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Geldern: Geheime Lösungsidee für Kapellener Weg

Geldern : Geheime Lösungsidee für Kapellener Weg

Bürgermeister Sven Kaiser hat sich eingeschaltet. Er hofft, dass die Anwohner, die die Gartenstraße dichtgemacht haben, auf einen Kompromissvorschlag eingehen. Der Nachbarschaftsfrieden im Umfeld ist derzeit schwer erschüttert.

An der Situation der Anwohner an der Langen Straße hat sich bislang faktisch nichts geändert. Rollstuhlfahrer Ralf Rosendahl komme weiterhin nicht ohne Hilfe aus dem Haus, und die 94-jährige Leni van de Kamp müsse weiter die Mülltonnen durch die Wohnung an die Straße ziehen, weil es den Weg nach hinten aus ihrem Garten heraus nicht mehr gibt, erzählt Nachbar Johannes Korting.

Ein weiteres Problem sei hinzugekommen: Bei Korting hat sich jemand darüber beschwert, dass die Mülltonnen nun immer den Bürgersteig an der Langen Straße verstellen. "Ich kann das verstehen", sagt er. Er habe die Stadt unterrichtet: "Ich warte jetzt auf Anweisungen."

In Kapellen hat ein Paar, wie berichtet, ein Grundstück gekauft und den eigenen Garten über den Fußweg "Gartenstraße" hinweg gebaut. Der Grund: Der Weg war zwar immer für jeden zugänglich, führt aber über den privaten Grund von Anliegern. Nun endet er an einer Betonmauer.

Die besagten Bauherren waren am Dienstagabend bei Bürgermeister Sven Kaiser zum Gespräch. "Wir haben einen Vorschlag gemacht, der aus Sicht der Stadt für alle Seiten ein guter Lösungsweg ist und durch den sich das Problem kurzfristig beheben lassen könnte", sagt Kaiser. Wie dieser Kompromiss aussehen würde, verrät er nicht. Man habe vereinbart, eine Bedenkzeit vergehen zu lassen, während der die im Raum stehende Idee nicht öffentlich thematisiert wird.

Ungeachtet dessen lässt die Stadtverwaltung die Angelegenheit juristisch prüfen. Die Ergebnisse stehen aber noch aus.

Gäbe es eine Lösung, dürfte das dem Nachbarschaftsfrieden vermutlich zuträglich sein - der sei nämlich im Augenblick empfindlich gestört, sagt Anwohner Johannes Korting. Er berichtet, dass die Sache im Ort zudem durchaus kontrovers besprochen werde. So gebe es einen weiteren Anlieger, der jetzt mit dem Gedanken spiele, auch "seinen" Abschnitt des Fußwegs abzusperren. Und es gebe Bürger, die den Pfad wegen wuchernden Grünzeugs und Müll-Ecken ohnehin nicht gemocht hätten. Diese Stimmen kämen allerdings nicht von den direkten Nachbarn, die auf den Weg angewiesen seien, so Korting.

(RP)