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Geldern: Betrunkener wirft Stein und trifft Polizistin am Kopf

Erneut ein Vorfall in Geldern : Betrunkener wirft Polizistin Stein an den Kopf

Am Donnerstagnachmittag ist es in Geldern erneut zu Angriffen auf Polizeibeamte und Sanitäter gekommen. Für vier Betrunkene endete der Tag in Gewahrsam. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage, bei dem es Attacken gegen Einsatzkräfte gab.

Wie die Kreispolizeibehörde Kleve mitteilte, hat ein 59 Jahre alter Mann aus Geldern einem Beamten bei einem Einsatz am Heiligenweg in den Unterleib getreten und eine weitere Polizistin mit einem Kieselstein beworfen. Der Stein soll die Beamtin am Kopf getroffen haben. Dabei war der Mann selbst hilfebedürftig: Er war nach einer Verletzung durch Sanitäter behandelt worden, die jedoch von drei weiteren Personen derart an ihrer Arbeit gehindert und beleidigt wurden, dass sie die Polizei zur Hilfe rufen mussten.

Die Polizei rückte gleich mit mehreren Streifenwagen an. Nach Angaben der Behörde ist der 59-Jährige – offenbar Rädelsführer der Gruppe – zum Angriff auf die Polizei übergangen, als er mitkommen sollte zur Wache. Das aggressive Verhalten führte schließlich dazu, dass die Beamten ihn in Gewahrsam nahmen, um ihm dort zur Feststellung seines Alkoholgehalts eine Blutprobe zu entnehmen. Die drei anderen Personen erhielten einen Platzverweis.

Mit der Anweisung, den Heiligenweg zu verlassen, endete der Einsatz jedoch nicht: Nur eine Stunde später wurde die Polizei erneut dorthin gerufen, weil die drei Gruppenmitglieder trotzdem dort verblieben und ihr Trinkgelage in einer Garage fortsetzten. Die Polizei griff schließlich durch und beendete das Treffen. Alle kamen in Gewahrsam.

Der Vorfall vom Donnerstag ist der vierte dieser Art innerhalb weniger Tage: Bereits am zurückliegenden Wochenende hatte es in Geldern bei insgesamt drei Einsätzen zum Teil körperliche Angriffe gegen Polizisten und Rettungssanitäter gegeben. Bei einem Einsatz am Sonntag an der Walbecker Straße hatte ein älterer Herr eine Machete gezückt, um Sanitäter zu vertreiben, die ihm eigentlich nur helfen wollten, weil sein Gesundheitszustand schlecht war. Auch dort musste die Polizei einschreiten; die Waffe wurde beschlagnahmt.

Allgemein nehmen die Hemmungen gegenüber Polizisten und Rettungskräften ab, das Problem besteht bereits seit Monaten. Wie eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde in Kleve mitteilte, nähmen viele eine Uniform als eine Art „rotes Tuch“ wahr. Oft seien Alkohol und Drogen im Spiel – so wie auch am Donnerstag.

(cka)