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Gartenfreudin aus Geldern möchte güne Oasen im Gelderland zeigen

Wunsch nach offenen Gärten : Oasen im Gelderland begehbar machen

Seit Jahren lädt der Nordkreis zu der Aktion „Offene Gärten im Kleverland“ ein. Die passionierte Gartenliebhaberin Manuela Schoofs aus Veert möchte so ein Projekt nun auch für den Südkreis starten.

Iris und Edmund Jagoda aus Rees haben ihren Landhausgarten erst vor ein paar Jahren komplett neu gestaltet. „Durch größerer Bäume, Sträucher und üppige insektenfreundliche Staudenbeete ist es uns gelungen, in relativ kurzer Zeit ein kleines grünes Paradies zu schaffen, in dem es summt und brummt“, erzählen die beiden. Verschiedene „Gartenzimmer“ mit Sitzplätzen laden jetzt zum Verweilen ein. Gestaltungsideen mit „alten“ Mauern, einem rostigen Pavillon und kreativen Dekorationen runden das harmonische Gesamtbild ab. Iris und Edmund Jagoda sind stolz auf ihren Garten. So stolz, dass sie sich in diesem Jahr zum ersten Mal an der Aktion „Offene Gärten im Kleverland“ beteiligen.

Angefangen hat alles mit drei Gartenbesitzern im Jahr 2005. Nach dem Vorbild der offenen Gartenpforte in England wollten sie ihre Gärten der Öffentlichkeit präsentieren. Schnell stieß ihre Idee auf Zuspruch. In diesem Jahr werden 18 private Blumen- und Pflanzenliebhaber ihre Pforten öffnen und Besuchern in der Zeit von April bis September Einblicke in die grünen Oasen gewähren. Auch der Park Museum Schloss Moyland, die Klever Gärten sowie das Tropische Gewächshaus mit Lehr- und Schaugärten der Hochschule Rhein-Waal nehmen teil.

 Ideengeber für die Offenen Gärten: Klaus Bender und Manfred Lucenz.
Ideengeber für die Offenen Gärten: Klaus Bender und Manfred Lucenz. Foto: Niederrhein Tourismus
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Unterstützt werden sie von der Wirtschaft & Tourismus Stadt Kleve GmbH sowie der Gemeinde Bedburg-Hau. „Die Offenen Gärten im Kleverland sind auch überregional sehr bekannt“, freut sich Martina Gellert von Wirtschaft & Tourismus Stadt Kleve über die Aufmerksamkeit. Jedes Jahr erscheint ein eigener kleiner Flyer, in dem die Teilnehmer vorgestellt werden. Für drei Euro können Besucher die Gärten dann an bestimmten Tagen besichtigen.

 Der Bauerngarten von Elisabeth Imig und Silke Imig-Geroldist ist im Laufe von über 50 Jahren gewachsen.
Der Bauerngarten von Elisabeth Imig und Silke Imig-Geroldist ist im Laufe von über 50 Jahren gewachsen. Foto: Wirtschaft & Tourismus Stadt Kleve GmbH

Von so einer Aktion kann Manuela Schoofs aus Veert nur träumen. Schöne Gärten gebe es zur Genüge auch im Gelderland, findet sie. Nur sei es bisher leider noch nicht gelungen, die Gartenfreunde miteinander zu vernetzen. Mit einer Ausnahme: am Tag der offenen Gartentür. Der bundesweite Aktionstag findet in diesem Jahr am 26. Juni statt und wird auch von der Arbeitsgemeinschaft „Offene Gärten im Kleverland“ unterstützt. Bei der privaten Gartenschau kommen Menschen mit grünem Daumen zusammen, um sich über ihr Hobby auszutauschen. Zugesagt haben für dieses Jahr unter anderem das Naturschutzzentrum Gelderland, Sabine Kotzan, Kapellener Markt 2, in Geldern, Herbert und Hildegard Spolders, Dämmerstraße 10a, in Kapellen sowie Margret und Klemens Tennagels, Herscheler Weg 7, in Louisenburg.

Einziger Wermutstropfen: Die Aktion findet nur einmal im Jahr statt. Was Manuela Schoofs vorschwebt, ist eher eine Saison, in der die Gärten im Südkreis offenstehen. Seit Jahren veranstaltet sie auf eigene Faust eine offene Gartenpforte. Schon als Kind habe sie Blumen geliebt, deshalb sollte ihr Garten vor allem ein bunter Blumengarten werden. „Schließlich ist ,bunt‘ meine Lieblingsfarbe“, sagt Schoofs. „Bei der Gestaltung war mir stets wichtig, dass sich der neue Garten harmonisch in das Gesamtbild des ländlichen Anwesens einfügt und dass auch die heimische Flora und Fauna ein Refugium erhalten soll.“

Seit mehr als 100 Jahren ist ihre Familie auf dem Gehöft am Geurdenweg ansässig. Vor 20 Jahren, als Schoofs mit der Gärtnerei anfing, gab es dort nur eine brache Fläche mit Gestrüpp und Wildwuchs. Davon ist nichts mehr zu sehen. Während die Blumenbeete von Frühling bis Herbst in den buntesten Farben leuchten, weist der rund 4000 Quadratmeter große Garten auch formale Elemente, parkähnliche Weite und nicht zuletzt ein paar wilde Ecken auf, damit auch die tierischen Mitbewohner einen Unterschlupf und genügend Nahrung finden. Ein Nutzgarten, verschiedene Teiche und die zum ursprünglichen Bauernhof gehörenden Obstwiesen, auf denen im Sommer Schafe weiden, runden das ländliche Ambiente ab.

Gerne würde sich Manuela Schoofs mit anderen Gartenbesitzern aus dem Gelderland zusammenschließen, um der Landlebenstadt noch mehr Leben einzuhauchen. Für den Anfang würde sie sich freuen, dass sich mindestens zwei, drei weitere Gartenbesitzer bei mir melden, die mitmachen wollen. Schoofs könnte sich unter anderem eine Fahrradtour von Garten zu Garten vorstellen. Und wer weiß: Vielleicht wird es dann irgendwann auch die Aktion „Offene Gärten im Gelderland“ geben.