Freiheitsstrafen für Darknet-Dealer aus Geldern

Verurteilung : Freiheitsstrafe für Darknet-Dealer aus Geldern

Wer im Internet surft, hinterlässt üblicherweise Spuren. Drogendealer weichen deswegen für den Handel auf das Darknet aus. Eine Bande, die sich die Anonymität des Darknets zunutze gemacht hat, beschäftigt seit Dezember 2018 das Klever Landgericht.

Ein führendes Mitglied der Bande, die Marihuana und Haschisch über das Darknet verkaufte, wurde dort bereits im Januar zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. In einem zweiten Verfahren mussten sich seit März drei weitere Angeklagte verantworten.

Die 1. große Strafkammer verurteilte die drei Männer am Donnerstag wegen Beihilfe zum (teilweise bandenmäßigen) Handeltreiben mit Betäubungsmitteln. Vier Jahre und sechs Monate bekam ein 34-Jähriger aus Krefeld, vier Jahre ein 32-Jähriger aus Dortmund. Ein 37-jähriger Gelderner wurde zu zwei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Die Männer sollen laut Urteil als Gehilfen an dem Drogenhandel mitgewirkt haben. Sie sollen Cannabis zwischengelagert, zur bandeneigenen Versandzentrale nach Geldern transportiert oder die Verkaufsplattform im Darknet gepflegt haben.So anonym sich die Bande im Darknet auch bewegte, sie bot dennoch Ermittlungsansätze. Briefumschläge voller Cannabis, die per Post international verschickt wurden, fielen Postmitarbeitern auf. Die Kriminalpolizei schaltete sich ein und sichtete den im Januar verurteilten Mann an einem Briefkasten im Sonsbecker Raum. Es folgte eine Hausdurchsuchung in Geldern im März 2018, bei der mehr als 30 Kilogramm Cannabis sichergestellt wurden.

Mehrere Mitglieder und Gehilfen hatten am Landgericht erklärt, es sei ihnen um die medizinischen Vorteile der weichen Droge gegangen und darum, Kranken zu helfen. Der Vorsitzende Richter Jürgen Ruby stellte jedoch abschließend fest, dass es in erster Linie um Profit gegangen sei. „Geiles Zeug“ solle „verkloppt werden“, zitierte der Vorsitzende einen Handy-Chatverlauf – Begriffe wie „Schmerz“, „Linderung“ oder „Krebs“ seien in den Chats jedoch nicht aufgetaucht.