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Geldautomat in Straelen gesprengt

Schäden für die Volksbank enorm : Geldautomat in Straelen gesprengt

Erneut versuchten Unbekannte, Geldautomaten zu sprengen. Dieses Mal in Straelen und Viersen-Boisheim. Die Schäden in der Blumenstadt sind enorm, Publikumsverkehr sei deshalb derzeit nicht möglich, teilt die Volksbank mit.

Erneut haben bislang noch unbekannte Täter versucht, am Niederrhein Geldautomaten zu sprengen – in der Nacht von Montag auf Dienstag in Straelen sowie in Viersen-Boisheim. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist laut Polizei noch unklar.

Mit einem lauten Knall wurden die Straelener in der Nacht von Montag auf Dienstag geweckt. Gegen 3.40 Uhr versuchten die noch unbekannten Täter, auf der Kuhstraße einen Geldautomaten im Foyer der Volksbank zu sprengen. Nach bisherigen Erkenntnissen flüchteten die Täter ohne Beute. Auch in welche Richtung sie flüchteten, ist noch unbekannt. Wie hoch der Sachschaden ist, könne die Volksbank noch nicht beziffern, die Prüfung laufe noch. „Der Schaden ist auf jeden Fall enorm, weil auch das Foyer erheblich beschädigt wurde“, sagt Christian Hälker, Sprecher der Volksbank an der Niers. Publikumsverkehr sei deshalb derzeit auch nicht möglich in der Filiale. „Die Bank-Berater sind jedoch vor Ort und auch alle telefonisch erreichbar“, sagt Hälker.

Auch in Viersen-Boisheim wurden die Anwohner gegen 4 Uhr durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Laut Polizei haben Zeugen berichtet, dass es kurz danach einen zweiten Knall gab. Ein Anwohner, der nach dem ersten Knall nach draußen ging, habe vor einem Geschäft drei unbekannte Männer beobachtet, die offenbar den Geldautomaten aufgesprengt hatten. Der Zeuge habe die Unbekannten angeschrien, die daraufhin in einen dunklen Kombi gestiegen und in Richtung Nettetaler Straße geflüchtet seien. Bei dem Kombi könnte es sich nach Polizeiangaben um einen Audi gehandelt haben, an dem möglicherweise ein niederländisches Kennzeichen angebracht war.

Ein Bild aus dem Innern der Volksbank-Filiale. Foto: Guido Schulmann

Nach ersten Feststellungen erbeuteten die Täter auch in Viersen kein Geld. Es handelte sich in Boisheim zudem um einen Geldautomaten, der an einem Geschäft installiert war, also nicht zu einer Bank gehörte. An dem Gebäude entstand wie in Straelen hoher Sachschaden.

 Nachdem es längere Zeit ruhig geblieben war, mehrten sich zuletzt wieder die Fälle der Geldautomaten-Sprengungen: im Dezember in Wankum, als die Täter den Voba-Automaten auf dem Netto-Parkplatz sprengten. Ende Februar in Emmerich, als ein Automat nahe einer Spielhalle gesprengt wurde. Der Fall aus Emmerich erregte hohe Aufmerksamkeit, weil zwei der drei Verdächtigen wenig später auf einer Autobahn in den Niederlanden tödlich verunglückten.

Anfang März wurde ein Geldautomat der Volksbank in Schaephuysen gesprengt. „Sowohl in Schaephuysen als auch in Wankum waren die Sachschäden wie in Straelen jetzt enorm“, sagt Voba-Sprecher Hälker. In Wankum habe der Schaden im hohen fünfstelligen Bereich gelegen, in Schaephuysen sei die Schadensermittlung noch nicht abgeschlossen. „Wir sind auf jeden Fall froh, dass bei den Sprengungen bislang keine Personen geschädigt wurden.“

Die Volksbank an der Niers hat sich für die Schäden, die durch die Sprengungen entstehen, auch entsprechend versichert. Günstig sei das aber nicht, heißt es. Zudem gebe es eine Selbstbeteiligung. Die Täter scheine auch nicht abzuschrecken, dass die Automaten immer sicherer werden, wodurch es die Täter also noch schwerer haben, an das Bargeld zu kommen.

 Die Polizei im Kreis Kleve hat registiert, dass sich die Fälle zuletzt wieder häuften. „Die Automaten-Sprengungen passieren oft in Wellenbewegungen“, sagt eine Sprecherin. Bezüglich der Tat in Straelen lagen der Polizei am Dienstag noch keine Hinweise zu den Tätern oder deren Fluchtfahrzeug vor.