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Gelderland: Eichenprozessionsspinner sorgen für Ärger in den Gemeinden

Gemeinde Issum sperrt Wege am Oermter Berg : Sie sind überall: Eichenprozessionsspinner

Das Gelderland wird trotz Vorsorge von den Raupen geplagt. Die Entfernung der Nester kann sich noch über einige Wochen hinziehen.

Sie sind haarig, klein und sorgen momentan für eine Menge Ärger: Eichenprozessionsspinner. Die Haare der Raupen, die in den Eichen wohnen, lösen bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus. Auf der Haut entstehen Pusteln, manche Betroffene leiden unter Atemnot. Viele Bäume im Gelderland wurden vorsorglich ge­spritzt, aufgrund der milden Witterung hat das Mittel aber vielerorts nicht angeschlagen.

Unter anderem die Anwohner Am Wagenberg in Issum haben mit den haarigen Tieren ihre Not. Neben ihren Grundstücken befinden sich Eichen, in denen die Prozessionsspinner sitzen. Sie fühlen sich von der Gemeinde allein gelassen. „Es ist auch ganz schrecklich, überall“, sagt Thomas Schwolow von der Verwaltung. Allerdings seien der Gemeinde die Hände gebunden, wenn die Eichenprozessionsspinner sich auf einem privaten Grundstück befinden. Dazu gebe es ein Urteil des Verwaltungsgerichts.

Die rund 500 Bäume, die auf Gebiet der Gemeinde Issum, an Schulhöfen, Spielplätzen und am Freibad stehen, wurden behandelt. Ein Teil des Oermter Berges hingegen sei vor ein paar Tagen wegen der Eichenprozessionsspinner vorsorglich gesperrt worden.

Schwolow appelliert, der Plage auszuweichen, auch wenn er den Frust verstehen kann, wenn Anwohner aktuell nicht in den eigenen Garten oder die übliche Runde mit dem Hund gehen können. Es sei eine Sache der Zeit. „Die Raupen machen sich gerade auf den Weg“, sagt Schwolow. Sie werden sich demnächst verpuppen und dann zu Faltern. „Es wäre wichtig, wenn es einmal regnen würden, damit wenigstens die ganzen Haare auf den Blättern und in der Luft weggespült werden.“ Derzeit seien täglich Arbeiter in Schutzanzügen unterwegs, um die Nester beseitigen.

Auch ein Anwohner aus Walbeck schlägt Alarm. Auf der Straße In den Honnen haben sich in mehreren Bäumen Eichenprozessionsspinner gesammelt. Gelderns Stadtsprecher Herbert van Stephoudt erinnert daran, dass auch dort einige Bäume prophylaktisch behandelt worden seien. Trotzdem sind die Raupen da. „Aber der Befall ist so stark, dass nicht alles bekämpft werden kann“, nennt van Stephoudt das Dilemma, dem sich aktuell viele Städte ausgesetzt sehen.

Überall gilt: An Kitas, Grundschulen, Sportstätten werden als erstes die Nester abgesaugt. An befallenen Waldwegen soll darauf hingewiesen werden, wenn ein Befall vorliegt und die Menschen werden gebeten, andere Wege zu nutzten. Es gebe Überlegungen, im nächsten Jahr intensivere Spritzaktionen vorzunehmen, dafür müsse Geld in den Haushalt gestellt werden, so Gelderns Stadtsprecher. Einig sind sich alle, dass sie in diesem Jahr von der Population der Eichenprozessionsspinner überrollt wurden.

Betroffen sind auch die Bereiche entlang der Niers. Der Niersverband hat Spezialfirmen beauftragt, die Nester in den Bäumen abzusammeln, heißt es. Da dies jedoch nicht auf einmal geschehen kann, werden an den betroffenen Stellen Warnschilder aufgestellt. Wegen der großen Anzahl der betroffenen Bäume könne die Bekämpfung noch mehrere Wochen dauern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist der Eichenprozessionsspinner