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Geldern: Chefarzt Rupertus Schnabel fühlt sich im Krankenhaus sicher

Chefarzt aus Geldern : „Im Krankenhaus fühle ich mich sicherer als anderswo“

Rupertus Schnabel, Ärztlicher Direktor des Gelderner St.-Clemens-Hospitals, ist von der Wirksamkeit des umfassenden Hygienekonzepts in diesem Haus überzeugt.

Die Zeiten, in denen sich Menschen unbeschwert begegnen konnten, sind vorbei. Die Corona-Pandemie verlangt Kontaktvermeidung, Abstände und Gesichtsmasken. Doch wie kann Infektionsschutz funktionieren, wenn Nähe gefordert ist? Zum Beispiel in einem Krankenhaus. Dr. med. Rupertus Schnabel, Ärztlicher Direktor im Gelderner St.-Clemens-Hospital und dort verantwortlicher Mediziner für den Fachbereich Hygiene, liefert Antworten.

Herr Schnabel, fühlen Sie sich im Krankenhaus sicher?

Rupertus Schnabel Ja, unbedingt. Denn wir wissen heute, wie wir uns vor einer Infektion mit dem Virus schützen können, und setzen dieses Wissen konsequent um. Um es klar zu sagen: Im St.-Clemens-Hospital fühle ich mich sicherer als in den meisten anderen Umgebungen.

 Rupertus Schnabel
Rupertus Schnabel Foto: St.-Clemens-Hospital

Wie sieht diese Umsetzung im St.-Clemens-Hospital aus?

Schnabel Unser Hygienekonzept fußt auf vielen Bausteinen: Das sind zum einen die Hygieneregeln, die sich gar nicht so sehr von denen unterscheiden, die auch außerhalb des Krankenhauses gelten. Wir achten auf Abstände, sorgen für ausreichend Durchlüftung aller Arbeitsbereiche, desinfizieren regelmäßig die Hände und tragen konsequent Masken, in der Regel zertifizierte Mund-Nase-Schutzmasken mit FFP2- oder KN-95-Standard. Weitere Bausteine sind eine umfangreiche Teststrategie, der besonders geschützte Umgang mit Covid-19-Patienten und unsere Besuchsregelung.

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Bleiben wir zunächst bei der Teststrategie. Wie sieht die aus?

Schnabel Wir testen nicht nur unsere Mitarbeitenden, sondern zudem alle Patienten, die zur stationären Behandlung aufgenommen werden. Dabei verwenden wir ausschließlich PCR-Tests, die äußerst zuverlässig sind, weil sie sogar winzigste Virusfragmente entdecken. So erhalten wir sichere Erkenntnisse über den Infektionsstatus. Das gilt übrigens ebenso für Notfälle. Hier setzen wir ein spezielles PCR-Verfahren ein, bei dem das Ergebnis noch vor der Verlegung auf eine Station vorliegt. In Vorbereitung ist zudem ein offenes Testzentrum für die Bürger der Region. Dort werden wir auch Schnelltests für Besucher vornehmen. Es ist geplant, dass wir zukünftig Personen mit einem negativen Coronatest, der nicht älter ist als zwölf Stunden, zu definierten Besuchszeiten den Zugang in unser Krankenhaus ermöglichen.

Patienten und Mitarbeiter sind negativ getestet. Warum müssen sie dennoch Maske tragen?

Schnabel Weil jeder Test nur eine Momentaufnahme darstellt und das Tragen der Maske zusätzliche Sicherheit gibt. Sowohl für die Patienten, als auch für die Mitarbeiter. Wir achten dabei sehr auf eine situationsangepasste Umsetzung. In ihren Betten dürfen die Patienten beispielsweise die Maske ablegen. Hier besteht ausreichend Abstand zwischen den Plätzen, außerdem teilen sich ja ausschließlich Corona-freie Patienten ein Zimmer. Sobald aber Untersuchungen oder pflegerische Tätigkeiten durchgeführt werden, legen die Patienten die Masken an, unsere Mitarbeitenden tragen dann eine adäquate Schutzausrüstung.

Und wie gestaltet sich die Besuchsregelung?

Schnabel Zugelassen sind nur definierte Kontaktpersonen zu festen Besuchszeiten mit Passierschein. Am Eingang gibt es einen kurzen Infektions-Check, und die Besucher erhalten eine neue Schutzmaske. Darauf legen wir Wert, weil wir nicht wissen, wie lange die eigenen Masken schon im Gebrauch sind. Während des gesamten Besuchs gilt ein Abstandsgebot. Wir wissen, dass es schwerfällt, den kranken Angehörigen während des Besuchs nicht zu berühren. Wir wissen aber auch, dass es derzeit unsere vordringliche Aufgabe ist, die Patienten vor einer möglichen Infektion zu schützen. So bedauerlich das ist: Patientenschutz hat für uns in der aktuellen Situation Vorrang vor dem Bedürfnis nach Trost und Nähe. Wir werden die Regelung aufheben, sobald es uns möglich ist.

Wie gehen Sie mit Patienten um, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben?

Schnabel Natürlich behandeln wir auch infizierte Patienten, gar keine Frage. Allerdings achten wir darauf, dass es keine Vermischung zwischen Infektionsbereichen und den anderen Bereichen unseres Hauses gibt. Den Mitarbeitern auf den Infektionsstationen gilt unser besonderes Augenmerk. Sie arbeiten ausschließlich mit kompletter Schutzausrüstung, also mit Mundschutz, Visier, Haube, Handschuhen und Overall. Hinzu kommen regelmäßige Testungen. Gleiches gilt übrigens für die Kolleginnen und Kollegen der Zentralen Notaufnahme. Schließlich landen dort alle Patienten, deren Infektionsstatus zunächst noch ungeklärt ist.

Glauben Sie, dass sich die umfassenden Maßnahmen bewähren?

Schnabel Zu Beginn der Pandemie mussten wir erleben, wie das Virus trotz intensiver Schutzmaßnahmen von außen in unser Krankenhaus eingeschleppt wurde. Das ist seither nicht mehr passiert. Durch unser umfassendes Hygienekonzept können Patienten und Mitarbeiter heute sicher sein, dass sie im St.-Clemens-Hospital keiner Gefährdung ausgesetzt sind. Problematisch sind eher private Kontakte. Hier muss jeder für sich selbst Verantwortung tragen.