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Frau aus Sevelen wartet lange auf das Corona-Testergebnis

Gut zu wissen in Corona-Zeiten : Vom Warten auf das Corona-Testergebnis

Der positive Schnelltest in der Apotheke wurde nicht durch den anschließenden PCR-Test bestätigt. Auf das zum Glück negative Ergebnis wartete Sabine Oude-Hendrikman aus Sevelen vier Tage. Die Corona-Warn-App funktionierte nicht.

Sabine Oude-Hendrikman war sich sicher: Der Test konnte nicht stimmen. Der Schnelltest in der Apotheke schlug positiv an, als sich die Sevelenerin routinemäßig testen ließ. Warum sie sicher war? Als Mitarbeiterin im Altenheim lässt sie sich regelmäßig testen, außerdem hatte sie Urlaub. „Ich war nur mit meinem Mann und meinen Eltern zusammen“, sagt Sabine Oude-Hendrikman. Stutzig machte sie auch, dass der Mann vor ihr auch schon ein positives Testergebnis bekommen hatte.

Am Nachmittag, als sie in der Warteschlange für den PCR-Test am Bürgerhaus stand, erfuhr sie, dass ein Mädchen ebenfalls an dem Morgen positiv getestet worden war, obwohl sie erst kurz zuvor in der Schule einen negativen Test bekommen hatte. Der Apotheker aus Sevelen bestätigt auf Anfrage der RP, dass es an dem Morgen drei falsch-positive Teste gegeben habe. Die Teste seien alle zertifiziert und zugelassen, der Hersteller hat seinen Sitz allerdings in Peking, was die Kontaktaufnahme schwierig gestalte. Man habe aber Rücksprache mit dem Verkäufer des Tests gehalten und die Fälle gemeldet, so der Apotheker. Dass es bei den Schnelltesten eine Fehlerquote gebe, sei bekannt und könne auf der Seite des Robert-Koch-Instituts nachgelesen werden. Allerdings sei die denkbar gering. Aufgrund der Häufung am Montag, er wisse von drei falsch-positiven Testen, sei man nun dazu übergegangen, bei einem positiven Testergebnis noch einmal mit einem Test eines anderen Herstellers nachzutesten, so der Apotheker.

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Auf das Ergebnis ihres PCR-Tests musste die Sevelenerin dann aber lange Warten. Erst am Donnerstag gab es Entwarnung: Der Test war negativ. Eigentlich hätte ihr das auch die Corona-Warn-App melden sollen. Denn es gab einen QR-Code zum Scannen, der das endgültige Ergebnis auch darüber hätte vermitteln sollen. Die Corona-Warn-App meldete aber bis heute nicht das negative Testergebnis.

Insgesamt dauerte ihr das Verfahren vom Test bis zum Ergebnis zu lange. „Wenn ich keinen Urlaub gehabt hätte, wäre ich für meinen Arbeitgeber dreieinhalb Tage ausgefallen“, sagt die Sevelenerin. Und das alles wegen falschen Alarms. Sie fühlte sich alleingelassen. Auch das Gesundheitsamt konnte ihre Anfrage auf das Testergebnis nicht beantworten. Das kam nach vier Tagen. Und das sei eher ungewöhnlich, sagt Dr. Cornelia Camps. Sie ist Hausärztin in Sevelen.

Mit insgesamt fünf Arztpraxen betreibe man die Hexenland-Ambulanz in Sevelen, also das Testzentrum im Bürgerhaus. Allerdings nutzen nicht alle Praxen das gleiche Labor. In 80 Prozent der Fälle läge das Ergebnis am Abend des Folgetags vor. Es liege auch immer daran, wie ausgelastet die Labore sind. Immerhin befand man sich vor Kurzem noch in der dritten Welle, die nun gerade abebbt. „Wir tun unser Bestes“, spricht Cornelia Camps für sich und ihre Kollegen.

(bimo)