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Geldautomat in Geldern-Lüllingen gesprengt - Verwüstung bei Volksbank

„Zweimal hat es geknallt“ : Bild der Verwüstung nach Sprengung eines Geldautomaten in Lüllingen

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag versuchten Täter Geld zu erbeuten, indem sie den Bankautomaten in der Volksbank in Geldern-Lüllingen sprengten. Sie richteten erheblichen Schaden an und flüchteten mit einem Motorroller.

Um 3.40 Uhr war am Donnerstag für den Lüllinger die Nachtruhe vorbei. „Zweimal hat es geknallt, und ich bin hochgeschreckt“, sagt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er wohnt in unmittelbarer Nähe der Volksbank-Filiale in Lüllingen. Die SB-Geschäftsstelle wurde durch die Explosion einer Geldautomatensprengung verwüstet. Splitter von zerschmetterten Glasscheiben flogen umher, sie landeten teilweise auf der anderen Seite der an dem Gebäude vorbeiführenden Landstraße zwischen Walbeck und Kevelaer, rund 40 Meter entfernt. Fensterrahmen waren im Erdgeschoss aus der Fassung gerissen, Kabel hingen von der Decke.

 Mit ungeheurer Wucht riss die Explosion Fensterrahmen aus der Halterung und zerschmetterte Scheiben.
Mit ungeheurer Wucht riss die Explosion Fensterrahmen aus der Halterung und zerschmetterte Scheiben. Foto: Klatt

Geldscheine lagen zwischen den Trümmerteilen, einige Scheine sollen auch durch die Luft geflogen sein. „Wir wissen nicht, ob die Täter Beute gemacht haben und wieviel“, sagte Corinna Saccaro, Sprecherin der Kreispolizei, am Nachmittag.

 Glasscherben waren um das Gebäude verteilt.
Glasscherben waren um das Gebäude verteilt. Foto: Klatt

Nach ersten Zeugenhinweisen handelt es sich um zwei Täter. Sie sollen mit einem Motorroller über den Rochusweg in Richtung niederländische Grenze geflüchtet sein. Der Polizei sind auch Hinweise auf eventuell andere auffällige Fahrzeuge wichtig. Denn, so Corinna Saccaro, die Ganoven könnten mit dem Roller nur eine kurze Strecke gefahren und dann womöglich in ein Auto umgestiegen sein.

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In den frühen Morgenstunden begann die Polizei damit, Spuren am Tatort zu sichern. Wegen der erheblichen Gebäudeschäden musste jedoch zunächst ein Statiker die Sicherheit prüfen. Erst nach dessen Okay konnten die Beamten ihre Arbeit aufnehmen. Ebenfalls am frühen Morgen hatte ein Volksbank-Mitarbeiter Trümmerteile rund um das Gebäude zusammengefegt und auf einen Anhänger geladen. Zwei Streifenpolizisten bewachten den Tatort, der mit blauen Planen umstellt war. Auch eine Verwandte des Hausbesitzers war vor Ort. „Ich habe auf dem Weg zur Arbeit von dem Vorfall gehört und bin dann direkt hierhin gefahren“, erklärte sie.

Durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogen wurde auch die Wohnung im Obergeschoss, deren Bewohner aber zurzeit nicht da sind. Deshalb gab es glücklicherweise auch keine Verletzten. In der Wohnung, so die Polizeipressesprecherin, sei durch die Wucht der Detonation einiges zu Bruch gegangen, es seien Bilder von der Wand gefallen. Ob die Wohnung bewohnbar ist, darüber konnte sie keine Auskunft geben.

Die Ermittlungen der Polizei laufen weiter. Hinweise zu verdächtigen Personen oder Beobachtungen nimmt die Kriminalpolizei Kalkar unter der Telefonnummer 02824 880 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Immer wieder fliegen, auch im Gelderland, mitten in der Nacht Bankautomaten in die Luft. Im September 2020 war ein Automat in Walbeck das Ziel der Täter. Die Sprengung misslang, die Verbrecher flüchteten in einem Pkw in Richtung Niederlande.

Im Vorraum der Sparkasse in Wachtendonk kam es im August 2020 zu einer Geldautomatensprengung. Hier entstand erheblicher Sachschaden. Unter anderem gingen Scheiben zu Bruch. Die Täter flüchteten unerkannt. Handwerker hatten mehrere Monate lang zu tun, um die Schäden in der Geschäftsstelle zu beheben.

Im April 2020 nahmen Kriminelle in Pont an der Dorfstraße einen Geldautomaten ins Visier. Die Sprengung scheiterte hier allerdings ebenso wie in dem aus Walbeck geschilderten Fall.