Mundartnachmittag in Straelen Erinnerungen auf „Stroels Ploatt“

Straelen · Das Forum gehörte einen Nachmittag lang wieder den Mundart-Sprechern aus der Blumenstadt. Sie sorgten zweieinhalb Stunden lang für kurzweilige Unterhaltung mit mal besinnlichen, mal lustigen Geschichten und mit Musik.

Claudia Kurfürst eröffnete die Mundart-Veranstaltung mit einem Rückblick auf 30 Jahre Straelener Stadtarchiv. 
  RP-Foto: Prümen

Claudia Kurfürst eröffnete die Mundart-Veranstaltung mit einem Rückblick auf 30 Jahre Straelener Stadtarchiv. RP-Foto: Prümen

Foto: Norbert Prümen

Voll besetzt war das Forum des Gymnasiums am Sonntag. Auch der schönste Sonnenschein konnte die Gäste nicht abhalten, zum „Stroels Ploatt“ zu eilen. Diese Veranstaltung hat eine lange Tradition und wird stets gemeinsam vom Kulturring und den Freunden der Straelener Mundart veranstaltet. Diesmal gab es wieder ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm, das die zweieinhalbstündige Veranstaltung „wie im Flug“ vergehen ließ.

Straelens Stadtarchivarin Claudia Kurfürst präsentierte, natürlich auf „Stroels Ploatt“, einen informativen Vortrag, der 30 Jahre Stadtarchiv und dessen Entwicklung Revue passieren ließ. Sie wies ausdrücklich darauf hin, dass Altarchivar Peter Brimmers und Bernhard Keuck dabei die entscheidende Rolle gespielt hätten. Es wurde auch ein Film von 1964 gezeigt, der für die damalige Erzeugerversteigerung erstellt wurde. Allgemeines Kopfschütteln und Schmunzeln im Publikum waren zu sehen. Kaum zu glauben, wie damals gearbeitet wurde. Allgemeines Raunen begleitete die Bilder.

Die drei „Horster-Geschwister“ repräsentierten die „jungen Ploattsprekers“. Frederick, Isabell und Maurice aus Altbroekhuysen sprechen den Dialekt perfekt und brachten ihn mit humorigen Vorträgen zu Gehör.

Christa Valks-Buchmann gehört eher zu den nachdenklichen Menschen. Deshalb trug sie eine Geschichte mit dem Titel „Mama öör Hoand“ vor. Dabei ging es um Altersmüdigkeit und die Dankbarkeit für die erfahrene Mutterliebe.

Hein (Heinz Velmans) und Köb (Jürgen Coenes) repräsentierten die Herrenriege an diesem Nachmittag. Sie trafen sich auf der Kreuzrinne in Straelen und brauchten für ihre Kommunikation kein „Facebook“ oder „Whats App“. Sie erzählten sich ganz einfach die Erlebnisse aus dem Alltag und kommentierten das allgemeine Geschehen in der Stadt.

Wie sich Lieder von Johannes Oerding oder Vicky Leandros auf „Stroels Ploatt“ anhören, das zeigte Annie Mysor unter Begleitung von Benjamin Hantke am E-Piano. Fazit: „Stroels Ploatt“ hört sich immer super an, besonders mit dieser Stimme.

Seine Gedanken mit dem Titel „Et es later as du deenks“ brachte Paul Nieskens zu Gehör. Sein Resümee: Zeit ist ein Geschenk. Seit 29 Jahren gehört er zum festen Team der Veranstaltungen auf Plattdeutsch.

Hanne Eckhardt kommt als gebürtige Straelenerin seit vielen Jahren in ihre Heimatstadt, um als „Märchentante“ zu fungieren. Diesmal brachte sie den „Froschkönig“ mit, und es klang im Dialekt schöner und melodischer als auf Hochdeutsch.

Deli Goumans berichtete von einer „Lier för het Leäve“ und brachte damit das Publikum zum Schmunzeln, bevor die Bauchmuskulatur endgültig strapaziert wurde. Beim „Vroulievesit“ trafen sich wieder Anne Pasch, Leni Brimmers, Elisabeth Dercks und Deli Goumans. Da blieb kein Auge trocken, weil die vier „Vroulie“ beim jährlichen Kaffeekränzchen sich auch nichts schenkten. Da wurden gefrorene Berliner aufgetischt statt teurer Weckmänner, der Kaffee war nur Muckefuck, und ein Eierlikörchen gab es auch nicht. Dafür aber jede Menge Lokalkolorit. Ob es das Home-Office im Rathaus, die kostenlose Fahrt mit der Rikscha, der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Straelen durch Martina Voss-Tecklenburg oder Elisabeth Dercks als künftiges Blumenmädchen ging, alles wurde gründlich beleuchtet. Das Publikum fand die Damen wieder herrlich.

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