Firma aus Lüllingen bangt um ihren Telefonanschluss

Telekommunikation in Geldern : Telekom lässt Firma aus Lüllingen schmoren

Die Firma GaTech kämpft weiterhin gegen die drohende Abschaltung ihres Telefonanschlusses. Sie beklagt ein Aussitzen des Problems.

Steht die Firma GaTech in genau einem Monat ohne Telefonverbindung da? Dieses Schicksal droht dem Gartenbautechnik-Unternehmen aus Lüllingen. Denn nach wie vor steht die im Februar mitgeteilte Ankündigung der Deutschen Telekom im Raum, den Telefonanschluss zum 23. Juni zu kündigen und abzuschalten. Was GaTech in seiner Existenz bedrohen würde.

Inge Koppers, die Frau des GaTech-Inhabers, hatte sich Ende April hilfesuchend an den Bürgermonitor der Rheinischen Post gewandt. Und natürlich auch an die Telekom. Denn aufs Telefon ist das im September 2016 gegründete Unternehmen mit Sitz am Vondersweg in Lüllingen angewiesen. „Wir haben viele Mobilfunk-Kunden unter unseren Kunden, den gewerblichen Gärtnern. Wenn wir telefonisch nicht erreichbar sind, ist das für uns vernichtend“, sagt Inge Koppers.

Es ärgert sie, dass die Telekom der Firma eine technisch nicht umsetzbare DSL-Anlage verkaufte. Statt dessen verfügt GaTech über einen ISDN-Anschluss mit drei Nummern, zwei fürs Telefon, eine fürs Fax. Fürs Internet nutzt die Firma LTE mit begrenztem Datenvolumen. Inge Koppers: „Die Karte für den Router mit 30 Gigabyte ist spätestens am 25. des Monats verbraucht, dann brauchen wir eine zweite.“

Noch bevor sich die Lüllingerin bei der RP meldete, hatte sie mehrere Telefonate und E-Mail-Kontakte mit der Telekom, die immer wieder vertröstete oder teure Ersatzlösungen anbot. Eine weitere Reaktion der Telekom kam zwei Tage nach Erscheinen des RP-Artikels. Telefonisch erfuhren die Lüllinger, dass sie den ISDN-Anschluss abschalten müssten, ansonsten seien hohe Strafen an die Bundesnetzagentur fällig. Auf eine umgehende Anfrage an die Bundesnetzagentur hat die Frau aus Lüllingen bisher keine Antwort. Stillschweigen auch bei ihrem Widerspruch gegen die Vertragskündigung, die Inge Koppers am 10. Mai per Einschreiben an die Deutsche Telekom schickte. „Das ist doch eine Politik des Aussitzens“, meint die Lüllingerin empört.

Die drei Vorschläge der Telekom bewertet sie als veraltet oder technisch nicht umsetzbar. Was allerdings ein Telekom-Mitarbeiter, der sich am Montagabend meldete, bestreitet. Die Cloud sei technisch möglich, so seine von Inge Koppers zitierte Aussage.

Hilfe erhofft sich die Firma jetzt von einem anderen Telekom-Anbieter: 1&1. „Einer unserer Angestellten hat dort einen Vertrag über Leistungen, wie wir sie jetzt bei der Telekom haben“, so Inge Koppers. Laut 1&1 sei eine Umstellung kein Problem. Allerdings erst nach Ablauf des Telekom-Vertrags im Oktober. Das hieße: GaTech hätte drei Monate keinen Anschluss.

Übrigens: Auf eine Bitte um Stellungnahme seitens der RP, am 8. Mai per E-Mail geäußert, hat die Deutsche Telekom bisher nicht geantwortet.

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