrenzen hinweg ergebnisorientiert und nicht parteiorientiert" arbeiten will. Man verstehe sich dabei als "Anwalt des Bürgers". Offenheit will man durch Projekte wie Bürgertreffen, Info-Abende, einen Info-Blog im Internet und ähnliches schaffen. "Bürger in Geldern sind sozialliberal und unterstützen dementsprechend gezielt bürgerliches Engagement", steht weiter im Konzept, und: "Bürger in Geldern sind weltoffen und heißen jeden Neubürger in Geldern willkommen. Deswegen verfolgen wir auch konsequente Integrationspolitik."

Es sei wichtig, unzufriedenen Menschen eine Anlaufstelle "in der Mitte" der Gesellschaft zu bieten, betont Hans-Ludwig Kowalski dazu: "Man kann sich bürgerlich engagieren, man kann versuchen, Einfluss zu nehmen, ohne dass man populistisch den rechten Rand abgreift."

Und Unzufriedenheit mit der politischen Praxis ist eine starke Triebfeder für die BiG-Aktiven. Immer wieder würden Beschlüsse im Stadtrat "auf Biegen und Brechen" durchgepeitscht, meinen sie. Nicht mal die Politiker hätten immer genug Zeit für Information und Beratung. "Der Bürger wird in dem Moment nicht mehr mitgenommen", beklagt Thomas Wollrab aus dem Vorstandsteam. Es gebe grundsätzliche Probleme, zum Beispiel über Jahre verschleppte Schul-Sanierungen. Und die Parteien, "die das politische Geschäft schon ewig und drei Tage betreiben", griffen das gar nicht mehr auf, kritisiert er weiter. Bürgerbeteiligung werde lieblos, halbherzig und distanziert durchgeführt. "Es wird einfach als lästig empfunden, wenn Bürger mitmischen", meint Hanneke Hellmann.

Für Gelegenheit zur unkomplizierten Kontaktaufnahme will die Wählergemeinschaft auch mit einem Stammtisch sorgen, der an jedem zweiten Donnerstag im Monat ab 19.30 Uhr in der Gaststätte "Zur Brille" am Issumer Tor 49 stattfinden soll. "Wirklich jeder" sei willkommen, so BiG-Akteur Hans Norbert Wittlings. Dann sollen die aktuelle Politik und die Anliegen der Leute auf den Tisch kommen.

Eine Webpräsenz wird ebenfalls freigeschaltet: www.buerger-in-geldern.de.

(RP)