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Futterzuschuss vom Land: Tierheim Geldern ist skeptisch

Förderung in Coronazeiten : Fördergeld: Tierheim in Geldern geht wohl leer aus

Das Land stellt einen Zuschuss für das Futter zur Verfügung. Es sei aber nicht so einfach, das Geld zu bekommen, heißt es. Hintergrund: Der Einrichtung geht es offenbar noch zu gut.

Auch die Tierheime in der Region leiden unter der Coronakrise. Die Kosten laufen weiter, gleichzeitig gehen die Einnahmen zurück, wie Christian Franz, stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins Geldern, berichtet. Der Verein betreibt auch das Tierheim in der Herzogstadt. „Die Spenden von Einzelpersonen sind deutlich zurückgegangen, gleichzeitig waren viele Geschäfte geschlossen, in denen unsere Spendendosen stehen. Auch dadurch kam weniger Geld zusammen“, erläutert er.

Zudem würden momentan auch kaum Tiere vermittelt. Die Schutzgebühr, die dafür verlangt werde, sei zwar nur kostendeckend, aber wenn weniger Tiere vermittelt werden, ist das Tierheim natürlich voller als sonst. Das kostet Futter und Unterhalt. Um den Tierheimen in der aktuellen Situation zu helfen, hat das Land ein Förderprogramm gestartet. Die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Margret Voßeler-Deppe und Günther Bergmann weisen auf diese neue Form der finanziellen Hilfe hin. Über die Website des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz von Nordrhein-Westfalen (https://url.nrw/Futterkostenförderung) können ab sofort auch Tierheime im Kreis Kleve Anträge auf finanzielle Unterstützung bei Futterkosten stellen.

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Die Zeit drängt allerdings: Das Antragsformular kann bis zum 30. April heruntergeladen werden. Mit Ende des Monats endet die Antragsfrist. Zur Unterstützung der Tierheime in der aktuellen Krisenlage stellt das Land 400.000 Euro zur Verfügung. Pro Einrichtung kann ein einmaliger Zuschuss in Höhe von bis zu 2000 Euro ausgezahlt werden. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Tierheime und tierheimähnliche Einrichtungen, wie Tierpensionen oder Gnadenhöfe, mit Sitz in Nordrhein-Westfalen.

2000 Euro für ein Tierheim, das höre sich zunächst ganz gut an, so Christian Franz. „Wir haben allerdings Zweifel, dass wir dieses Geld auch bekommen“, sagt er. Problem sei nämlich, dass das Geld nur an Tierheime gezahlt werde, deren Betrieb akut gefährdet ist. Jetzt räche es sich ironischerweise, dass man in Geldern immer vernünftig gewirtschaftet habe. „Platt gesagt, geht es uns noch nicht schlecht genug, um die Unterstützung zu bekommen“, sagt er. Ähnliches gelte für ein Förderprogramm des Bundes. Da würde das Unterstützungsgeld nur an Vereine gezahlt, die einen wirtschaftlichen Zweck verfolgen. „Aber wir sind leider gemeinnützig.“

Franz will sich aber auf jeden Fall beim Land erkundigen, ob es nicht doch eine Möglichkeit auf finanzielle Hilfe gibt. „Wenn das nicht möglich ist, kann ich es mir auch sparen, den Antrag auszufüllen. Denn das ist mit erheblichem Aufwand verbunden“, sagt er.

Günther Bergmann rät dem Tierheim, es auf jeden Fall mit einem Antrag zu versuchen. Er wisse von Einrichtungen, die das Geld bekommen hätten.