Förderkreis Geistliche Konzert in Geldern besteht seit 50 Jahren

Jubiläum : Für schöne Klänge in der Pfarrkirche

Der Förderkreis Geistliche Konzerte an St. Maria Magdalena Geldern feiert sein 50-jähriges Bestehen. Rund 300 Konzerte hat er organisiert. Dabei waren die Anfänge 1969 alles andere als hoffnungsvoll.

Der Beginn war alles andere als vielversprechend. An unzählige Gelderner waren Briefe gesendet worden mit der Bitte, mitzumachen. Nur ein einziger antwortete: Paul Wolffram, der damalige Bürgermeister. Von der schlechten Resonanz ließ sich Hans Feierabend, damals Kantor an St. Maria Magdalena Geldern, nicht entmutigen. „Da melden sich noch mehr“, überliefert Gerhard Löffler dessen Überzeugung. Und Feierabend sollte Recht behalten. Der Förderkreis der Geistlichen Konzerte an St. Maria Magdalena besteht jetzt seit 50 Jahren und zählt mittlerweile 170 Mitglieder. Löffler gehört gemeinsam mit Kantor Dieter Lorenz, dem Chorvorsitzenden Friedhelm Aengenvoort und Georg Quinkertz aktuell zum inneren Zirkel des Förderkreises.

50 Jahre seien für einen Kulturverein ein eher seltenes Ereignis, meint Lorenz. „Wir sind stolz, dass uns das gelungen ist.“ Die Jubiläumsbroschüre, von der 2500 Exemplare gedruckt wurden, die an alle Förderkreis- und Chormitglieder verteilt wurde und die in den Kirchen, der Bücherei und demnächst bei Keuck und im Bücherkoffer ausliegt, weist beeindruckende Zahlen aus. Der Förderkreis schaut auf 300 Konzerte aus dem Bereich der kirchenmusikalischen Kammermusik und der großen Oratorienliteratur zurück. Etwa 90.000 Besucher füllten die Maria-Magdalena- und früher auch hin und wieder die Kapuzinerkirche. „Die Besucherzahlen haben sich immer mehr gesteigert“, stellt Quinkertz fest. Die kleine Kapuzinerkirche, in der einst Kammerkonzerte stattfanden, könnte das Publikum heute gar nicht mehr fassen.

Auf ein Stammpublikum können die Geistlichen Konzerte bauen. „Doch wir haben immer wieder auch neue Besucher“, konstatiert Lorenz. Den Hörern würden immer wieder Künstler auf hohem Niveau geboten, betont Aengenvoort. Im Laufe der Jahrzehnte ist, nicht zuletzt dank der zahlreichen Kontakte von Lorenz, ein großes Netzwerk entstanden. „Gerade Sänger kommen immer wieder gerne nach Geldern“, freut sich der Kantor. Und zwei Gastmusiker, einer aus Leipzig, der andere aus Hamburg, sind sogar Mitglied im Förderkreis.

Die Hauptlast trägt der Kirchenchor an St. Maria Magdalena. Und das nicht nur bei den Konzerten, sondern auch hinter den Kulissen. Lorenz lobt die „vielen fleißigen Hände“. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass jährlich 5000 Konzertvorschauen verschickt werden, halten die Korrespondenz mit den Musikfreunden aus der Region und auch von weiter her aufrecht. Durch Pressemitteilungen, Plakate, Handzettel, auf Facebook, auf der Homepage und nicht zuletzt durch Mundpropaganda wird auf die Konzerte aufmerksam gemacht, auf die Gastspiele namhafter Instrumentalisten und Sänger.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die „Orgel plus“-Konzerte, bei denen die Orgel kombiniert mit Instrumenten wie Oboe, Flöte, Harfe und Trompete, aber auch mit Gesang zu hören ist. Aengenvoort bescheinigt Lorenz, Jahr für Jahr immer wieder eine gute Mischung für das Programm zu finden. Und der Kantor wiederum ist dankbar, dass der Förderkreis ein solides finanzielles Fundament bietet, um hochklassige Musiker als Gäste in die Stadt zu holen. Spenden, Mitgliedsbeiträge und ein Zuschuss der Stadt sorgen dafür, dass die ökonomischen Sorgen ausbleiben.

Beim Pfingsthochamt soll das Jubiläum des Förderkreises gebührend gefeiert werden. Es erklingt dann die „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod in der Pfarrkirche. Ein großes Werk, das der Chor schon bei zwei anderen Jubiläen aufgeführt hat. Eine von den Kompositionen, die in Geldern schon wiederholt zu hören waren.

Die „Petite Messe solennelle“ von Gioachino Rossini nennt Kantor Lorenz ein Werk im italienischen Belcanto-Stil, das er liebend gerne einmal für Geldern einstudieren würde. Weitere Sänger für den, so Lorenz, „leistungsfähigen und leistungswilligen“ Chor wären auch schön. Und noch mehr Mitglieder für den Förderkreis wünscht sich Löffler. „Das sichert den Fortbestand der Geistlichen Konzerte an St. Maria Magdalena.“

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