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Gekappte Glasfaserleitung sorgt für Ärger in Issum

Bürgermonitor : Gekappte Glasfaserleitung sorgt für Ärger

Unzählige Anrufe hat Familie Waldmann aus Issum hinter sich. Sie möchte, dass der Schaden vor ihrer Haustür beseitigt wird. Erst nachdem Bürgermeister Clemens Brüx sich einschaltete und die RP nachfragte, ging es voran.

Ein glatter Schnitt geht durch das Kabel vor der Haustür der Familie Waldmann in Issum. Dadurch gibt es kein Internet mehr von der Deutschen Glasfaser. Gekappt wurde das orangefarbene Kabel unabsichtlich, bei Tiefbauarbeiten. Die Firma meldete den Schaden dem Unternehmen Deutsche Glasfaser.

Dadurch, dass diese Kabel auch nicht sehr tief verlegt sind, wird das vielleicht nicht das einzige Mal sein, dass so etwas passiert, meint Nils Waldmann. Ihn ärgert, dass nach der Meldung an die Deutsche Glasfaser nichts mehr passierte. Das Unternehmen meldete sich nicht. Dafür griff der Issumer mehrmals zum Telefon und wurde immer wieder vertröstet. Beim dritten Anruf, da waren es schon elf Tage nach dem Schaden, habe sich der Servicemitarbeiter am anderen Ende des Telefons sogar über ihn lustig gemacht. Er könne zwar so oft anrufen wie er möchte, schneller gehe es dadurch auch nicht. Service hört sich für den Issumer anders an.

Das Kabel wurde am 20. September gekappt. Das ist schon mehr als zwei Wochen her. Getan hat sich seitdem immer noch nichts. Erst, als Nils Waldmann Bürgermeister Clemens Brüx einschaltete, kam eine Rückmeldung von der Deutschen Glasfaser, man werde sich kümmern. „Wir haben die Zusage, dass der Schaden bis Ende der Woche behoben ist“, sagt Brüx.

Diese Leitung der Deutschen Glasfaser wurde gekappt. Foto: privat

Generell stellt er Brüx klar: Der Umstand, dass er für den Glasfaserausbau und schnelleres Internet war, bedeute nicht, dass er die Firma Deutsche Glasfaser unterstütze und für alles verantwortlich sei, was sie unternimmt. In diesem Fall hatte ein Bürger ein Problem, dem habe die Verwaltung Nachdruck verliehen. „Das können wir aber nicht immer und überall machen“, betont der Bürgermeister.

Eigentlich braucht die Familie Waldmann die Leitungen der Deutschen Glasfaser noch nicht. Die Übergabe von ihrem alten Anbieter, der Telekom, ist erst im Januar. Aber schon jetzt konnten sie die Leitungen der Deutschen Glasfaser für das Internet nutzen. „Es geht ums Prinzip“ , sagt Nils Waldmann. Denn was ist erst, wenn er wirklich von dem Unternehmen abhängig ist und die Familie längere Zeit ohne Telefon und Internet dasteht? „Sehr ärgerlich“, fasst er das bisherige Geschehen zusammen und hofft, dass das Unternehmen an seiner Servicequalität arbeitet. „Eine Störungsbeseitigung sollte doch nicht so lange dauern, und wenigstens einen persönlichen Kontakt sollte man doch erwarten können. Zumal ja wirklich nur eine einzige Glasfaserleitung geflickt werden muss und nicht ein ganzer Strang.“

Von der Pressestelle der Deutschen Glasfaser heißt es, dass der Zeitpunkt, als die Leitung gekappt wurde, „sehr ungünstig“ gewesen sei. Man habe sich gerade im Übergang von der Bau- in die Wartungsphase befunden. Für beide Phasen sind verschiedene Generalunternehmer zuständig. Die Zuständigkeit musste erst einmal geklärt werden.

Kurz nachdem der Bürgermeister und die RP sich einschalteten, meldete sich das Unternehmen bei der Familie. Donnerstag soll es einen Vor-Ort-Termin in Issum geben, heißt es von Seiten der Deutschen Glasfaser. Dann ist der Schaden genau drei Wochen her.